Keine Chance auf Rückkehr aus Kolumbien – Familie Adolf aus Soyen wartet auf ihren Sohn

Bitten um Hilfe, um nach Deutschland zurückkehren zu können: Jürgen Adolf, seine Frau Leitis und deren Tochter Fernanda, die in Kolumbien ausharren. privat

Die Eltern sicher in Deutschland, der Sohn und seine Familie weit weg in Kolumbien, derzeit ohne Chance auf Rückkehr: Dieses Familiendrama erleben derzeit die Adolfs aus Soyen. Ihr Sohn (35) versucht angesichts der Corona-Pandemie verzweifelt, mit seiner Frau (32) und deren Tochter (15) nach Deutschland heimzukehren – bisher ohne Erfolg.

Soyen – . „Wir hoffen auf ein Wunder“, sagt Erich Adolf, der seine Geschichte unter dem Titel „unser persönliches Corona“ an die Heimatzeitung zur Veröffentlichung geschickt hat.

„Meine Frau und ich schätzen uns glücklich, in dieser Krisenzeit hier zu leben, in der Bundesrepublik Deutschland, in der für die Gesundheit und Sicherheit gesorgt wird – im Gegensatz zu anderen Ländern. Unser Sohn (Arbeitsplatz und Wohnsitz in München) befindet sich derzeit in Bogota, Kolumbien, bei seiner Ehefrau und der minderjährigen Tochter. Die beiden heirateten im Februar 2020 in München, doch wegen dem fehlenden Sprachzertifikat A1 mussten seine Frau und die Tochter Anfang März wieder zurück nach Kolumbien. Mein Sohn reiste am 15. März zu seiner Familie, um seine Frau bei der Beschaffung dieses Deutschzertifikates zu unterstützen.

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Leider hat die Corona-Pandemie auch Kolumbien erreicht und das Leben in Bogota stillgelegt – und damit gibt es natürlich keine Möglichkeit, einen Sprachkurs zu besuchen und die notwendige Abschlussprüfung abzulegen. Da in Kolumbien die Europäer für die Corona-Pandemie verantwortlich gemacht werden, verlässt mein Sohn aus Sorge um seine Sicherheit die Wohnung nicht. Bei der Rückholaktion aus Kolumbien kann nur er mitfliegen – ohne seine Familie.

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Zahlreiche E-Mails und Telefonate mit der Botschaft und dem Auswärtigem Amt in Kolumbien und in Deutschland brachten keinen Erfolg. Jeder zeigt Verständnis für die Situation, aber keiner erteilte eine Sondergenehmigung für die Einreise aus Drittländern. Meine Frau ich hoffen, dass die junge Familie in Bogota die Zeit bis nach Corona gesundheitlich und ohne körperliche Gewalt durchsteht. Vermutlich werden noch Monate vergehen, bis wir Eltern die Familie wiedersehen. Der Spargel, von 40.000 ausländischen Erntehelfern mit Sondergenehmigung für die Einreise geerntet, wird uns in diesem Jahr wohl nicht schmecken – bei allem Verständnis für die Spargelbauern.“

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