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Praxisjubiläum: Drei Generationen sitzen in seinem Behandlungsstuhl

Keine Angst vor diesem Zahnarzt! Reitmehringer seit rekordverdächtigen 40 Jahren im Dienst

Seit 40 Jahren im Dienst in der eigenen Praxis in Reitmehring: (von links) Dr. Hermann Budenhofer, Barbara Hölzl, Maria Kastenmüller und Edeltraud Budenhofer. Außerdem gehören zum Team Sandra Semmler, Christiane Scheitz und Janin Kleine-Veitl.
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Seit 40 Jahren im Dienst in der eigenen Praxis in Reitmehring: (von links) Dr. Hermann Budenhofer, Barbara Hölzl, Maria Kastenmüller und Edeltraud Budenhofer. Außerdem gehören zum Team Sandra Semmler, Christiane Scheitz und Janin Kleine-Veitl.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Er hat einen Beruf, den keiner mag: Dr. Hermann Budenhofer ist Zahnarzt – seit rekordverdächtigen über 40 Jahren. Wobei: „So unbeliebt bin ich gar nicht, vor allem wenn jemand mit pochender Wange zu mir kommt“, sagt der Reitmehringer schmunzelnd. Ein Gespräch über die Angst vor dem Bohrer – und den Wandel des Berufs.

Wasserburg – In diesen Tagen feiert Dr. Hermann Budenhofer Jubiläum: Seit vier Jahrzehnten beugt er sich nun schon in der eigenen Praxis in Wasserburgs Stadtteil Reitmehring über die weit geöffneten Münder seiner Patienten im Zahnarztstuhl. „Es hat sich vieles geändert“, sagt er – zum Guten, was die Medizintechnik und das Bewusstsein für gesunde Zähne angeht, zum Schlechten, wenn der 71-Jährige an die überbordende Bürokratie denkt.

Er ist nach wie vor mit Leidenschaft Zahnarzt in Reitmehring – hat viele Patienten, die schon als Kind die Milchzähne kontrollieren ließen und heute selber mit ihren Kindern in die Praxis kommen. „Ich blicke auf erfüllte 40 Jahre Zahnarzt in Reitmehring zurück und möchte meine Arbeit auch noch einige Zeit fortsetzen“, sagt er.

Die Suche nach einer passenden Nachfolge gestalte sich schwierig. Die eigenen Kinder sind zwar alle Mediziner geworden, jedoch in anderen Fachbereichen.

Im März 1982, als Budenhofer seine Praxis in Reitmehring eröffnete, waren noch Amalgamfüllungen Standard. Heute gibt es sie kaum noch. „Die Mundhygiene ist in allen Altersstufen besser geworden“, stellt Budenhofer fest. Schon früh werde der Nachwuchs an die richtige Zahnpflege herangeführt. Budenhofer hat selber in zahlreichen Kindergärten und Schulen der Region Mädchen und Buben mehrerer Generationen alles über Zähne, gesunde Ernährung und richtige Mundhygiene beigebracht. „Auch meine eigenen drei Kinder und drei meiner sechs Enkel waren darunter“, berichtet er freudig.

Dr. Budenhofer mit Theresa, Lorenz und Katharina.

Zeit der Vollprothesen ist vorbei

Auch die Sensibilisierung für die Bedeutung der professionellen Zahnreinigung sei gestiegen. Bis ins hohe Alter hinein könnten Menschen heute bei ausreichender Pflege und regelmäßiger medizinischer Kontrolle einen guten Zahnstatus erhalten. „Es gibt inzwischen viele Patienten ohne Füllungen“, stellt Budenhofer sogar fest. Auch die Zeiten der Vollprothesen ab dem Seniorenalter sei längst vorbei. Dass Oma ihre „falschen Zähne“ nachts ins Wasserglas legt, das gibt es nach Erfahrungen von Budenhofer nur noch selten.

Implantate machen nach seinen Angaben „einen herausnehmbaren Zahnersatz oft unnötig“. Dass chronisch entzündete Zähne, Wurzeln oder Zahnfleisch Streuherde für gesundheitliche Probleme im Körper darstellen könnten, sei heute ebenfalls bekannt.

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Viel geändert hat sich nach Budenhofers langer Erfahrung auch in der Praxisverwaltung. Mitte der Achtzigerjahre hielt bei ihm der Computer Einzug. „Musste man zum Beispiel früher die Abrechnungsunterlagen einschließlich eines Pakets mit Krankenscheinen viermal im Jahr bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung in München selbst einwerfen, wird dies heute vom Abrechnungsprogramm erledigt“. berichtet er. Doch mit dem Computer wuchs zu Budenhofers Bedauern auch die Bürokratie. „Sie nimmt einen immer größeren Anteil der Arbeitszeit ein.“

Er engagiert sich außerdem als Zahnarzt mit oralchirurgischer Ausbildung und Implantologe im Romed-Klinikum, wo er Operationen durchführt. Auch die Betreuung von Pflege- und Altenheimen vor Ort und Hausbesuche bei immobilen Patienten gehören nach wie vor zu seiner zahnärztlichen Tätigkeit.

Furcht vor dem Bohrer oft genommen

Dass er auch nach 40 Jahren mit großer Leidenschaft Zahnarzt ist, hat er nach seiner Überzeugung seinem „guten, konstanten Team“ zu verdanken. Die Ehefrau ist von Anfang an in der Verwaltung und Organisation tätig. Eine Mitarbeiterin, die eigentlich schon in Rente ist, arbeitet nach 35 Jahren immer noch mit, eine weitere seit ihrer Lehrzeit – schon 20 Jahre.

„Manche Patienten sind in der dritten Generation bei uns“, freut sich Budenhofer. „Es gab und gibt auch schwierige Zeiten: Die Corona-Pandemie in den vergangenen zwei Jahren zum Beispiel, die durch deutliche Einschränkungen der Behandlungen auch ein finanzielles Problem darstellt.“

Zeit nehmen für die Patienten

Trotzdem: Budenhofer liebt seinen Beruf – auch nach über 40 Jahren. Die Furcht vor dem Zahnarzt ist nach seinen Angaben übrigens unbegründet: „Einen Großteil der Angst können wir nehmen, wenn wir den Patienten viel Zeit widmen“, stellt er fest.

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