Angst vorm Lockdown geht um: Wasserburger kaufen jetzt schon für Weihnachten ein

Weihnachtliche Artikel stehen in einigen Geschäften schon jetzt im Regal, Wochen früher als noch im vorherigen Jahr.
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Weihnachtliche Artikel stehen in einigen Geschäften schon jetzt im Regal, Wochen früher als noch im vorherigen Jahr.

Die Lebkuchen liegen in den Regalen. Einige Schaufenster sind bereits geschmückt. Sechs Wochen vor dem 1. Advent rüsten die Wasserburger Läden schon für das Weihnachtsgeschäft auf. Warum viele heuer früher dran sind als üblich.

Von Sophia Huber

Wasserburg –„Während der Vor-Weihnachtszeit machen wir tatsächlich immer noch unseren Hauptumsatz“, erklärt Anne Donath, Inhaberin des Spielwaren- und Geschenkeladens „Pfeiffer am Rathaus“. „Die Monate Oktober, November und Dezember sind weiterhin die wichtigsten für uns.“

Ziel: das Geschäft entzerren

In diesem Jahr wird das wohl kaum anders sein und doch ist, wie so vieles in Zeiten einer globalen Pandemie, auch im Weihnachtsgeschäft nicht alles ganz so wie sonst. „Wir merken, dass die Leute viel früher einkaufen“, sagt Donath. „Die Menschen haben einfach Angst, dass die Läden wieder schließen müssen.“

Tatsächlich würde sie unter normalen Umständen die Weihnachtsartikel erst in zwei oder drei Wochen ins Fenster stellen, aber dieses Jahr war sie gezwungen, die Dekoration nach vorne zu verlegen. „Die Leute haben uns die Sachen zum Teil aus den Kartons genommen“, erklärt sie. Deshalb zieren schon jetzt Wichtel und Tannenbaumdekos die Regale.

Neue Vorsichtsmaßnahmen in einigen Läden

Die Leiterin des Innkaufhauses, Sibylle Schuhmacher, hofft sogar, dass die Kunden früher kommen. „Wir würden uns natürlich wünschen, dass wir das Ganze etwas entzerren können“. Denn, wenn sich alle gleichzeitig in die Geschäfte drängen, wird es schwierig, den Abstand einzuhalten.“

Schuhmacher hat bereits Pläne, wie ein entspannter Weihnachtseinkauf ermöglicht werden kann. „Wir werden unsere Öffnungszeiten jetzt schon verlängern“, erklärt sie.

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Unter anderen Bedingungen würde das erst in einigen Wochen geschehen. Zusätzlich plant sie, noch vor der Weihnachtszeit ein Ampelsystem am Eingang einzubauen. „Dann wird den Kunden mit den Ampelfarben angezeigt, wie voll das Geschäft bereits ist.“ Das sei insbesondere wegen der Größe des Kaufhauses wichtig. „In einem kleinen Laden, in den nur fünf Personen rein dürfen, kann ich das überblicken. Aber bei uns sind es mehrere hundert.“ Zwar hätten sie auch jetzt schon ein Zählsystem über Einkaufskörbe, doch es sei auf Dauer zu kostenintensiv, täglich einen Mitarbeiter am Eingang abzustellen.

Verkauf ist wetterabhängig

Auch der Wasserburger Hagebaumarkt steckt voll in den Vorbereitungen für das Weihnachtsgeschäft. „Der Weihnachtsmarkt wird demnächst eröffnet“, berichtet Marktleiter Bernhard Christoph. Auch er bezeichnet das Weihnachtsgeschäft als sehr wichtig. „Das beschränkt sich natürlich nicht nur auf Dekorationsartikel, wir verkaufen auch Geschenke - beispielsweise Werkzeuge.“

Wie Donath hat auch er das Gefühl, dass die Kunden dieses Jahr früher kommen als im vergangenen. Jedoch liegt das seiner Meinung nach eher am Wetter. „Dieses Jahr ist es schon viel herbstlicher als im vorherigen um diese Zeit. Bei fünfundzwanzig Grad haben die Leute einfach wenig Lust, sich nach Geschenken umzusehen, aber wenn es regnet und kalt ist, dann kommen sie gerne.“

Anfang November startet Hauptsaison

Maximilian Aß, Junior-Chef der Wasserburger Markthallen, erwartet hingegen ein ganz normales Weihnachtsgeschäft. „Wir bereiten uns nicht besonders vor. Es ist wie jedes Jahr. Nur mit Maske.“ Möglicherweise könnten einige Catering-Dienste ausfallen, weil es weniger Adventsveranstaltungen gebe. Ansonsten sei alles wie immer. Das schließt den Start des Hauptverkaufs mit ein. Dieser sei ungefähr an Allerheiligen. Lebkuchen gibt es aber jetzt schon, wie ein Blick in die Auslage zeigt. „Das kommt ganz auf die Lieferanten an“, erklärt Aß.

Das Weihnachtsgeschäft in Pandemie-Zeiten beschäftigt auch die Supermärkte in Wasserburg. „Wir lassen uns überraschen“, erklärte eine Sprecherin des Edeka-Centers Singer. Es sei ganz schwierig, Vorbereitungen zu treffen. Nur der Start des Weihnachtshauptgeschäfts stehe schon fest. Dieser ist Anfang November.

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