Inventur bei der Feuerwehr Wasserburg: Planungen für den Neubau werden konkreter

Zu klein, zu eng, nicht modern genug: Das Feuerwehrhaus in Wasserburg hat ausgedient.
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Zu klein, zu eng, nicht modern genug: Das Feuerwehrhaus in Wasserburg hat ausgedient.

Der Grunderwerb ist abgeschlossen, die konkrete Planung hat begonnen: Das Feuerwehrhaus in Wasserburg nimmt – auf dem Papier – Formen an. Der Neubau ist eine Mammutaufgabe – finanziell und planerisch gleichermaßen.

Von Heike Duczek

Wasserburg – In den vergangenen Wochen fand bei der Stadtfeuerwehr eine Art Inventur statt: Alles wurde erfasst und dokumentiert – vom kleinen Bleistift bis zur großen Drehleiter, berichtet der zweite stellvertretende Kommandant Stefan Gartner. Schließlich gehe es darum, den Raumbedarf im zukünftigen Feuerwehrhaus zu ermitteln.

Spezielle Aufgaben – mehr Raumbedarf

Es wird quasi um die Fahrzeuge herumgeplant. Und da es 30 bis 50 Jahre Bestand haben soll, muss nicht nur die aktuelle, sondern auch die zukünftige Ausstattung mit einberechnet werden. Dabei hilft der Feuerwehrbedarfsplan, den die Einsatzkräfte gemeinsam mit einem Fachbüro erstellt haben. Er gilt bis 2025.

Tatsache ist: Die Feuerwehr Wasserburg hat mehr Raumbedarf als üblich, denn sie hat auch eine überörtliche Funktion. Sie übernimmt im nördlichen Landkreis Rosenheim besondere Aufgaben. Beispiel: die Atemschutzwerkstatt. Hier befüllen auch Feuerwehren aus dem Umkreis ihre Flaschen, lassen ihre Geräte prüfen. Beispiel Drehleiter: Sie wird zur Rettung in der Höhe eingesetzt, rückt pro Woche etwa zwei Mal auch zur klassischen Personenrettung aus. Beispiel Hochwasserschutz: Hier ist die Feuerwehr Wasserburg mit Fahrzeugen ausgerüstet, die auch landkreisweit im Einsatz sind, wenn es zu Überschwemmungen kommt. Beispiel Abwehr von Chemieunfällen: Auch hier ist die Stadtfeuerwehr angesichts der vielen Industrieunternehmen in Wasserburg mit besonderen Fahrzeugen und extra geschultem Personal aufgestellt.

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Der Kreisbrandrat mischt deshalb fachlich mit bei der Planung des neuen Feuerwehrhauses. Eine erste Sitzung hat noch vor der Sommerpause stattgefunden. „Jetzt steigen wir in die konkreten Planungen ein“, teilt Bürgermeister Michael Kölbl mit. Dazu seien zwei halbtägige Workshops anberaumt worden. Hier kommen die Mitglieder der Feuerwehr-Arbeitsgemeinschaft zusammen: Sie setzt sich zusammen aus Vertretern des Stadtrates, der Stadtverwaltung, der Feuerwehr der Stadt und des Landkreises und des Feuerwehrreferenten sowie des Büros, das den Feuerwehrbedarfsplan erstellt hat.

Studie für Reitmehring geplant

Dieser sagt klar aus: Oberste Priorität hat in Wasserburg der Neubau in der Stadt auf dem Gelände der Gärtnerei Hirneiß, wo derzeit noch der Altstadtbiergarten ansässig ist. Priorität zwei: eine Lösung für das Feuerwehrhaus Reitmehring. Neu-, Um- oder Erweiterungsbau? Der Fachplaner hat nach Informationen von Kölbl den Auftrag bekommen, eine Studie zu erstellen. Sie soll auch die Frage beantworten, ob ein anderer Standort in Reitmehring besser wäre als der jetzige an der Schule.

Hilfsfrist wichtigste Komponente

Ob Wasserburg oder Reitmehring: Beim Bau von Feuerwehrhäusern steht immer die Hilfsfrist im Mittelpunkt. Innerhalb von zehn Minuten nach dem Eingang des Alarms muss der Einsatzort erreicht sein. Eine sportliche Aufgabe, die dafür sorgt, dass der Neubau der Feuerwehr Wasserburg nicht auf der grünen Wiese vor den Toren der Stadt stattfinden kann, sondern im Zentrum stattfinden muss. Wasserburg bietet aufgrund von zwei Kliniken sowie mehreren Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und wegen der vielen hohen Altstadthäuser unter Denkmalschutz besondere Herausforderungen für die Einsatzkräfte.

Bewährt hat sich bereits jetzt bei der Vorplanung des neuen Feuerwehrhauses die Tatsache, dass der neuer Kommandant Niko Baumgartner Berufsfeuerwehrler in München ist, sagt Stellvertreter Gartner.

Eine erste Kostenschätzung hatte Bürgermeister Michael Kölbl bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Wasserburg im Januar in den Raum gestellt: 15 Millionen Euro.

Noch ist hier ein Pop-up-Biergarten, bald entsteht an der Rampe das neue Feuerwehrhaus.

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