Kirchdorfs scheidender Bürgermeister rät: „Reden, zuhören, erklären“

Der scheidende Kirchdorfer Bürgermeister Alfons Linner hat viel geschafft: unter anderem das neue Baugebiet „An der Gärtnerei“. Wittmann

Nach zwölf Jahren als Gemeinderat und sechs Jahren als ehrenamtlicher Bürgermeister hat Alfons Linner aus Kirchdorf (Freie Wählergemeinschaft Berg) das Amt an seinen jungen Nachfolger Christoph Greißl (FWG Kirchdorf, 34 ) übergeben. Im Interview mit der Wasserburger Zeitung zieht Linner Bilanz seiner Zeit als Rathauschef.

Kirchdorf – Was war Ihr größer Erfolg oder das für Sie wichtigste Vorhaben, das Sie umsetzen konnten?

Das war sicher der Ausbau der Dorfstraße, vor allem der erste Abschnitt. Die Stimmung im Dorfstraßenbereich war nicht gerade die Beste, als meine Amtszeit begann. Hier die Anwohner alle ins Boot zu holen und das Projekt Dorfstraße anzugehen, war sicher ein Erfolg. Dass ich mich gleich zu Beginn meiner Amtsperiode mit allen Argumenten auseinandersetzen musste, war aber auch die Grundlage für ein gutes Miteinander, das sich dann im zweiten Abschnitt fortführte. Dann war die Aufstellung des Baugebietes „An der Gärtnerei“ ein wichtiges Vorhaben, um jungen Einheimischen die Möglichkeit zu bieten, sich Wohneigentum zu schaffen. Damit können sie am Ort und in der Gemeinde bleiben. Und auch die Mühlberger Straße in Moosham, die mich in den achtzehn Jahren zuerst als Gemeinderat und dann als Bürgermeister begleitet hat, konnte nun abgeschlossen werden.

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Was hätten Sie gerne noch in Ihrer Amtszeit realisiert, was haben Sie nicht geschafft?

Ich hätte gerne den Ausbau der kompletten Dorfstraße noch in meiner Amtszeit fertiggestellt. Dass sich Planungen oft lange und über mehrere Sitzungen hinziehen, war nicht leicht zu akzeptieren.

Welchen Ratschlag haben Sie für Ihren Nachfolger?

Reden, zuhören, miteinander reden, wieder zuhören und erklären. Auch und gerade, wenn es manchmal anstrengend ist oder schwierig wird. Aber mit immer wieder zuhören und miteinander reden kann manches zu einem guten Ende kommen.

Was wünschen Sie Ihrer Gemeinde für die Zukunft?

Ich wünsche der Gemeinde, dass alle wie bisher zusammenhalten. Wo sich so viele, auch junge Menschen, engagieren und in Selbstinitiative Feste und Projekte organisieren, ist auch eine Zukunft für eine lebendige Gemeinde. Nur wenn miteinander gearbeitet wird, die Gruppen und Vereine zusammenhalten, geht es auch gut weiter.

Welche Termine werden Sie am Meisten vermissen?

Die Trauungen hab ich immer gerne gemacht. Das ist mitunter die schönste Aufgabe eines Bürgermeisters. So gesehen bin ich ein bisschen traurig, dass im April noch Trauungen ausgefallen sind. Ein Weiteres waren die Besuche zu Geburtstagsjubiläen bei den Senioren. Da kam man immer wieder mit Menschen ins Gespräch, die man sonst nicht so oft trifft.

Haben Sie sich für Ihre „Rente“ etwas Besonderes vorgenommen.

Ich freue mich schon, endlich mehr Zeit für meine Enkel zu haben.

Interview: Maria Wittmann

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