Beschluss im Gemeinderat

Kinderbetreuung kommt Gemeinde Amerang teuer: Gemeinde trägt knapp 95.000 Defizit

Die Betreuung der Buben und Mädchen in den Kindertagesstätten ist kein billiges Unterfangen: Für die Einrichtungen in Amerang und Evenhausen muss die Gemeinde knapp 95.000 Euro zuschießen.
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Die Betreuung der Buben und Mädchen in den Kindertagesstätten ist kein billiges Unterfangen: Für die Einrichtungen in Amerang und Evenhausen muss die Gemeinde knapp 95.000 Euro zuschießen.
  • vonChrista Auer
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Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung die Übernahme des Defizits aus dem Betrieb der Kindertagesstätten Amerang und Evenhausen in Höhe von 94.700 Euro. Die Entscheidung fiel einstimmig. Allerdings könnte auf die Eltern eine Gebührenerhöhung zukommen.

Amerang – „Wir wollen uns eine gute Kinderbetreuung leisten“, betonte Bürgermeister Konrad Linner (GLA). In den vergangenen Jahren sei das Thema immer wieder auf der Tagesordnung gewesen. Dabei habe sich der Rat immer mit großer Mehrheit für einen niedrigen Anstellungsschlüssel und damit für mehr Personal in den Ameranger Kinderbetreuungseinrichtungen ausgesprochen. 2007 verpflichtete sich die Gemeinde in einer Vereinbarung mit der Kirchenstiftung als Träger zur Übernahme des vollständigen Betriebskostendefizits.

Zuletzt hatte sich der Gemeinderat im Mai mit der Übernahme des Betriebskostendefizits für die Kindertagesstätten Amerang und Evenhausen beschäftigt. In der damaligen Sitzung wurde die Vorauszahlung des zu erwartenden Defizits für das Jahr 2020 behandelt.

Inzwischen liegt die Abrechnung für das vergangene Jahr vor. Das ausgewiesene Defizit beträgt nach Abzug eines Haushaltszuschusses des Erzbischöflichen Ordinariats 94.700 Euro.

Ursächlich ist laut dem stellvertretenden Ameranger Kirchenverwaltungsvorstand Christian Staber (CSU) die Umstellung des Wirtschaftsjahres auf das Kalenderjahr. Die Abrechnung beinhalte ausnahmsweise 16 Monate. Zudem seien unter anderem die unterdurchschnittlichen Anstellungsschlüssel in den Einrichtungen ein Grund für das Defiit. Insbesondere die Monate September bis Dezember seien betriebswirtschaftlich gesehen defizitär, weil in den Anfangsmonaten geringe Buchungszeiten vorlägen, die Personalkosten aufgrund der Jahressonderzahlung aber überdurchschnittlich hoch ausfielen und auf der Einnahmenseite nur ein Quartalsabschlag verbucht werden könne.

Nachdenken über Gebührenerhöhung

Die Freiheit der Eltern mache die Kalkulation nicht leicht und bringe die Problematik mit sich, dass der Träger in Vorleistung gehen müsse, sagte Staber. Über das Jahr gesehen werde sich die finanzielle Situation aber wohl ausgleichen. Im Rat herrschte Einigkeit darüber, dass das Defizit übernommen werden sollte.

Matthias Schmid (GLA) regte jedoch an, über eine moderate Gebührenerhöhung nachzudenken. „Wir wollten bisher einen möglichst guten Betreuungsschlüssel ohne die Eltern zu stark zu belasten. Mit dem staatlichen Zuschuss von 100 Euro sei die Betreuung im Kindergarten nun für viele Familien kostenfrei. Eine angemessene Eigenbeteiligung wäre wohl zu stemmen.

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Bürgermeister Konrad Linner betonte, dass man sich die hohe Qualität der Einrichtungen bisher bewusst geleistet habe. Um die finanzielle Lage jedoch ein wenig zu entspannen, solle aber mit dem Träger über eine vertretbare Anpassung der Gebührensätze beraten werden. Markus Keller (CSU) regte an, dass ärmere Familien in puncto Beiträgen, beispielsweise von der „Stillen Hilfe“, aufgefangen werden könnte. Christa Auer

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