Kinderbetreuung: Die kleinen Racker sind in Rott gut versorgt

Hier geht’s zur „Mäusegruppe“ im Gemeindehaus.
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Hier geht’s zur „Mäusegruppe“ im Gemeindehaus.

Der Bedarf an Kindergartenplätzen ist in Rott vorerst gedeckt. Bürgermeister Daniel Wendrock (parteilos) gab bekannt, dass es derzeit noch freie Kindergartenplätze in der Gemeinde gebe – Krippenplätze seien allerdings knapp. Die bestehenden Betreuungseinrichtungen bieten verschiedene Konzepte.

Von Richard Helm

Rott – In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Daniel Wendrock (parteilos) für den neu zusammen gestellten Gemeinderat die derzeitige Situation in Sachen Kinderbetreuung vor. Wie das Gemeindeoberhaupt ausführte, sind derzeit noch Kindergartenplätze vorhanden, doch Krippenplätze sind bereits sehr knapp. Wenn Rott weiter so wachse, müsse über entsprechende Erweiterungsmöglichkeiten nachgedacht werden, erklärte Wendrock.

Die Gemeinde ist nach den Bayerischen Kinderbildungs- und Erziehungsgesetzes verpflichtet, Plätze für Kindergarten (Kinder über drei Jahre) und Krippe (Kinder bis drei Jahre) vorzuhalten. Diese Aufgabe teilt sich die Kommune in Rott mit dem Katholischen Kindergartenverband.

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„St. Peter und Paul“: Der katholische Kindergarten „St. Peter und Paul“ in der Haager Straße hat eine Betriebserlaubnis für 66 Kinder und 13 Krippenbesucher. Die Kindertageseinrichtung besteht aus zwei Kindergartengruppen und einer Krippengruppe. Derzeit besuchen 53 Kinder die Einrichtung. Hinzu kommen Integrationskinder mit einem höheren Betreuungsschlüssel. Somit ist der katholische Kindergarten ´nahezu voll belegt. Der katholische Kindergarten verfügt über alle erforderlichen Räume sowie über einen naturnahen Garten mit einem Flussbett, Baumstamm, Wasserpumpe und Klettersteine, Weidentipi, Blockhaus-Dorf oder Matsch-Ecke. Der pädagogische Ansatz des sieht hier vor, Gott in seiner ganzen Schöpfung erlebbar zu machen, sodass sich Vertrauen in das Leben entwickeln kann.

„Haus Regenbogen“:Der Gemeindekindergarten „Haus Regenbogen“ an der Pfarrer-Freiberger-Straße hat eine Betriebserlaubnis für 73 Kinder, davon 13 für die Krippenkinder unter drei Jahre. Weitere 50 Kinder können im Gemeindehaus untergebracht werden. Für das Kindergartenjahr 2020/2021 sind 94 Plätze beansprucht. Hier wäre noch Luft. Die Krippenplätze mit 12 sind nahezu voll belegt.

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Leiterin Sandra Wimmer stellte im Gemeinderat ihr Haus vor. Das Haus Regenbogen wurde 2013 errichtet und verfügt über helle und offene Räume sowie über Außenanlagen mit Nestschaukel, Wasserspielplatz, Spielhügel, Weidentippi oder Spielhaus. Das Mittagessen wird geliefert. Eine Küchenhilfe macht dazu frische Salate. Kindergeburtstage werden hier gefeiert und jährlich wird ein Ausflug mit Bus oder Bahn angeboten. Der pädagogische Ansatz heißt „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“. Das Kind soll sich zu einem beziehungsfähigen, wertorientierten, hilfsbereiten und schöpferischen Menschen entwickeln.

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„Mäusegruppe“:Der „kleine“ Gemeindekindergarten im Gemeindehaus ist die Mäusegruppe mit derzeit 42 Kindern. Es gibt gelbe, blaue, grüne und rote Mäuse. Angefangen von der Garderobe bis zu den einzelnen Bereichen. Sie sind alle in diesen Farben gehalten, so weiß jede „Maus“ wo ihre Garderobe und ihr Bereich ist.

Die stellvertretende Kindergartenleiterin Sabine Hiermeier betonte, dass hier Wert auf die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstständigkeit gelegt wird, denn die führt zu einer erlebten Selbstwirksamkeit. Sie will ein Natur-Wald-Wiesen-Erprobungsjahr angehen, um so die Natur zu erfahren und auch zu schützen. Denkbar seien auch Waldgruppen.

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Wie Bürgermeister Wendrock ausführte, hat die Gemeinde einen großen Finanzaufwand. Sie erhält eine staatliche Förderung von 370 000 Euro und Gebühren und Essensgeld, dennoch sind die Kosten weit höher. Der größte Brocken sind die Personalausgaben. Auf 206 000 Euro summiert sich die Summe für die Kinder, die andere Kindertageseinrichtungen besuchen. Insgesamt stellte die Gemeinde Aufwendungen in Höhe von 402 600 Euro in den Haushalt 2020 ein.

Private „Zwergerlgruppe“ bleibt erhalten

Für die Betreuung einer Zwergerlgruppe, die im gemeindlichen Bauhof in Meiling untergebracht ist, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung weiterhin seine Unterstützung zugesagt.

Allerdings gibt es in der Leitung der privaten Einrichtung ab September eine Änderung, wie es in der Sitzung hieß. Bislang führten Andrea Hangl und Margret Kaltenecker-Bauer die Zwergerlgruppe. Sie war Montag und Donnerstag vormittags für Kinder bis zwei Jahren geöffnet. Die beiden Betreuerinnen wollen die Einrichtung aber nur noch bis August weiterführen und dann aufhören.

Bernadette Müller, die ihren Sohn in der Zwergerlgruppe anmelden wollte, erfuhr davon und hat „nach langem Überlegen, Tüfteln und Planen“ sich bereit erklärt, die Gruppe zu übernehmen. Lange hat die 38-Jährige nach einer zweiten Person gesucht und sie dieser Tage gefunden. Die gelernte Erzieherin ist auch Rettungssanitäterin und hat ein Studium zur Psychologischen Beraterin und zum Businesscoach abgeschlossen. Sie bietet nun ab Oktober in ehrenamtlicher Betreuung die Zwergerlgruppe am Montag und Freitag von 8.30 bis 12 Uhr an. Das bedeute eine finanzielle Erleichterung für die Eltern. Der Beitrag falle weg. Im Gegenzug seien aber die Eltern auch in der Verwaltung und in der Versorgung miteingebunden. Bereits zehn Kinder seien angemeldet.

Bürgermeister Daniel Wendrock (SPD) sagte weiterhin die Nutzung der Räumlichkeiten im Bauhof sowie den Zuschuss für die Versicherung zu. Die bisherigen Betreuerinnen hatten in ihrer Zeit einige Anschaffungen auf eigene Kosten getätigt und baten nun darum, dass die Gemeinde diese ablöst. Der Betrag sei gering. Der Gemeinderat gab geschlossen grünes Licht für die Ablöse im Wert von rund 620 Euro.

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