Film „Zu weit weg“

Jugend und Heimatfilm: Haager Jugendzentrum wird durch Festival wieder zu Kino

Das Organisationsteam, das im Haager JUZ über Heimat diskutierte:(vorne von links) Rainer Gottwald, Kino Utopia Wasserburg; Bürgermeisterin und stellvertretende Vorsitzende Biennale Bavaria Sissi Schätz; Vorsitzender Biennale Bavaria Günther Knoblauch; Jessica Ruzicka, Teamassistentin; (hinten von links) stellvertretende Vorsitzende Biennale Bavaria Barbara Weis; Elke Grave Teamassistentin und Gabriele Friedl, Gemeinde Haag.
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Das Organisationsteam, das im Haager JUZ über Heimat diskutierte:(vorne von links) Rainer Gottwald, Kino Utopia Wasserburg; Bürgermeisterin und stellvertretende Vorsitzende Biennale Bavaria Sissi Schätz; Vorsitzender Biennale Bavaria Günther Knoblauch; Jessica Ruzicka, Teamassistentin; (hinten von links) stellvertretende Vorsitzende Biennale Bavaria Barbara Weis; Elke Grave Teamassistentin und Gabriele Friedl, Gemeinde Haag.

„Neuer Heimatfilm unterwegs“: Auch Haag war dabei als Veranstaltungsort des Festivals. Im Jugendzentrum wurde der Film „Zu weit weg“ mit dem Schwerpunktthema „Kinder und Jugendliche brauchen eine Heimat“ gezeigt.

Von Michaela Schneider

Haag„Neuer Heimatfilm unterwegs“: Auch Haag war dabei als Veranstaltungsort. Im Jugendzentrum wurde der Film „Zu weit weg“ mit dem Schwerpunktthema „Kinder und Jugendliche brauchen eine Heimat“ gezeigt.

Zur Begrüßung erinnerte Bürgermeisterin Sissi Schätz daran, dass das JUZ einst ein Kino gewesen war und heute wiederbelebt werde. Kurator Joachim Kurz, verantwortlich für die Filmauswahl, erklärte, dass Heimat durch Corona wieder in den Mittelpunkt der Menschen rücke und auch für Kinder und Jugendliche ein wichtiges Thema sei.

Videobotschaft der Regisseurin

Per Videobotschaft ging auch die Regisseurin des Films, Sarah Winkenstette auf das Thema Heimat ein. Sie selbst sei sehr heimatverbunden. Ihr gehe es um die Frage, was in Jugendlichen durch den Verlust von Heimat vorgehe.

Ihr Film erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Ben und des elfjährigen Tariq, die beide – aus unterschiedlichen Gründen – ihre Heimat verloren haben. Bei Ben musste sein Heimatdorf dem Braunkohleabbau weichen und die Familie in die nächstgrößere Stadt umziehen. Hier ist Ben ein Außenseiter, nicht nur in der Schule, sondern auch im Fußballverein. Er trifft auf einen weiteren Neuankömmling in der Schule, Tariq, Flüchtling aus Syrien, der vor dem Krieg dort geflohen ist.

Auf hochsensible Weise greift der Film gesellschaftspolitische Themen auf. Bens zur Geisterstadt gewordenes Heimatdorf erzeugt ein beklemmendes Gefühl beim Zuschauer, man fühlt Bens Verlust. Tariq kommt im ersten Moment besser in der Schule und im Fußballverein zurecht. In einigen Szenen zeigt sich aber deutlich der Schaden, den Tariqs Seele durch Krieg und Flucht erlitten hat.

Abschließend lud Kulturmanager Peter Syr die Zuschauer zur Diskussion ein. Auf die Frage, ob die Veränderung der Heimat gut oder schlecht wäre, antwortete Thomas Sax (Haag aktiv) es müsse immer weitergehen, Veränderung sei wichtig. Florian Haas (Dritter Bürgermeister Haag) fügte hinzu, man müsse die Leute mitnehmen.

Etablierte Parteien müssen sich um Jugend bemühen

Die langjährige Haager Jugendreferentin und Gemeinderatsmitglied Eva Rehbein antwortete auf die Frage, wie man Kinder und Jugendliche einbeziehen könne, „man muss sie gestalten lassen und dazu animieren, Teil des Ganzen zu werden“. Sie fügte hinzu, das JUZ sei auch einst aus einem Jugendbeirat entstanden: „Die Jugendlichen brauchen etwas, wofür sie brennen.“

Zur Frage, ob man Jugendliche wählen lassen sollte, folgte ein klares „Ja“. Die etablierten Parteien müssten sich dann mehr um die Jugendlichen bemühen, so Haas.

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