Die Eschenallee in Reitmehring stirbt – neue Bäume sollen die 100 Jahre alten ersetzen

Die Eschenallee in Reitmehring ist über 100 Jahre alt. Den Bäumen machen der Hallimasch und der Pilz Chalara fraxinea so zu schaffen, dass sie beginnen zu sterben. Über eine Ersatzbepflanzung macht sich der Wasserburger Umweltausschuss Gedanken.
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Die Eschenallee in Reitmehring ist über 100 Jahre alt. Den Bäumen machen der Hallimasch und der Pilz Chalara fraxinea so zu schaffen, dass sie beginnen zu sterben. Über eine Ersatzbepflanzung macht sich der Wasserburger Umweltausschuss Gedanken.
  • vonKarheinz Rieger
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Chalara fraxinea und Hallimasch heißen die Übeltäter. Dies beiden Pilze sind schuld am Eschensterben. Die Bäume gehen kaputt, die Standfestigkeit ist nicht mehr gesichert. Der Wasserburger Umweltausschuss setzt sich nun mit einer Ersatzbepflanzung auseinander.

Wasserburg – Seit Längerem schon bereitet das Eschentriebsterben im Stadtgebiet Sorgen. Bei einem Ortstermin befasste sich der Umweltausschuss erneut mit diesem Thema. Denn verstärkt ist derzeit auch die über 100 Jahre alte Eschenallee entlang der Bahnhofstraße in Reitmehring betroffen.

Zwei Pilze machen Eschen zu schaffen

Bei einem Ortstermin wurde deshalb beraten, wie nach und nach diese Allee ‚umgebaut‘ werden könnte, ohne ihren Charakter zu stark zu verändern. Einig waren sich die Mitglieder des Umweltausschusses allerdings nur darin, dass etwas geschehen müsse. Die Art der Erneuerung und die Auswahl der geeigneten Ersatzbäume legte man schließlich in die Hände von Andreas Wilhelm, seines Zeichens Spezialist für ökologischen Landbau. Zur nächsten Umweltausschuss-Sitzung im Herbst soll er ein Konzept vorlegen, wie nach und nach das Problem mit dem anstehenden Ersatz der 60 betroffenen Alleebäume gelöst werden könnte.

Triebe vertrocknen

Deutlich zu sehen sind die abgestorbenen Äste entlang der Bahnhofstraße, zum Teil sind die Baumkronen schon arg ausgelichtet. Schuld daran ist eine Nebenfruchtform des Stengelbecherchen, Chalara fraxinea, ein Pilz, der an jungen und alten Eschen gleichermaßen die Leitungsbahnen befällt und damit für ein Vertrocknen der Triebe sorgt.

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Handlungsbedarf war im Vorfeld bereits vonseiten der Kreisfachberatung für Gartenbau signalisiert worden.Umweltreferent Lorenz Huber (Bürgerforum) verwies zudem auf weitere Folgen der Schädigung durch das Absterben der Wurzelbereiche durch einen weiteren Pilz, den Hallimasch. Dieser sorgt bei geschwächten Bäumen dafür, dass letztlich die Standfestigkeit einer Esche so vermindert wird, dass sie bei geringstem Wind umstürzen kann.

Bauhofleiter Alexander Murner informierte die Anwesenden darüber, dass jeweils drei bis vier der am stärksten geschädigten Eschen pro Jahr entfernt worden seien, in Zukunft aber nach der nächsten Baumkontrolle wohl zehn bis 15 gefällt werden müssten. Das heiße aber auch, dass man sich rechtzeitig um eine Nachpflanzung kümmern müsse, um größere Lücken zu vermeiden.

An den Klimawandel denken

Über deren Form konnte man sich schließlich vor Ort nicht einigen. Während sich Bettina Knopp (Bündnis90/Grüne) eher eine einheitliche Allee-Bepflanzung wünschte, wandte Norbert Buortesch (Bürgerforum) ein, dass es zwar schön wäre, die gleiche Baumart zu pflanzen, man mache diese aber dann wieder zum Spielball spezialisierter Schädlinge. Christian Flemisch (ÖDP) wies auf die Geschichtsträchtigkeit der Allee hin und darauf, dass zum Beispiel Linden insektenfreundlicher als andere Baumarten seien. Wolfgang Schmid (CSU) konnte sich gar Kastanien vorstellen, Lorenz Huber (Bf) brachte auch die Ulme ins Spiel. Baumkenner Andreas Wilhelm empfahl vornehmlich, Bergahorn zu verwenden. Deren Stammumfang sollte 18 – 20 Zentimeter haben, da dann noch ausreichend Platz für das Pflanzloch zwischen Gehweg und Straße vorhanden sei. Die Resistenz der neuen Bäume sollte sich auch an den veränderten Anforderungen durch den Klimawandel orientieren.

Bewässerung in Trockenzeiten

Letztlich stand auch zur Diskussion, ob man verschiedene Baumarten im Wechsel oder in einzelnen Sektoren der Bahnhofstraße zwar die gleiche Bepflanzung favorisieren, die einzelnen Abschnitte aber unterschiedlich gestalten sollte. Auch eine mögliche zusätzliche Bewässerungsmöglichkeit in Trockenzeiten wurde erwogen.

Schließlich erfolgte einstimmig der Beschluss, die Eschenallee umzubauen und auch wegen der Verkehrssicherungspflicht gefällte Eschen durch zwei bis drei heimische Ersatzbaumarten sukzessive zu ersetzen. Zur Art der Baumverteilung und Baumarten soll nun Andreas Wilhelm zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses im Herbst eine Planung vorlegen.

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