Was vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung stand: „Wenn ich Patient wäre, würde ich ausflippen“

Von Laura Hofner. Wasserburg.

– Nach anfänglicher Hektik sei wieder Ruhe eingekehrt, beschreibt Albert Seitz, Leiter des Wasserburger Caritas-Zentrums, die Situation, seit am 1. April die Pflegeversicherung in Kraft getreten ist. Noch nicht gelöst ist das Problem, „dass wir zur Zeit pflegen, ohne zu wissen, was wir dafür bekommen.“ Klarer sieht man bei der Sozialstation mittlerweile, dass, anders als erwartet, die Zahl der Patienten gleichgeblieben ist. Ursprünglich war man bei der Caritas davon ausgegangen, dass doch einige, deren Pflege des Familienangehörigen zuhause mit Inkrafttreten der Pflegeversicherung besser bezahlt wird, auf die Hilfe verzichten.

„Die Angehörigen sind überfordert“, meint auch Rudi Fesl, der seit drei Jahren einen privaten Pflegedienst betreibt und ebenfalls keine Änderungen hinsichtlich der Patientenzahlen sieht. Dafür stellt er bei den Betroffenen eine zunehmende Verunsicherung fest. „Sie haben den Eindruck, alles gehe nur noch um das Geld“. Deutlicher formuliert es Albert Seitz. „Wenn ich Patient wäre, würde ich ausflippen.“ Er berät zwar Patienten und pflegende Angehörige, aber was Leistungen kosten werden, kann er nicht sagen. „Es ist alles offen“, keiner wisse, wie viel Geld für welche Leistung bezahlt werden, so Seitz, „der Teufel steckt im Detail“.

Das Training strengt an, doch alle teilnehmenden Kinder und Jugendlichen begeistert das einwöchige Trainingslager in Ungarn. Seit Jahren organisiert Herbert Huber vom Schachklub Wasserburg während der Osterferien Schachtraining in Kecskemét, eine Autostunde südlich von Budapest. In diesem Jahr umfasste die Gruppe vor Ostern 16 Teilnehmer, die Gruppe nach Ostern sogar 24. Sie kommen aus verschiedenen Vereinen des Landkreises, teilweise beteiligen sich auch Eltern und Betreuer am Training in deutscher und englischer Sprache. Die ungarischen Trainer haben wertvolle Erfahrung durch ihre Arbeit mit den drei weltbekannten Polgar-Schwestern und dem jüngsten Schachstar Peter Léko. Neben dem mehrstündigen Schach-Tagesprogramm kommt im Trainingslager aber auch die Freizeit nicht zu kurz.

München – Zu viele Abiturienten ohne ausgeprägte Neigungen für eine Fachdisziplin entscheiden sich für die Juristerei. Noch nie waren die Juristischen Fakultäten so überfüllt. Allein in Bayern gibt es über 18 000 Jurastudenten, doppelt so viele wie vor 20 Jahren. Experten meinen: „Auf dem Arbeitsmarkt ist für eine solche Menge von Juristen kein Platz.“

Kuala Lumpur – Auf der Insel haben die zweitägigen Wahlen für das malaysische Bundesparlament begonnen. Um die 125 000 Wahlberechtigten in den entlegenen Regenwaldgebieten der drittgrößten Insel der Welt zu den Abstimmungslokalen zu bringen, standen 22 Hubschrauber, ein Flugzeug, 695 Boote und 1906 Motorfahrzeuge zur Verfügung. Trotzdem kamen viele Menschen mit dem Einbaum zur Stimmabgabe oder erreichten die Wahllokale nach stundenlangen Fußmärschen.

Hamburg – Fast die Hälfte der Deutschen empfindet das Zeitalter der Telekommunikation als Bedrohung. „Man fühlt sich förmlich überrollt“, gaben 48 Prozent einer Repräsentativbefragung an. Besonders Familien mit Jugendlichen im Haushalt und die ältere Generation über 50 Jahre haben laut der Studie Angst vor der Medienflut. Selbst mehr als ein Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 29 geben zu, den Überblick verloren zu haben.

Washington – Forscher wollen in der russischen Raumstation Mir mit Experimenten herausfinden, wie sich die Schwerelosigkeit auf das Wachstum von Vögeln auswirkt. Dazu wurden einige befruchtete Wachteleier mit einer speziellen Lösung konserviert, die das weitere Wachstum stoppt, teilte die US-Weltraumbehörde NASA mit. Die konservierten Eier sollen im Juni an Bord der US-Raumfähre Atlantis zur Erde zurückgebracht werden. Weitere Eier verbleiben zur Beobachtung im All.

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