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Sanierung kaum möglich

Kindergarten kostet wohl mehr als die Gemeinde Ramerberg hat

Massive Probleme hat der Ramerberger Kindergarten, mit einer Sanierung könnten nur ein Teil der Probleme gelöst werden. Architekt Christian Würfel riet zu einem Neubau auf der grünen Wiese.
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Massive Probleme hat der Ramerberger Kindergarten, mit einer Sanierung könnten nur ein Teil der Probleme gelöst werden. Architekt Christian Würfel riet zu einem Neubau auf der grünen Wiese.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Auf das Gespräch mit Architekt Christian Würfel fieberte der Gemeinderat Ramerberg bereits seit Wochen hin. Die Ergebnisse, die Würfel präsentierte, waren aber niederschmetternd. Der Kindergarten muss wohl neu gebaut werden und wird Millionen Kosten. Eine Neuverschuldung, die sich die Gemeinde eigentlich nicht leisten kann.

Ramerberg – Positive Nachrichten gab es kaum bei der Mammutsitzung des Ramerberger Gemeinderats. Knapp vier Stunden zog sich der öffentliche Teil. Am Ende war vor allem eines klar: Die Finanzen der Gemeinde reichen bei Weitem nicht, unter anderem weil der Kindergarten deutlich teurer wird als erwartet.

Bereits seit Wochen fieberte der Gemeinderat dem Besuch von Christian Würfel vom Unternehmen WSB Architektur aus Bruckmühl entgegen. Konrad Fuchs (NRL/FWR) hatte schon mehrfach kritisiert, dass bei der dringend notwendigen Sanierung des Kindergartens nichts vorangehe – doch die Ergebnisse waren alles andere als positiv.

Viele Probleme in Bestandsgebäuden

„Es ist eine schwierige Geschichte“, zeigte sich Würfel überzeugt. Die Treppe ist zu steil und zu schmal und entspricht „bei Weitem nicht den Anforderungen“. Eine Schalltrennung der beiden Stockwerke ist nicht vorhanden, die Sanitärausstattung folgt nicht mehr den Standards. Barrierefreiheit ist nicht gegeben, zählt er auf. Und dies sei nur der Altbau.

„Der Neubau ist in einem schlechteren Zustand“, stellte Würfel klar. Das Gebäude heize sich auf, sodass ein „vernünftiges Arbeiten“ darin nicht möglich sei. Zudem seien sowohl das Gebäude selbst als auch die Anschlusspunkte verschachtelt und somit nur schwer nutzbar. Eine Sanierung für den Kindergarten sei im Altbau zwar grundsätzlich möglich. „Der Neubau würde ich sagen, ist nur bedingt sanierungsfähig.“ Und selbst dann würden die Probleme wohl weiter bestehen bleiben.

Gesamtfläche zu klein

Die größte Herausforderung liege aber woanders. Denn es stelle sich grundsätzlich die Frage, ob eine Unterbringung der Kinder auf dem aktuellen Grundstück möglich und sinnvoll sei. Die Gesamtfläche von 1021 Quadratmeter sei zu klein.

„Wir haben eine geringe Außenspielfläche und zu wenig Stellplätze.“ Derzeit gebe es nur zwei. „Das ist allein für die Mitarbeiter knapp bemessen. Für eine Hol-Bring-Situation sind gar keine Flächen vorhanden“, so Würfel. Zwar entspreche dies der Ramerberger Stellplatzsatzung, „aber eine noch so geringe Satzung ändert nichts an der Tatsache, dass der Bedarf da ist.“

Kindergarten soll noch wachsen

Insbesondere, da der Ramerberger Kindergarten wachsen soll. Aus den zwei Gruppen sollen mindestens drei werden, um für die Einrichtung einer Krippengruppe Platz zu schaffen. Dafür fehlen aber über 200 Quadratmeter an Nutzfläche. Mit Einbezug des Dachgeschosses könnte das Defizit zwar auf 82 Quadratmeter reduziert werden. „Aber wir sehen, selbst da reicht es nicht.“ Auch, da ein weiterer Fluchtweg in Form einer Rettungstreppe geschaffen werden müsste. „Die nimmt natürlich Fläche weg“, so Würfel.

