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Josefitag am 19. März

Josefsaltar in der Wasserburger Frauenkirche gibt Rätsel auf

Das Altarblatt mit dem Heiligen Josef könnte vom Wasserburger Maler Gregor Sulzböck stammen.
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Das Altarblatt mit dem Heiligen Josef könnte vom Wasserburger Maler Gregor Sulzböck stammen.

Der Namenstag des Heiligen Josef ist am 19. März. Warum der Josefsaltar in der Wasserburger Frauenkirche bis heute Rätsel aufgibt.

Von Ferdinand Steffan

Wasserburg – In seinem Testament hatte der am 29. Januar 1690 verstorbene Pfarrer Melchior Jegg 250 Gulden für die Errichtung eines Altares zu Ehren des Heiligen Josefs in der Frauenkirche hinterlassen. Seine in bestem Latein abgefasste Grabinschrift an der Südseite des Portals zum Altstadtfriedhof nennt ihn „einen besonderen Verehrer und Gefolgsmann des hl. Josef, zu dessen Ehre er diesen Altar errichten ließ“. In seinen Ausführungen zum Legat hatte er neben dem Standort verfügt, dass „die Von Silber gemachte Statua oder Bildnus Sancti Josephi, samt dem Postament mit dem Silbern plat der heyl. Dreykönigin“ in den Altar kommen sollte und davor „ein gemahltes plat, Von gueter Kunst der geburth, heyl: König, oder Sancti Josephi, welches an hochen Fessten Kann abgenommen werden“, wie dies am Eugenia-Altar der Pfarrkirche üblich ist.

Bild verschwand in Kriegszeiten vorübergehend

Hinter dem auf Leinwand gemalten Bild des Heiligen Josefs, das erst 1957/58 wieder in den Altar eingebaut worden war, befand sich also eine Nische mit der Silberstatue des Namenspatrons und einer Darstellung der Heiligen Drei Könige auf dem Sockel, wobei natürlich der Name eines der Könige an den Stifter Melchior Jegg erinnerte.

Mittels eines Mechanismus dürfte das Gemälde versenkbar oder aufrollbar gewesen sein. Vermutlich im Zug der napoleonischen Kriege musste die kostbare Figur als Kriegstribut abgeliefert werden, sodass eine Verwandlung des Altars keinen Sinn mehr machte und das Gemälde dauerhaft im Altar befestigt wurde.

Der Grabstein des Geistlichen Melchior Jegg, der den Josefsaltar in der Wasserburger Frauenkirche gestiftet hat.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das barocke Bild gegen eines im Nazarenerstil ausgetauscht und verschwand in einem Depot, wo man es Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckte.

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Mit den beiden Seitenfiguren des Heiligen Joachims und der Heiligen Anna, den Eltern Marias und damit Schwiegereltern des Heiligen Josef, bildet das Retabel eine thematische Einheit. Da der Altar eine private Stiftung war, gibt es keine Vermerke zu den Kosten und Künstlern in den Kirchenrechnungen, sodass nur Mutmaßungen möglich sind. Für die Bildhauerarbeiten könnte noch Adam Hartmann (gestorben 1693) oder schon dessen Sohn Georg Ferdinand (Bürgeraufnahme 1693) infrage kommen. Als örtliche Kistler waren Oswald Marstaller (gestorben 1692) und Michael Lechenpaur (ab 1676) tätig. Da in den späten 1690er-Jahren der Maler Gregor Sulzböck (gestorben 1698) für die Frauenkirche am Hochaltar von 1696 arbeitete – am Hintergrundbild und dem Heiligen Nikolaus im Auszug 1697 – könnte er auch das Gemälde für den Josefsaltar geschaffen haben. Da eine Signatur fehlt, bleibt es eine Zuschreibung, wobei Sulzböck ganz unterschiedliche Stile angewandt hat.

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