Ehemalige Wirtin des legendären Gasthauses "Silbernagl" Leni Arnold feierte den 90.

Keiner raufte, alle sangen

Leni Arnold wurde 90. Foto bg
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Leni Arnold wurde 90. Foto bg

Haag - Leni Arnold in Haag feierte ihren 90. Geburtstag.

Bürgermeisterin Sissi Schätz überbrachte im Namen der Gemeinde die Glückwünsche mit einem Präsent. Daneben stellten sich zur Familie und den Nachbarn viele Bekannte als Gratulanten ein. Von den Feuerschützen kam Helmut Wagner.

Leni Arnold wurde bei Neufrauenhofen geboren, wo sie mit zwei Geschwistern aufwuchs und zur Schule ging. Ein harter Schlag traf die Sechsjährige, als ihre Mutter starb. In Geisenhausen besuchte sie die Haushaltsschule, um dann in der elterlichen Landwirtschaft mitzuarbeiten und nebenbei in ihr künftiges Metier als Bedienung hineinzuschnuppern.

Nach ihrer Heirat mit Josef Arnold zog sie 1952 nach Haag, wo sie zwei Töchtern das Leben schenkte. Schon 1954 war sie beim Haager Volksfest mit ihrem Steckerlfischstand dabei. Viermal stand sie als Festwirtin an der Spitze der Haager Wiesn. Insgesamt bewirtete sie 30 Jahre das Schützenhaus. 40 Jahre war Leni Arnold als Gastronomin aktiv und sie scheint davon keine Minute zu bedauern: "Im Silbernagl war es immer schön." Bei ihr habe keiner gerauft, "da ist gesungen worden". Mit dem Scheidegger-Sepp und Thaler-Schorsch trat sie als "Haager Dreigsang" auf, der sogar Auswärtstermine wahrnahm.

Am Kartentisch sprang die Wirtin oft ein, weil sie jedes Spiel beherrschte - vom Watten über Tarok bis zum Schafkopf. Daneben gab es bei ihr noch das "Herzeln" und "Grasoberin", das heute kaum mehr einer kennt.

Zur beliebten Adresse hatte Leni Arnold den "Silbernagl" durch die wechselnden bayerischen Tageskarten gemacht. Im Vergleich zu manch anderen Lokalen konnten die Gäste hier noch um Mitternacht ein Essen bestellen, das die Wirtin dann persönlich kochte und servierte. Der "Silbernagl" galt damals als einziges Lokal mit offener Sperrstunde, da Stammgast und wo Gemeindekämmerer Thaler die Verkürzung einst unbefristet auf Lebenszeit ausgestellt hatte.

1991 trat Leni Arnold in den Ruhestand. Heute noch, mit 90, ist sie "am liebsten unter de Leit". Nichts scheint sie von ihrem Humor verloren zu haben, wie sie beim Erzählen von Anekdoten in der Gratulantenrunde mit Bürgermeisterin Sissi Schätz bewies. Und da keiner mitsingen wollte, stimmte die Jubilarin allein ein Lied an: "Hell die Gläser klingen". .xy

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