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25 neue Kindergartenplätze

Stadt Wasserburg macht Tempo beim Kindergarten-Ausbau

In unmittelbarer Nähe der Kindertagesstätte will die Stadt Wasserburg in Reitmehring am Rand des Hartplatzes einen Container oder eine Holzhütte aufstellen. Darin sollen ab September die Krippenkinder betreut werden, damit eine weitere Kindergartengruppe an ihrer Stelle ins Haupthaus einziehen kann.
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In unmittelbarer Nähe der Kindertagesstätte will die Stadt Wasserburg in Reitmehring am Rand des Hartplatzes einen Container oder eine Holzhütte aufstellen. Darin sollen ab September die Krippenkinder betreut werden, damit eine weitere Kindergartengruppe an ihrer Stelle ins Haupthaus einziehen kann.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Es gibt auch heuer zu wenig Kindergarten- und Kinderkrippenplätze in Wasserburg. Die Stadt plant deshalb unter Hochdruck eine weitere Kindergartengruppe in Reitmehring. Sie soll bis September eingerichtet sein.

Wasserburg – Die zentrale Anmeldung für städtische Kindertagesstätten brachte es ans Licht: Es gibt auch heuer zu wenig Kindergarten- und Kinderkrippenplätze in Wasserburg. 93 Kinder im Kindergartenalter (3 bis 6 Jahre) und 48 Kinder im Krippenalter (1 bis 3 Jahre) wurden neu angemeldet – zu viele, um allen einen Platz bieten zu können.

Zahlreiche Absagen mussten verschickt werden. Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) nannte im Haupt- und Finanzausschuss die Zahlen: Die Kindertagesstätte Altstadt verschickte Absagen für 17 Krippenkinder und 12 Kindergartenkinder; die Kindertagesstätte nördliche Burgau für 21 Krippenkinder und 17 Kindergartenkinder und die Kindertagesstätte Reitmehring für 17 Krippenkinder und 14 Kindergartenkinder.

Mehr Platz im „Wunschkindergarten“

Diese Tatsachen ließen in der Wasserburger Stadtverwaltung den ehrgeizigen Plan entstehen, noch bis September 25 zusätzliche Kindergartenplätze zu schaffen – und zwar in der Kindertagesstätte Reitmehring, die von den meisten Eltern als „Wunschkindergarten“ angegeben wurde.

Der Haupt- und Finanzausschuss in Wasserburg erklärte sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einverstanden damit, die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, sowie zusätzliches Personal einzustellen und bedarfsgerechte Einrichtungsgegenstände zu beschaffen.

Projekt in Reitmehring

In Reitmehring muss für die zusätzliche Kindergartengruppe allerdings erst noch ein geeigneter Raum gefunden werden. Der Bürgermeister setzte den Haupt- und Finanzausschuss in Wasserburg über den Sachstand zu diesem Projekt in Kenntnis.

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Demnach wurden bereits verschiedene Alternativen geprüft. Die mögliche Nutzung eines Klassenraums der Grundschule Reitmehring wurde schnell wieder verworfen: Alle Räume seien derzeit ausgelastet, hatten Rektorin Helga Block und Konrektorin Margit Joppich in einem Gespräch mit Bürgermeister und Claudia Schaber vom Ordnungsamt verkündet.

Man sei vonseiten der Schule allerdings bereit, einen Teil des Hartplatzes nahe der Kindertagesstätte zur Verfügung zu stellen, berichtete Kölbl im Ausschuss.

Waldgruppen-Idee wurde verworfen

Auch die angedachte Gründung einer Waldgruppe sei schnell verworfen worden. Nach eingehender Prüfung habe die Verwaltung diese Variante im Einvernehmen mit Anja Zeller, der Leiterin der Kindertagesstätte Reitmehring, zu den Akten gelegt, so der Bürgermeister. Ebenso schnell konnte der Jugendraum der Feuerwehr Attel-Reitmehring im Grundschulgebäude Reitmehring abgehakt werden. Dieser Raum wäre zu klein gewesen.