Nur mit einem kompletten Neubau könnten drei Gruppen untergebracht werden. „Aber das ist mit hohen Kosten verbunden.“ 5.480.000 Euro wären dafür eingeplant. Aber auch dort würden ihm die Außenspielflächen und die Stellplatzsituation zu schaffen machen. „Bei drei Gruppen würde ich zu neun Stellplätzen raten“, erklärte Würfel. Vor allem da bei Krippenkindern die Hol-Bring-Situation komplexer sei. „Hier müssen die Eltern mit rein gehen und die Kinder abgehen, die können nicht irgendwo parken.“ Neun Stellplätze, das sei aber auf der Fläche nicht darstellbar. Vier Gruppen unterzubringen, wie es auch der Wunsch des Kindergartens sei, sei selbst bei einem Neubau nicht möglich.

„Es ist und bleibt eine schwierige Geschichte“, stellte Würfel klar. „Ich würde deshalb dazu raten, die Variante grüne Wiese zu nehmen.“ Sprich, ein neues Grundstück zu erwerben und dort einen Neubau zu planen. 4.440.000 Euro schätzt Würfel dafür, denn das Geld für eine temporäre Unterbringung der Kinder würde wegfallen. Allerdings seien die Kosten für den Flächenerwerb nicht einberechnet.

Kämmerer: „Es wird schwierig“

Eine Menge Geld für Ramerberg, wie auch Kämmerer Helmut Helfer zu bedenken gab. „Wir kommen in eine Pro-Kopf-Verschuldung, die erheblich ist. Es wird schwierig.“ Nur, etwas anderes bleibt der Gemeinde kaum übrig, wie auch Gemeinderat Fuchs feststellte. „Die grüne Wiese ist in meinen Augen die einzige Alternative.“ Bei einer Sanierung bleibe ein „altes Haus“ und „für einen Neubau ist die Fläche viel zu klein.“ Möglicherweise könne das alte Gebäude verkauft werden, um so Kosten zu sparen. Zumal sowohl Architekt Würfel als auch Verwaltungsleiter Maximilian Brockhoff die Hoffnungen auf Zuschüsse dämpften. Denn förderfähig sei nur ein geringer Teil der Flächen. „Ich rechne mit 1,2 Millionen. Alles andere ist von der Gemeinde selbst zu tragen.“

Bedarf für Krippe vorhanden

Petra Hölzle (NRL/FWR) erkundigte sich, ob der Bedarf für drei oder sogar vier Gruppen tatsächlich da sei. Dies bestätigte Gemeinderätin Simone Tischer (UWR), die selbst im Kindergarten arbeitet. Für drei sei er auf jeden Fall gegeben. „Ich habe bereits acht Leute auf der Warteliste für die Krippe“, erklärte sie. Früher habe es außerdem drei Kindergartengruppen in Ramerberg gegeben. „Ich denke schon, dass wir die vollkriegen.“

Fuchs schlug diesbezüglich vor, die Geburtenrate zu berücksichtigen. Dritter Bürgermeister Jürgen Zott (UWR) erklärte aber: „Lieber haben wir etwas zu viel als zu wenig.“ Zumal, so Fabian Tretter (UWR), auch Neubaugebiete mit jungen Familien in Ramerberg seien.

Rupert Riedl (UWR) erkundigte sich über den Zustand des Gebäudes. „Wie lange gibt uns das denn noch Zeit?“ Hier konnte Architekt Würfel beruhigen. Einsturzgefährdet sei der Kindergarten nicht. „Bis der Neubau steht, reicht es“, erklärte er.

Ein Beschluss wurde noch nicht gefasst.

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