Irmgard Hibler: 100 Tage im Amt als Bürgermeisterin in Isen

Bürgermeisterin Irmgard Hibler an ihrem Arbeitsplatz im Isener Rathaus.
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Bürgermeisterin Irmgard Hibler an ihrem Arbeitsplatz im Isener Rathaus.

Nach 100 Tagen im Amt als neue Bürgermeisterin des Marktes Isen zieht Irmgard Hibler (Freie Wähler) eine positive Bilanz. „Ich freu‘ mich, dass ich es mit einer echt gut aufgestellten Verwaltung und einem guten Betriebsklima zu tun habe.“

Von Anne Huber

Isen – Ein Landschaftsbild von Rudolf L. Reiter lehnt noch an der Wand im Büro der neuen Isener Bürgermeisterin. So ganz zum Einrichten ihres Büros ist Irmgard Hibler (Freie Wähler) nämlich noch nicht gekommen. Doch während es an der Dekoration im Büro noch fehlt: Als Bürgermeisterin ist Hibler ist nach 100 Tagen im Amt im Rathaus angekommen.

Dass es ausgerechnet die Corona-Pandemie war, die es leichter gemacht hat, sich in das laufende Geschäft einzuarbeiten, ist für sie selbst ein wenig überraschend. Da während des Lockdowns jedoch kein Parteienverkehr im Rathaus war und noch immer kaum Abendtermine anstehen, konnte sich Irmgard Hibler Gesprächen mit Mitarbeitern und dem Studium von Akten widmen.

Gewerbesteuereinnahmen in Isen stabil

Dass man noch lange mit den Auswirkungen von Corona zu kämpfen haben wird, machen die neuesten Finanzzahlen der Kommune deutlich. „Obwohl es bei der Gewerbesteuer überraschend gut ausschaut, gibt es durch die Kurzarbeit bei der Einkommenssteuer Einbußen“, sagt die 47-Jährige. Damit erfülle der Markt Isen trotz Mindereinnahmen im Steuerbereich nicht die Kriterien „für den Topf von Herrn Söder“, bedauert sie. Die stabile Gewerbesteuer führt Hibler auf den „guten Mittelstand und die Handwerksbetriebe mit guter Auftragslage“ zurück. Obwohl die Kommune sich über die gute wirtschaftliche Lage der Betriebe freuen könne, werde ihr die Gewerbesteuereinnahme „in ein paar Jahren bei der Kreisumlage auf den Fuß fallen“, ist sie sich sicher.

Mit sozialen Folgen der Corona-Krise zurechtgekommen

Dass Isen gut mit den sozialen Folgen der Corona-Krise zurechtgekommen ist, hat die Bürgermeisterin aus Gesprächen mit der Nachbarschaftshilfe und den Sozialarbeitern der Schule erfahren. „Ich denke, dass sich die Leute untereinander geholfen haben“, meint sie.

Sie sei die falsche Ansprechpartnerin, antwortet sie auf die Frage, ob die Kommune Kinder mit Migrationsgeschichte und wirtschaftlich benachteiligten Familien unterstützen werde, die während Schulschließung und Homeschooling ins Hintertreffen geraten sind. „Das muss von anderen Stellen ausgehen“, sagt sie.

Beantragt habe die Kommune aber Fördergelder, um eine Ferienbetreuung auf die Beine zu stellen. „Der Bedarf war nicht so hoch, wie wir gedacht haben, obwohl wir Eltern aus dem ganzen Schulverband, die ihren Urlaub wegen Corona schon aufgebraucht haben, unterstützen wollten“, so die Bürgermeisterin.

Viele Bürger kennengelernt

Auch die Möglichkeit im Krisenfall mit dem Sozialpädagogen der Mittelschule, Matthias Gallenberger, telefonisch in Kontakt zu treten, sei von den Jugendlichen kaum angenommen worden. „Ich denke, auch deshalb ist es wichtig, dass der Betrieb wieder normal läuft, dann kommen Brennpunkte viel leichter zur Sprache“, ist Hibler überzeugt.

Selbst hat sie zahlreiche Gespräche mit allen Stellen geführt, zu denen in der Zeit der Rathausschließung der Kontakt wichtig war. Sogar neue Leute habe sie dabei kennengelernt, wie die Helfer der örtlichen Flüchtlingshilfe, erzählt sie. Auch bei den Gratulationen, die zunächst ausschließlich telefonisch stattfanden, habe sie mit vielen Leuten gesprochen, die sie vorher nicht gekannt habe. Inzwischen besuche sie Jubilare auch wieder persönlich, wenn es gewünscht werde.

Persönlicher Kontakt spielt große Rolle

Persönlicher Kontakt zum Bürger spielt für Bürgermeisterin Hibler eine große Rolle, wobei ihr das direkte Gespräch am liebsten ist. „Probleme lassen sich so viel leichter lösen, bevor sie sich aufgeschaukelt haben“, sagt sie. „Den persönlichen Kontakt zum Bürger sehe ich als eine Aufgabe eines Bürgermeisters“, stellt sie heraus. Vernetzt sein mit den Einwohnern, Initiativen und Vereinen sei für ihr Amt unerlässlich.

Keine Einarbeitung gegeben

Guter Kontakt ist ihr auch zu ihren Mitarbeitern im Rathaus wichtig. „Ich freu‘ mich, dass ich es mit einer echt gut aufgestellten Verwaltung und einem guten Betriebsklima zu tun habe.“ Denn wichtig sei es, im Großen und Ganzen gut informiert zu sein, bei Bedarf aber von kompetenten Mitarbeitern weitere Informationen erhalten zu können.

Einer, von dem sie Auskünfte erhalten könne, sei auch ihr Vorgänger im Amt, Siegfried Fischer. „Zwar hat es keine Einarbeitung gegeben, wenn ich aber etwas über Zusammenhänge brauche, kann ich ihn jederzeit anrufen“, sagt sie. Vor allem bei Themen und Projekten, die auch vor den Amtsantritt von Rathaus-Geschäftsleiterin Christine Pettinger fallen, sei das hilfreich. Mit Breitbandanschluss, den Neubau des Mittbacher Feuerwehrgerätehauses und den vorbereitenden Maßnahmen zur Schulsanierung seien Mitarbeiter m Rathaus derzeit vor allem beschäftigt.

Erste Schritte zu mehr Bürgerinformation – eines der großen Wahlkampfthemen – sei die Verwaltung mit dem Einstellen der Sitzungsniederschriften auf der Homepage der Kommune gegangen.

Und was sagt Irmgard Hibler privat? „Ich bin gern Bürgermeisterin“, beteuert sie. Ihre Familie unterstütze sie und „es macht Spaß – es ist so, wie ich es mir vorgestellt habe“.

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