Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


„Der tägliche Viren-Wahnsinn“

Isener Schulleiter Michael Oberhofer kämpft wegen Corona an vielen Fronten

Das Thema Corona im Isener Schulalltag ist nicht nur für die Kinder eine Herausforderung.
+
Das Thema Corona im Isener Schulalltag ist nicht nur für die Kinder eine Herausforderung.
  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
    schließen

Wie ist es eigentlich, in der Corona-Pandemie eine Schule organisieren zu müssen? Michael Oberhofer, Leiter der Grund- und Mittelschule Isen, plaudert aus dem Nähkästchen. Auch wenn 95 Prozent der Eltern das Testen „voll mitgehen“, kommt es zu Situationen, „die man sich nicht ausdenken kann“.

Isen – Als am Freitag die letzten Kinder die Schule in Richtung Herbstferien verlassen hatten, dürfte Michael Oberhofer tief durchgeatmet haben. Der tägliche Wahnsinn ist für eine Woche ausgesetzt. Oberhofer leitet die Grund- und Mittelschule in Isen. Mit hunderten Lehrern kann er ein (Klage-)Lied anstimmen, wie herausfordernd Präsenzunterricht in Pandemiezeiten ist. Oberhofer und seine Schulleiterkollegen kämpfen an vielen Fronten: Tests, infizierte Kinder, Quarantäne, störrische Eltern. Und sie sind doch froh, dass die Schulen nicht zusperren müssen.

Konsequentes Testen nötig

Der Vorsitzende des BLLV-Kreisverbands will, dass das so bleibt: „Wenn wir konsequent weiter testen, können und sollen die Schulen offen bleiben.“

Lesen Sie auch: Isener Sechstklässler lernen kreatives Schreiben und surreales Denken von Schriftsteller Leonhard F. Seidl

Der Rückkehr der Maskenpflicht am Platz steht der 55-Jährige offen gegenüber: „Wo Infektionen aufgetreten sind, macht das sicherheitshalber Sinn.“ Die Kinder würden da „völlig klaglos“ mitgehen.

Hoher Krankenstand

Oberhofer kann bestätigen: Corona tobt gerade durch die junge Bevölkerung, zumal unter Zwölfjährige noch gar nicht geimpft werden können. „In der letzten Schulwoche vor den Ferien hatten wir einen hohen Krankenstand. Gut 20 Prozent der über 400 Schüler waren zu Hause.“

+++Aktuelle Nachrichten und Artikel rund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite +++

Darunter befand sich eine komplette vierte Klasse, die vom Gesundheitsamt kollektiv unter Quarantäne gestellt wurde.

Michael Oberhofer leitet die Grund- und Mittelschule Isen. Er lebt in Dorfen.

Zweimal muss sich jeder Schüler pro Woche im Klassenzimmer testen, Grundschüler mit dem PCR-Lolli-Pooltest, Mittelschüler mit einem Antigen-Schnelltest. „Das läuft gut, und wir haben hier in Isen keine Verweigerer, die deswegen daheim bleiben“, schildert der Rektor.

Auch interessant: Schulleiter im Landkreis Erding machen ihrem Corona-Ärger bei CSU-Veranstaltung Luft

Ihm macht etwas ganz anderes zu schaffen. „Zum einen gibt es immer wieder Verzögerungen bei den Ergebnissen.“ Das sei dann problematisch, „wenn man einen positiven Test hatte und beim Rest der Klasse auf Nummer sichergehen will“.

Noch schwerer wiegt für ihn „die leider hohe Zahl an PCR-Tests ohne eindeutiges Ergebnis. Denn dann muss noch einmal abgestrichen werden. Das Kind ist so lange zu Hause.“ Es sei schon vorgekommen, dass ein halbes Dutzend Tests nötig war, um Klarheit zu haben.

95 Prozent der Eltern „gehen das mit“

Die Tests sind in den Familien nicht unumstritten, „auch wenn 95 Prozent der Eltern erfreulicherweise voll mitgehen“, so Oberhofer. Dennoch komme es zu Erlebnissen, die man sich nicht ausdenken kann. „Wenn es einen positiven Fall gibt, testen wir vorsorglich auch außerhalb der Reihe die gesamte Klasse. Und nicht selten entdecken wir auf diese Weise weitere Infektionen.“ In einem Fall hätten sich tatsächlich Eltern beschwert, warum außerhalb der Reihe abgestrichen wurde.

Mit Mamas und Papas muss Oberhofer so viel kommunizieren wie noch nie. „Wir haben schon Übung darin, bei Quarantäne ganze Klassen abzutelefonieren.“ Und wenn die Isolierung tatsächlich notwendig ist, muss er sich schon mal mit Eltern auseinandersetzen, „die partout nicht einsehen wollen, dass sie ihr Kind jetzt sofort abholen sollen“. Da werde dann schon mal auf die unantastbare Betreuungszeit bis 13 Uhr verwiesen.

Lehrer werden wieder häufiger krank

Was Oberhofer und seinen Kollegen ebenfalls zu schaffen macht: Auch Lehrer werden jetzt wieder häufiger krank. „Es gibt im ganzen Landkreis keine verfügbaren Reserven“, klagt er. Das habe in Isen zur Folge gehabt, „dass wir vorübergehend aus drei zweiten Klassen zwei bilden mussten“. Und wenn eine Klasse in Heimisolation müsse, „dann hat deren Lehrer nicht frei, sondern springt an anderer Stelle ein“.

Das könnte Sie auch interessieren: BLLV-Kreisvorsitzender Michael Oberhofer aus Isen warnt vor Lehrermangel

Froh ist er über die hohe Impfrate seines Kollegiums. Sein Vorschlag: „Auch Lehrer sollten eine Einladung zur Boosterimpfung bekommen.“

Kommentare