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Öffnen mit Tests?

Jetzt ist es raus: Wasserburg ist zu klein für das Tübinger Modell

Fast Normalität: Anfang März entstand dieses Foto in der Wasserburger Hofstatt. Wäre Wasserburg eine „Modellstadt“, so wie Tübingen, wären wieder mehr Freiheiten in Sachen Einkaufen und Kultur möglich. Doch im Moment ist noch unklar, welche bayerischen Städte in Frage kommen.
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Fast Normalität: Anfang März entstand dieses Foto in der Wasserburger Hofstatt. Wäre Wasserburg eine „Modellstadt“, so wie Tübingen, wären wieder mehr Freiheiten in Sachen Einkaufen und Kultur möglich. Doch im Moment ist noch unklar, welche bayerischen Städte in Frage kommen.
  • Andrea Klemm
    VonAndrea Klemm
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Wäre es nach dem Stadtrat und Bürgermeister Michael Kölbl gegangen, hätte Wasserburg „Modellstadt“ werden können und es Tübingen gleichtun: Mit einer umfassenden Teststrategie wäre es möglich gewesen, dass Geschäfte und Lokale geöffnet haben. Leider ist die Innstadt zu klein.

Update 31. März

Wasserburg - Jetzt ist es raus: Wasserburg ist zu klein für das Tübinger Modell. Nach heutigem Stand können sich für das Modellprojekt à la Tübingen nur große Kreisstädte oder kreisfreie Städte bis 100.000 Einwohner bewerben. Wir sind weder das eine, noch das andere“, sagt Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) mit Bezug auf die jüngste Stadtratssitzung. Das Gremium hatte sich vergangene Woche angeregt über die Möglichkeit ausgetauscht, ob Wasserburg sich als Modellstadt eignen könnte.

Der Diskussionsanstoß kam von Edith Stürmlinger (Bürgerforum). Mit einer umfassenden Teststrategie sei es einer Modellstadt möglich, dass Geschäfte und Lokale geöffnet haben. In Bayern können sich acht Städte einen Platz als „Modellstadt“ bewerben. Nun ist klar: Wasserburg ist zu klein. Kölbl bezog sich auf eine Erklärung von Gesundheitsminister Klaus Holetschek, die heute Nachmittag öffentlich wurde. Inzwischen gibt es 100 Bewerber. München ist aus dem Rennen, weil es von der Einwohnerzahl her zu groß ist

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Erstmeldung

Wasserburg – Testen, testen, testen und dann ab in die Läden, Biergärten und Co. So macht es die Modellstadt Tübingen. Wer einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorweisen kann, kann wieder viele Freiheiten genießen. Begleitet wird der Modellversuch von einem Team aus Wissenschaftlern.

Konkurrenz um einen Platz

Diesen Weg möchte Wasserburg am liebsten auch einschlagen. Aber ebenso haben bereits Rosenheim, Mühldorf, Traunstein oder München ihren Hut in den Ring geworfen.

Derzeit besteht nur die Möglichkeit für zwei Städte in Oberbayern. Laut Ministerpräsident Markus Söder soll es bayernweit ab Mitte April insgesamt acht Modellregionen geben, in denen Maßnahmen für Handel und Kultur getestet werden. Es solle aus jedem der sieben Regierungsbezirke eine Stadt oder ein Landkreis mit einer Inzidenz von mehr als 100 und weniger als 150 teilnehmen – aus Oberbayern zwei, sagte Söder. Es gebe bereits mehr Bewerber als mögliche Plätze. Das große Vorbild ist Tübingen.

Kölbl in Austausch mit Lederer

Im Stadtrat stellte Edith Stürmlinger (Bürgerforum) die Idee zur Diskussion, Wasserburg könnte so etwas auf den Weg bringen. „Die Kanzlerin hat sich sehr offen gezeigt, von den Kommunen in Sachen Corona mehr Eigeninitiative gefordert. Wie zum Beispiel das sogenannte Tübinger Modell. Auch unsere Bürger fragen sich, ob etwas Ähnliches nicht auch etwas für Wasserburg wäre.“

Bei Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) rannte sie damit offene Türen ein. Er habe das Thema schon intern in der Verwaltung durch diskutiert. Er habe jüngst mit Landrat Otto Lederer (CSU) in der Sache auch schon telefoniert. Lederer wollte ursprünglich für Stadt und Landkreis Rosenheim eine gemeinsame Modellregion beantragen. Eine halbe Stunde vor der Stadtratssitzung habe ihn der Landrat schon wieder über neue Erkenntnisse informiert. „Landkreise können nicht teilnehmen“, habe ihm Lederer gesagt. Bis dato sei unklar, ob kreisfreie oder kreisangehörige Städte teilnehmen können, erklärte Kölbl. Kreisangehörige Städte haben keine Entscheidungskompetenz, was die Öffnungen in der Pandemie angeht, die hat nur der Landkreis oder die kreisfreie Stadt. „Wir als Wasserburg haben da keine Befugnis, da können wir eine noch so niedrige Inzidenz haben – die Allgemeinverfügungen für uns gibt Rosenheim vor“, so Kölbl. Ob Wasserburg rein größentechnisch infrage käme, sei auch nicht geklärt.

Bürgermeister bleibt dran

„Aber wenn, dann bräuchten wir eine App für die Kontaktnachverfolgung und so weiter“. Natürlich bleibe er am Thema dran und halte Augen und Ohren offen, so der Bürgermeister.

Norbert Buortesch (Bürgerforum): „Dranbleiben ist wichtig und dass wir als Stadt aktuell über den Stand der Dinge bescheid wissen, weil sich ja die Welt alle 15 Minuten verändert. Wenn wir auch den geregelten Öffnungsweg gehen könnten, wäre das wunderbar.“

Statistisch relevante Größe erforderlich

Heike Maas (CSU) sagte, sie stehe in dieser Sache auch mit der Abgeordneten Daniela Ludwig in engem Austausch. Aus ganz Bayern haben schon viele Städte ihr Interesse angemeldet, als Modellstadt teilzunehmen. Man sollte alle Hebel in Bewegung setzen, wenn Möglichkeiten für kommunale Regelungen entstehen. Am reinen Inzidenzwert dürfe man nicht mehr festhalten. „Wichtig ist, dass sich was vorwärts bewegt“, so Maas.

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Kölbl warf ein, dass man für das Modellprojekt eine „statistisch relevante Größe braucht. Da hat ja Rosenheim schon seine Probleme. Aber das ist nur der letzte Kenntnisstand, den ich habe“.

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