Ingrid Heyn muss zu ihrem 80. auf ein Fest verzichten

Blickt auf 80 Lebensjahre zurück: Ingrid Heyn.

Wasserburg – Es hätte ein großes Fest geben sollen, aus Anlass ihres 80.

Geburtstags. Leider hat Corona es verhindert, auch das Gespräch mit der Zeitung konnte Ingrid Heyn nur telefonisch führen. „Schön wär’s, wenn wir eine Tasse Kaffee hätten trinken können“, bedauert die Jubilarin. Die Feier wird nachgeholt, hat sie ihrer Familie versprochen – darunter zwei Töchter, drei Enkelkinder und vier Urenkel. Die Angehörigen wollten sie besuchen. So gaben sie ihr zu Ehren vor der Haustür eine kleine Sangeseinlage. Und per Videotelefonie konnten sie miterleben, wie sich die Jubilarin über einen selbstgedrehten Film freute – eine dreiviertel Stunde mit Erinnerungen an ihr Leben.

„Jeder ist in dem Video zu Wort gekommen, das war sehr ergreifend, sehr schön“, erzählt Ingrid Heyn, die sich über jede Menge Blumen und viele Anrufe von Gratulanten freute. „Ich bin sehr reich beschenkt worden.“

In den letzten Wochen hat Corona freilich einen Schatten auf ihr Leben geworfen. „Aber das haben wir in der Familie überstanden, es geht allen wieder gut, das ist kein Thema mehr, es hat sich Gott sei Dank erledigt.“ Ingrid Heyn selbst ist nicht erkrankt, lebt aber gerade in einer selbst auferlegten Quarantäne.

Ihren 80. Geburtstag hat sie zum Anlass genommen, auf ihr Leben zurückzublicken. „Ich bin mitten im Krieg in Jena geboren. Ich kann mich gut erinnern an die Bombenangriffe, an die Feuer überall.“ 1946 kam sie in die Schule, Unterricht war nur provisorisch möglich. Es sind schlimme Erinnerungen, die jetzt auf einmal in ihr hochkochen. In Thüringen arbeitete sie erst als Zahnarzthelferin, dann als Krankenschwester.

Nach Bayern kam sie, als sie knapp 50 war. Erste Stationen waren Grassau und Brannenburg, wo sie ihren zweiten Mann kennenlernte, dann ging es 1999 nach Wasserburg. Gearbeitet hat sie als Krankenschwester bis zu ihrem 65. Lebensjahr – und länger noch als Aushilfe in einem Pflegedienst. Seit 2003 ist sie verwitwet, und im Februar ist auch noch ihr Hund gestorben, ein Zwergpudel. Doch Ingrid Heyn ist trotz allem eine lebensfrohe Frau geblieben: „Im Burgerfeld fühle ich mich sehr wohl.“

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