Zwei denkbare Varianten seien noch übrig: Man könne sich vorstellen, die Kindergartengruppe in einem Mietcontainer unterzubringen, oder in einer Holzhütte. Beide Bauformen seien schöner und ansprechender als ihr Name vermuten ließe, so Kölbl. „Die Holzhütte ist eher ein komfortables Holzhaus“, machte er deutlich und zeigte ansprechende Beispielbilder.

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Vonseiten einiger Ausschussmitglieder war zu hören, dass die Kindergartenleitung die Holzhütte vorziehen würde. Die Krippe würde dort einziehen, dann könnten die Kindergartenkinder alle gemeinsam in der Kindertagesstätte Platz finden, so der Plan.

Claudia Schaber stellte vor, dass sowohl ein Container als auch eine Holzhütte ganz am Rande des Hartplatzes in unmittelbarer Nähe zur Kindertagesstätte aufgestellt werden könnte. Beide Angebote hätten allerdings in der Kürze der Zeit bisher noch nicht abschließend geprüft werden können.

Entspannung noch Jahre entfernt

Nur wenig Hoffnung eine verbesserte Lage bei der Kinderbetreuung weckt die Aussage der Verwaltung, dass „die vorhandene Spitze bei der Anmeldung wohl drei bis fünf Jahre bestehen wird“. Erst danach sei Entspannung zu erwarten. „Die Adventgemeinde will eine Kindertagesstätte mit Krippe und zwei Kindergartengruppen errichten, die katholische Kirche plant einen Neubau der Kindertagesstätte St. Jakob mit einer zusätzlichen Krippengruppe“, kündigte die Verwaltung an.

Wer ist Schuld am Platzdefizit für Kindergartenkinder?

Sehr unterschiedliche Meinungen zur Schuldfrage am Planungsdefizit wurden im Haupt- und Finanzausschuss geäußert: Armin Sinzinger (CSU/Freie Wähler-Wasserbuger Block) kritisierte ganz offen die Familien, die seiner Meinung nach ihren Bedarf an Kindergartenplätzen nicht angeben würden.

Claudia Schaber vom Ordnungsamt bestätigte, dass im Jahr 2018 insgesamt 800 Familien zur Bedarfsermittlung angeschrieben wurden von denen nur 192 Familien (24 Prozent) geantwortet hätten. „Das ist echt fahrlässig von den Familien, die sich nicht melden“, schimpfte Sinzinger, „und dann erwarten sie aber, dass sie einen Kindergartenplatz bekommen.“

„Vorwurf an Familien ein Witz“

Ganz anders bewertete Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring/Wasserburg) die Situation. „Der Vorwurf an die Familien ist doch ein Witz“, bekundete er, und weiter: „Wir schaffen Neubaugebiete für junge Familien und wundern uns, dass Kinder dazukommen.“

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Bürgermeister Kölbl (SPD) verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Kinder, die dringend einen Platz benötigen, alle aus Reitmehring Nord kommen würden. Bisher sei der Kindergarten Reitmehring nicht mal voll belegt gewesen, das habe sich jetzt ganz plötzlich so ergeben.

Auch Stefanie König (Die Grünen) verteidigte die Eltern. „Man weiß einfach nicht drei Jahre vorher, ob man eine Krippe braucht“, lautete ihr Argument.

Fußweg zum Kindergarten

Stadträtin Heike Maas (CSU) erinnerte im Zusammenhang mit der Kindergartenerweiterung die Ausschussmitglieder an einen Beschluss aus dem Jahr 2012. Damals sei die Schaffung eines Fußweges von dem Parkplatz an der Bürgermeister-Schmid-Straße zur Kindertagesstätte abgelehnt worden.

„Nun haben sich aber die Parameter komplett verändert,“ glaubt Maas. Ihre Fraktion beabsichtige deshalb, in Kürze erneut einen Antrag zu diesem Thema zu stellen, kündigte die Fraktionsvorsitzende von CSU/Freie Wähler-Wasserburger Block im Gespräch mit unserer Zeitung an.

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