32 Kilometer für 100 Haushalte: Breitsbandausbau in Reichertsheim macht einen großen Sprung

Das Herzstück der Anlage: Jedes Anwesen ist auf einer solchen Scheibe mit seinem Glasfaseranschluss verzeichnet.
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Das Herzstück der Anlage: Jedes Anwesen ist auf einer solchen Scheibe mit seinem Glasfaseranschluss verzeichnet.

Die Gemeinde Reichertsheim ist mit ihrem Breitbandausbau einen großen Schritt weiter. Rund 100 Anwesen haben nun mit Abschluss des Programms „Höfebonus“ der Landesregierung einen Glasfaseranschluss durch die Firma amplus im Haus.

Von Karlheinz Günster

Reichertsheim – Zur Inbetriebnahme des neuen Netzes waren Bürgermeister Franz Stein und Vertreter der Firmen zugegen.

Fast 1 Million Euro investiert

Um diese Anwesen anzuschließen, waren 32 Kilometer Glasfaserleitungen und Verteilerkästen erforderlich, fast eine Million Euro ist investiert worden, erklärte Martina Wilde von der Firma amplus aus Teisnach bei einer Besprechung im örtlichen Feuerwehrhaus. Eigentlich wären das in Reichertsheim 86 Gebäude gewesen, doch haben sich im Laufe der Planung weitere Einwohner zu einem Anschluss bereit erklärt, die dann von der Firma eigenwirtschaftlich angeschlossen wurden.

Damit ist eine Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit in der Sekunde möglich. Startschuss war ein Kooperationsvertrag vor zwei Jahren, ergänzte dabei Breitbandpate Johannes Kern. Beauftragt wurde die Firma amplus, ein Tochterunternehmen von CCNST Deutschland, die derzeit 150 bayerische Kommunen mit einem Internetanschluss versorgt.

Netz ist Investition in die Zukunft

Bürgermeister Franz Stein meinte bei der Zusammenkunft, dass man nun „nach vorn schauen“ wolle, vorhandene „weiße Flecken“ seien noch zu beseitigen. Drei Verfahren für den Breitbandausbau habe man mittlerweile abgeschlossen, 600 Haushalte sind versorgt, alle hätten mindestens 30 Megabit in der Sekunde. „Heute freuen wir uns, dass der Bauabschnitt III erfolgreich“ abgeschlossen sei, und: „Wir sind gut aufgestellt.“ Planer Anton Biereder von der Ampfinger Firma Höpfinger sah durchaus, dass nicht alle Bürger, die anschließen könnten, das auch nutzen. Doch sei dieses Netz für die Zukunft und damit „für die Kinder“. Durch die derzeitige Corona-Krise rücke eine gute Internetverbindung immer stärker in den Mittelpunkt, auch beim Schulunterricht.

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Man habe als Planungsbüro drei Abschnitte begleitet, im zweiten sei es „leidlich gelungen“, die 30 Megabit in der Sekunde zu erreichen, jetzt mit dritten Ausbauschritt habe man „noch einmal einen deutlichen Sprung gemacht“ und erreiche 95 Prozent. Für einen privaten Haushalt seien mit Glasfaser bis zu 200 Megabit in der Sekunde verfügbar, für Geschäftskunden ein Gigabit. Biereder ergänzte, dass die Telekom in der Gemeinde ebenfalls aktiv ist.

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Besichtigt wurde der sogenannte Master, ein Schaltschrank in Pfeilstett, von dem aus die Leitungen in die Gemeinde verteilt werden. Nächste Station der Inbetriebnahme war der Zweite Bürgermeister Johann Knollhuber in Hub, der in der Vergangenheit mit dem Internetanschluss für seinen landwirtschaftlichen Betrieb einige Schwankungen erlebt hatte und nun froh ist, dass er mit der neuen Leitung eine erheblich bessere Verfügbarkeit haben soll.

Firmen mit mehreren Computern spüren sofort den Vorteil

Am Übergabepunkt im Keller des Hauses klemmte Techniker Thomas Faltl der Firma CCNST seinen Computer an den Anschluss und zeigte sich bei den erreichten Geschwindigkeiten zufrieden. Bei fast ein Gigabit in der Sekunde, erklärte er, stoße man jedoch derzeit in Regionen vor, die von einem Rechner zum anderen nicht immer einzuhalten seien, denn der gegenüberliegende benötige eine gleichwertige Anbindung. Somit habe ein einzelner Anschließer bei einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung wenig von der hohen Geschwindigkeit. „Der nutzt das nicht aus“. Selbst Filme kämen mit einem Bruchteil dieser Übertragungsleistung aus. Deutlich werde das hingegen bei Firmen mit mehreren Computern, die teilen sich die große Bandbreite und merken den Vorteil sofort.

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