Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Hackschnitzel aus der Region

Vertrag unterzeichnet: Isener Nahwärme-Projekt in den Startlöchern

Mit den Unterschriften wird besiegelt, dass die Isener RegioNahWärme GmbH i. G. später die Schule mit Nahwärme versorgen wird. Im Bild zu sehen sind (von links): Geschäftsleiterin Christine Pettinger, Bürgermeisterin Irmgard Hibler, Gerhard Fruth, Markus Lohmaier und Andreas Strobl.
+
Mit den Unterschriften wird besiegelt, dass die Isener RegioNahWärme GmbH i. G. später die Schule mit Nahwärme versorgen wird. Im Bild zu sehen sind (von links): Geschäftsleiterin Christine Pettinger, Bürgermeisterin Irmgard Hibler, Gerhard Fruth, Markus Lohmaier und Andreas Strobl.

Isen bekommt ein eigenes Nahwärmenetz. In den vergangenen Monaten wurde das Projekt soweit vorangetrieben, dass nun der Vertrag zwischen Gemeinde und dem Betreiber, der Isener RegioNahWärme GmbH i. G., unterzeichnet werden konnte.

Isen – Die Initialzündung für das Projekt war die Idee, die Schule im Zuge der Sanierung selbst mit umweltfreundlicher Energie zu beheizen. Wie Geschäftsleiterin Christine Pettinger erklärt, war zunächst eine Gasheizung geplant. Der Energie- und Umweltausschuss entschied jedoch, auf nachhaltige und CO2-neutrale Brennstoffe zu setzen. Dafür sollte ein Anbieter gefunden werden, der auch auf seinem Grundstück eine Heizzentrale errichtet und die Versorgungsleitungen verlegt.

Hackschnitzel statt Gas

„Wir haben das Projekt europaweit ausgeschrieben. Das mussten wir aufgrund des hohen Auftragsvolumens der Schulsanierung“, erklärt Bürgermeisterin Irmgard Hibler. Beworben haben sich zwei Anbieter, qualifiziert habe sich aber nur die Nahwärme-GmbH, die nun in Gründung sei. Der zweite Bieter, der nicht aus der Region kam, konnte die entscheidenden Anforderungen nicht erfüllen, hieß es aus der Verwaltung.

Lesen Sie auch: Ein gelbes Band an einem Obstbaum in Isen? Bitte zugreifen! (Plus-Artikel OVB-Online)

Hinter der Nahwärme-GmbH stecken Markus Lohmaier als Hackschnitzel-Erzeuger und Ideengeber, Andreas Strobl als Planer und Ingenieur sowie Gerhard Fruth. Auf seinem Grundstück am Zieglstadl soll die Heizzentrale errichtet werden.

Von dort aus beginnt ein gut isoliertes Leitungsnetz, das zunächst zur Schule gezogen wird und vorerst in die angrenzenden Straßen verzweigt werden soll. Dafür hat das junge Unternehmen bereits eine Bedarfsabfrage gestartet und Hausbesitzer im Isener Osten in den Bereichen Bergstraße, Josefsbergstraße, Ziegelstätterstraße, Gmainweg, Am Anger, Am Haning bis zur Bischof-Josef-Straße angeschrieben und zu ihrer Bereitschaft für einen Anschluss befragt. „Wenn wir wissen, wer dabei ist, können wir die Kosten genauer kalkulieren“, so Lohmaier.

Unabhängig von Ölpreisschwankungen

Angestrebt werde in jedem Fall, die Ausgaben für die Isener Nahwärme unter denen einer privaten Heizanlage zu halten. Für Nutzer habe das den Vorteil, dass die Wärme direkt ins Haus komme, die Aufwendungen für Kesselwartung oder Kaminkehrer würden entfallen. Auch die Preisschwankungen für Erdgas oder Öl spielen keine Rolle mehr, so das Unternehmen.

Das große Ziel sei es, in vielleicht zehn Jahren ganz Isen versorgen zu können, entsprechend dimensioniert wird auch die Heizzentrale. Sie verfügt über dezentrale Speicher, um auch Wärmespitzen abfangen zu können. „Im Erstausbau wird sie etwa 600 Kilowatt thermische Leistung bringen. Das lässt sich steigern, wenn mehr benötigt wird“, erklärt Strobl.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Das Isener Regional-Nahwärme-Netz soll ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen aus der Region befeuert werden. Das werden Hackschnitzel sein, die aus Holz aus der Landschaftspflege oder aus Käferholz hergestellt werden. „Es werden keine potenziellen Nahrungsmittel, wie beispielsweise Mais, genutzt und auch keine Bäume nur zur Energiegewinnung gefällt“, so Lohmaier. Die Anlage soll ausschließlich mit Hackschnitzeln laufen, ein zweiter Kessel kann beispielsweise Wartungsarbeiten zuschalten. Einen zusätzlichen Gas- oder Öl-Notkessel soll es nicht geben.

Auch die Regionalität spielt eine wichtige Rolle. „Die Schnitzel werden aus einem Umkreis von maximal 50 Kilometer angeliefert“, erklärt Strobl. Jeder angeschlossene Haushalt könne mit nachhaltiger, regionaler Energie zur Verbesserung seines CO2-Fußabdrucks und zum Klimaschutz beitragen.

Kommentare