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Bürgermeister übernimmt kommissarisch

Jagdgenossenschaft Zillham führungslos

Bürgermeister Paul Dirnecker
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Bürgermeister Paul Dirnecker
  • VonMartin Voggenauer
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Der erste Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Zillham, Franz Lechner, tritt zurück. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. So geht es mit dem Verein jetzt weiter.

Schonstett – Aus gesundheitlichen Gründen kann der erste Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Zillham, Franz Lechner, das Amt nicht mehr ausüben. In der Jahresversammlung der Genossenschaft im Gasthaus Heitmayer in Schonstett war keiner der anwesenden Jagdgenossen bereit, diesen Posten zu übernehmen.

Auch Luitpold Maier als zweiter Vorsitzender winkte ab, da er als aktiver Jäger der Genossenschaft Interessenkonflikte vermeiden wolle. Nun muss Bürgermeister Paul Dirnecker dieses Amt kommissarisch ausüben. Dirnecker erklärte dazu, dass er in den nächsten Wochen einige Gespräche führen werde, um diesen Vorstandsposten neu zu besetzen.

40 Stück Schwarzwild erlegt

In seinem Rückblick auf die vergangenen beiden Jahre – pandemiebedingt war letztes Jahr die Versammlung ausgefallen – dankte Maier den Helfern bei der Instandsetzung der Wege und insbesondere der Straße in Zillham. Für die Kiesaktion hatten die Jagdgenossen 2.000 Euro zur Verfügung gestellt. Der geforderte Abschuss von 270 Stück Rehwild in den letzten drei Jahren wurde lediglich um neun Stück verfehlt. Dafür wurden 40 Stück Schwarzwild erlegt.

Problematisch ist weiterhin die Verbissbelastung. Das Gutachten bescheinigte eine Verschlechterung in den letzten drei Jahren. Besonders hoch sei der Verbiss im Bereich von Aham. Dazu erklärten die Jäger, dass dies auf die zu geringe Bejagung im Nachbarbezirk zurückgeführt werden könne. Laut Nachfrage beim Landratsamt sei man bei dem geforderten Abschuss von 12 Stück Rehwild je 100 Hektar naturschutzrechtlich schon am oberen Rand angelangt auf der anderen Seite ist der Verbiss nicht tragbar. Ohne Schutzmaßnahmen komme kaum etwas hoch. Schutzzäune wiederum seien eher kontraproduktiv und sehr teuer.

Trotzdem einigte man sich nach einer kontrovers geführten Diskussion darauf, den geforderten Abschuss zu belassen. Die Belastung in Zillham mit Schwarzwild ist enorm. Hier spreche man nicht mehr von Wechsel – sondern von Standwild so Maier. Die Jagd sei schwierig und ungemein zeitintensiv – für eine erlegte „Sau“ ist durchschnittlich eine Ansitzzeit von 60 Stunden nötig. Die Genehmigung der Nachtsichttechnik sei hier eine enorme Erleichterung und zwei Jäger haben die nötigen 5.000 Euro in Nachtsichtgeräte investiert. Gegenüber dem Frühjahrsbestand vermehren sich die Wildschweine im Jahr um 300 Prozent – gar nicht auszudenken der Schaden, wenn die 40 Stück in den letzten drei Jahren nicht geschossen worden wären. Auch deshalb seien die Schäden nicht mehr geworden, das Problem wäre aber deshalb nicht gelöst.

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Eines müsse jedem Jagdgenossen auch klar sein, so Maier, wenn die verursachten Schäden geltend gemacht würden seien die Rücklagen der Genossenschaft rasch aufgebraucht. Nun solle zumindest der Grassamen bezahlt werden – dafür stellt die Vorstandschaft 500 Euro zur Verfügung.

Vorstandschaft entlastet

Der Kassenbericht von Johann Obermaier fiel durchwachsen aus. Zwar konnten die Ausgaben von den Einnahmen abgedeckt werden, trotzdem verblieb nur ein geringer Überschuss, obwohl die Kosten für das Rehessen nicht anfielen.

Kassenprüfer Anton Bachleitner bestätigte eine ordnungsgemäße Führung der Kasse, die Entlastung erfolgte einstimmig. Auch aufgrund der Zahlen wird die Jagdpacht ab nächstem Jahr leicht angehoben. Die Jägerschaft war zwar darüber nicht glücklich, stimmte aber trotzdem zu. Die Jagdgenossenschaft übernimmt dafür weiterhin die Kosten für die Berufsgenossenschaft und das Rehessen.

Anschließend diskutierte die Runde ausführlich zum Thema der Rehwildrettung. Die Anschaffung von Vergrämungsstäben wurde vorläufig zurückgestellt. Jetzt kenne man die meisten Plätze, dann würden sich die Rehe neue suchen, so die Befürchtung. Die Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildkamera sei ungemein kostenintensiv – etwa 6.000 Euro pro Stück zuzüglich der laufenden Kosten – und dann benötige man Personen, die die Drohnen bedienen könnten.

Die Wildtierhilfe Amerang erhält eine Spende von 250 Euro – man verspricht sich dafür weitere Unterstützung. Problematisch sei aber immer der enge Zeitkorridor. Abschließend einigte man sich darauf, in der nächsten Versammlung über die Eigenbewirtschaftung zu diskutieren. Mancher wünscht sich wieder eine Rückkehr zur Verpachtung. Als Termin für das Rehessen wurde Freitag, 13. Mai, festgelegt.

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