Vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung: Molkerei Bauer baut Regallager

Rotts Altbürgermeister Josef Altingerüberreichte vor 25 Jahren Fahrräder an fleißige Blutspender. re/Archiv
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Rotts Altbürgermeister Josef Altingerüberreichte vor 25 Jahren Fahrräder an fleißige Blutspender. re/Archiv

Die Molkerei Bauer baut in Wasserburg ein neues Hochregallager, das das Landschaftsbild der Stadt nachhaltig verändern wird. Fleißige Blutspender aus dem Wasserburger Raum können dank der Verlosung von Fahrrädern Landschaft und Natur noch besser genießen. Was sonst noch vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung stand, lesen Sie hier.

Von Laura Hofner

Wasserburg und die Welt – Dass das geplante 27 Meter hohe Regallager der Molkerei Bauerin der Tegernau „das Landschaftsbild nachhaltig beeinträchtigt“, wie es die Stadtverwaltung formulierte, das war unumstritten. Trotzdem gab es keine Gegenstimme im Stadtrat, der sich im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens mit dem Bau beschäftigen musste. Für die Joghurt-Produktion will die Firma Bauer ein vollautomatisches Kühl-Hochregallager im Anschluss an sein Firmengelände Richtung Priener Straße bauen. Es wird durch eine Förder-Brücke mit dem Werksgelände verbunden. Mit 27 Metern soll das neue Lager ungefähr so hoch werden, wie die sogenannten Punkt-Häuser nebenan im Burgerfeld. Damit werde man es „von allen Berggipfeln sehen können“, so Fritz Armbruster. Das Bild Wasserburgs werde neu geprägt, wie auch Dr. Geiger feststellte. Trotzdem empfahl die Verwaltung die Änderung des Bebauungsplans Tegernau im Sinne des Vorhabens. Ein flacherer Bau sei mangels Fläche nicht möglich, Arbeitsplätze hier gegenüber dem Landschaftsbild vorrangig. Ganz anders sah das der Bund Naturschutz. Das Ort- und Landschaftsbild werde „untragbar“ beeinträchtigt, deshalb widerspreche das Vorhaben öffentlichen Belangen und sei abzulehnen.

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Rott – Seit 1989 bedankt sich der „Amtliche Blutspendedienst der Landeshauptstadt München“ bei seinen Spendern für ihre Hilfsbereitschaft in Form von verlosten Fahrrädern. Im Jahr 1994 war in den sieben Abnahmestellen im Wasserburger Raum insgesamt 291 Blutkonserven zusammengekommen, so dass drei der insgesamt 81 im Großraum München verlosten Räder von Bürgermeister Josef Altinger und dem leitenden Arzt der Blutspendedienste Dr. Gerhard Meyer, überreicht werden konnten. Das im Bereich Wasserburg gespendete Blut würde etwa für 100 Herzoperationen ausreichen, so Meyer oder 60 Leukämiepatienten helfen. Blutspender seien „eine der wertvollsten Stützen unserer Gesellschaft“, die Gemeinsinn stellvertretend für ihre Mitbürger demonstrierten.

Weitere Meldungen in der Woche vom 16. bis zum 22. März 1995: Tokio – Eine Serie heimtückischer Giftgasanschläge auf U-Bahn-Fahrgäste in der japanischen Millionenstadt Tokio hat 6 Menschenleben und über 3200 Verletzte gefordert. Am Abend nach der Tat schwebten noch 15 Patienten in Lebensgefahr, die das hochgiftige Nervengas Sarin in verschiedenen Linien der U-Bahn eingeatmet hatten. Sicherheitsbehörden haben noch keine Hinweise auf Täter oder Motiv. Einen vergleichbaren Anschlag hat es weltweit noch nie gegeben.

München – Die gelbe Post sorgt für neuen Ärger bei den Kunden. Viele Bürger erhalten ihre Briefe erheblich später als früher. Der Grund: Für die Postboten wird seit Jahresbeginn bundesweit nach und nach die Fünf-Tage-Woche eingeführt. Gleichzeitig werden auch die Zustellbezirke vergrößert. Die Deutsche Postgewerkschaft fordert im Interesse der Kunden und der Briefträger eine rasche Überprüfung der Neuregelung. Bisher war die wöchentliche Arbeitszeit der Briefträger von 38,5 Stunden auf sechs Tage verteilt.

Wien – Das kleinste Grammophon der Welt – es ist fünf mal 11,5 Zentimeter groß – soll den Besitzer wechseln. Das im „Guinness-Buch der Rekorde“ eingetragene Objekt ist eine der Kostbarkeiten, die am 6. April im Wiener Auktionshaus Dorotheum versteigert werden. Das Gerät mit einem Schätzpreis von rund 715 Mark ist voll funktionsfähig und spielt Tonträger mit einem Durchmesser von drei Zentimeter ab.

München – Das „Schönes-Wochenende-Ticket“ der Bahn soll nun doch nicht teurer werden. Auch am siebten Samstag und Sonntag nach der Einführung der 15-Mark-Karte reisten wieder Zigtausende mit Eil- und Nahverkehrszügen kreuz und quer durch Deutschland. Trotz erneut überfüllter Züge will die Bahn weder die Preise erhöhen noch Sonderzüge einsetzen, so ein Sprecher des Unternehmens.

New York – Frösche können in der Schwerelosigkeit des Weltraums ungehindert die ersten Stufen ihrer Entwicklung vom Ei zur Kaulquappe vollziehen. US-Forscher schließen daraus, dass wahrscheinlich auch andere Wirbeltiere – und mit ihnen der Mensch – unter den Bedingungen im All heranwachsen könnte. Im nächsten Schritt sollen Mäuse und Ratten mit in den Weltraum reisen und dort einen vollen Zyklus der Fortpflanzung durchmachen.

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