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Neue Heimat für die Verwaltung

„Kein Prunkbau“: Einweihung des neuen Rathauses in Reichertsheim

Besichtigung der neuen Räume des Rathauses.
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Besichtigung der neuen Räume des Rathauses.
  • VonKarlheinz Günster
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Seit 2015 läuft die Planung für das neue Rathaus in Reichertsheim, seit 2021 ist es fertig. Jetzt konnte es feierlich eingeweiht werden.

Reichertsheim – Seit eineinhalb Jahre gehen die Mitarbeiter und die Besucher im neuen Reichertsheimer Rathaus ein und aus, erst jetzt war durch die Corona-Beschränkungen eine Einweihungsfeier möglich. Das alte Rathaus ist abgerissen worden, der Altbau nebenan ist nun saniert und in die Nutzung mit einbezogen.

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Bürgermeister Franz Stein bei der Einweihung des Rathauses.

Sichtlich stolz begrüßte Bürgermeister Franz Stein (Einigkeit Ramsau) seine Bürgermeisterkollegen aus den umliegenden Gemeinden, darunter Christoph Greißl aus Kirchdorf. Mit dieser Nachbargemeinde gibt es eine Verwaltungsgemeinschaft. Mit Haag und deren Bürgermeisterin Elisabeth Schätz hat sich eine Zusammenarbeit beim Standesamt bewährt, einen Schulverband unterhält Reichertsheim mit Gars, dessen Bürgermeister Robert Otter war ebenfalls anwesend. Stein begrüßte weiterhin die Bürgermeister Ullrich Gaigl aus St. Wolfgang, Georg Thalmeier aus Obertaufkirchen, Rainer Greilmeier aus Rattenkirchen und sowie Ernst Doleschal aus Aschau; außerdem Handwerker, Planer und die Mitarbeiter der Verwaltung und Landrat Max Heimerl.

Unerwartete Wendung

Zu den Ehrengästen zählten auch die Altbürgermeister Alfons Linner aus Kirchdorf und aus Reichertsheim Matthäus Huber mit dessen Nachfolgerin Annemarie Haslberger; sie hat mit dem Bau des Gebäudes besonderen Mut bewiesen, stellte Bürgermeister Stein fest. Denn zuerst war lediglich eine Sanierung vorgesehen. Dann nahm das Vorhaben durch ein großzügiges Zuschussprogramm des Landes eine unerwartete Wendung. Bis zu 90 Prozent Unterstützung waren im Gespräch, sofern damit nicht nur ein Zweckbau, sondern ein repräsentatives Gebäude im ländlichen Raum entsteht.

Diese Herausforderung, das Abstimmen der Planung mit den eigenen Vorstellungen und der Regierung mit Blick auf die Kosten, nahm der Gemeinderat gerne an, auch wenn dem das erst neu eingerichtete Sitzungszimmer zum Opfer fiel. Plante zu Beginn Andreas Maier aus Obertaufkirchen, wechselte das später zum Haager Ingenieurbüro Furch.

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Landrat Max Heimerl wusste, dass es mit zum Schwierigsten gehört „Altes und Neues miteinander zu verbinden“, das sei hier geglückt. Das Gebäude entspreche allen Anforderungen beim Energiesparen und der Barrierefreiheit, trotz allem sei es „kein Prunkbau“ geworden. Er lobte dafür das Engagement des Gemeinderates, vermisste aber grundsätzlich die Wertschätzung der Arbeit dieser Menschen, die sich für die Allgemeinheit einsetzen. Das habe sich vor allem mit den sozialen Medien geändert, jeder dürfe sich nun für alles rechtfertigen, bedauerte der Landrat, da „braucht man eine dicke Haut“.

Hinzu komme, dass der Gesetzgeber die Zusammenarbeit der Kommunen erschwere, in dem er für jede gegenseitige Leistung eine Rechnung fordert. Die Umsatzsteuer daraus sei für den Staat bestimmt, was mehr Aufwand und höhere Kosten bedeute. Grundsätzlich befand der Landrat, dass die Politik ihre Maßnahmen ausführlicher erklären dürfe, vor allem die bevorstehende Änderung bei Flüchtlingskosten, deren Unterbringung im letzten Fall nun die Gemeinden alleine zu tragen haben.

Geschichte des Gebäudes

Vom Haager Ingenieurbüro Furch erklärten Miriam Büchner und Klaus Breitreiner die Geschichte des Gebäudes. Das begann mit dem ursprünglichen Schulhaus und späteren Kindergarten im Jahr 1877, ging weiter mit dem alten Rathaus daneben und dessen späteren Abriss, da eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich erschien, was zum jetzigen Neubau führte.

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Stein erwähnte erste Pläne aus dem Jahr 2015. Dabei kam unter anderem auf, dass dabei der Bauhof aus dem Keller ausziehen muss. Die Kosten erreichten letztlich 2,4 Millionen Euro. Nur noch die Neugestaltung des angrenzenden Spielplatzes steht bevor.

Kritik hörte sich die damalige Bürgermeisterin Annemarie Haslberger an, etwa dass die Fenster viel zu groß seien, doch es habe auch „viel Verständnis“ gegeben, erzählte sie. Von der Regierung von Oberbayern brachte Larissa Reger den Zuwendungsnachweis selbst mit, das Gebäude habe man gern mit 1,3 Millionen Euro unterstützt, es sei „richtungsweisend“ geworden. Im Anschluss segneten die evangelische Pfarrerin Ruth Nun und ihr katholischer Amtskollege Pawel Idkowiak die Räume.

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