HAUPTAUSSCHUSS

Irritationen um Künstlergagen sind in Wasserburg jetzt vom Tisch

Auch die Stadtkapelle hat auf der Bühne des Pop-up-Biergartens aufgespielt.
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Auch die Stadtkapelle hat auf der Bühne des Pop-up-Biergartens aufgespielt.
  • Heike Duczek
    vonHeike Duczek
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Der Altstadtbiergarten im Corona-Sommer 2020 war ein Publikumserfolg, keine Frage. Trotzdem gab es im Nachgang Irritationen bezüglich der Bezahlung von Künstlern, die hier auftraten.

Wasserburg – Im November hatte der Hauptausschuss schon einmal über einen Zuschussantrag des Wirtschaftsförderungsverbandes (WFV) diskutiert. Es geht um 7650 Euro für Gagen von Künstlern, die im Altstadtbiergarten im Rahmen einer Konzertreihe auftraten. Ausschussmitglieder hatten im November kritisch nachgehakt, ein WFV-Vertreter war in der Sitzung gehört, die weitere Debatte schließlich aufgrund der Tatsache, dass es sich um Vertragsangelegenheiten handelte, in den nichtöffentlichen Teil verlegt worden.

Jetzt stand der Zuschussantrag des WFV ein zweites Mal zur Abstimmung. Er hoffe, dass auf „eine epische Grundsatzdiskussion“ verzichtet werden könne, sagte Bürgermeister Michael Kölbl (SPD). Der Altstadtbiergarten habe sich rentiert, es sei darum gegangen, die unter der Corona-Krise stark leidenden freischaffenden Künstler zu unterstützen. Das sei gelungen, so Kölb.

Zu einer erneuten Diskussion kam es in der Tat nicht. Die Mitglieder wollten die Kuh vom Eis bringen. Nur Armin Sinzinger (Wasserburger Block) stimmte dem Zuschussantrag nicht zu – und zeigte damit, dass er weiterhin nicht zufrieden ist darüber, wie es gelaufen ist.

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Grundsätzlich waren sich jedoch alle mit Kölbl einig: „Der Wasserburger Kultursommer war ein großer Erfolg“ – ein attraktives Auftrittsangebot für Künstler, eine Chance für Bürger, unter strengen Hygieneauflagen Kultur zu genießen. 2021 könnte es sogar eine Wiederholung am Standort geben, deutet sich an.

Dass der Zuschussantrag jetzt erst im Nachhinein beantragt wurde, liegt anscheinend auch an der Eile, die im Corona-Sommer 2020 rund um die Versuche, den Bürgern und Gästen trotz vieler ausgefallener Feste einen Ersatz zu bieten, entstanden ist, deutete Edith Stürmlinger (Bürgerforum) in ihrer Stellungnahme als Kulturreferentin an.

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Ursprünglich sollten dazu mehrer Bands über den Sommer verteilt in der Altstadt spielen. Das ging jedoch wegen der Corona-Auflagen nicht. Deshalb der Ortswechsel auf das große, abgrenzbare freie Grundstück an der Rampe. Hier wurden zwei Veranstaltungskonzepte vereint, berichtete Stürmlinger: Das Musikangbebot von Jochen Enthammer, professionelle Bands und Künstler zu guten Konditionen nach Wasserburg zu holen, und das WFV-Konzept des Kulturbiergartens, ergänzt durch einen erfahrenen Eventmanager, Manuel Scheyerl. Die Stadt unterstützte mit 15 000 Euro für die Herrichtung des Festgeländes.

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Auf der Bühne standen Profis und Laien. Die meisten Bands spielten umsonst und ließen den Hut rumgehen – die Gage kam also vor allem durch Besucherspenden zusammen. Für die Bezahlung der hauptberuflichen Profis reichte die Zeit nicht, um einen Hauptausschussbeschluss für einen Zuschuss aus der Stadtkasse noch vor den Veranstaltungen herbeizuführen, berichtete Stürmlinger.

Der Antrag wurde deshalb im Herbst nachgeholt – und sorgte dann jedoch nachträglich für Irritationen. Es geht um die Gage für die Reihe „Sounds against Silence“ mit neun Konzerten von Profimusikern. 7650 Euro sind fällig, für die der WFV um einen Zuschuss bat. Die Stadt war sogar von 9000 Euro ausgegangen, über 2000 Euro kommen nun noch von einer Stiftung, sodass der Zuschuss noch etwa 5000 Euro ausmacht, erläuterte Kölbl. Der Ausschuss stimmte mehrheitlich zu, die Künstler kommen jetzt an ihre Gagen.

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