„Inakzeptabel“ – die Zustände am Eiselfinger Wertstoffhof

Sollte sich das Verhalten der Anlieferer beim Eiselfinger Wertstoffhof nicht bessern, könnte der Betrieb im Juli ganz geschlossen bleiben, war bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Eiselfing zu hören.
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Sollte sich das Verhalten der Anlieferer beim Eiselfinger Wertstoffhof nicht bessern, könnte der Betrieb im Juli ganz geschlossen bleiben, war bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Eiselfing zu hören.

Bürgermeister Georg Reinthaler droht mit Schließung, sollte sich an den Zuständen nichts ändern. Anlieferer halten sich nicht an die Regeln. Müll fliegt über den Zaun.

Von Karlheinz Rieger

Eiselfing– „Inakzeptabel!“ Mit diesem Wort könnte die derzeitige Situation rund um den gemeindlichen Wertstoffhof beschrieben werden. Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne /SPD) beließ es aber nicht bei der Kurzbeschreibung in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er listete eine ganze Reihe von Ärgernissen auf und kündigte am Ende an, wenn das im Juli so weitergehe, könne der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden, es werde die Notbremse gezogen und der Wertstoffhof geschlossen.

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Corona würde sich derzeit offensichtlich negativ auf gesellschaftliche Verhaltensweisen auswirken, begann Reinthaler seine Auflistung der aktuellen Ärgernisse und er verwies zunächst auf den Stau auf der Zufahrt an manchen Tagen bis zum Huber & Sohn wegen der strengen Hygieneauflagen für die Mitarbeiter des Wertstoffhofes. Daraus resultierten dann sogar Beschimpfungen und Bedrohungen der Mitarbeiter. Diese seien jetzt angehalten, solche zu notieren. Es würde künftig, wenn nötig, auch Anzeige erstattet.

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Zudem würden manche Leute ihren Müll einfach hinschmeißen, Kanister mit undefinierten Flüssigkeiten einfach außen abstellen, Sachen über den Zaun werfen oder sich strikt weigern, die 7,50 Euro pro Kubikmeter Müll zu bezahlen. Zusätzliches Personal sei beim Landratsamt angefordert. Im Juni laufe alles noch, die Überwachung werde aber verstärkt. Jedenfalls könne der Betrieb nicht mehr lange so weitergeführt werden, man habe schon Urlaube getauscht, um die Auflagen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zu erfüllen. Wenn nicht 3 Mitarbeiter anwesend seien, werde nicht aufgesperrt.

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Rupert Reininger (CSU) fragte daraufhin nach, ob nicht eine vorherige Anmeldung eine Lösung sein könnte, Manfred Bierwirth empfahl Platzverweise. Diese würden ausgesprochen, so Reinthaler, aber die Polizei käme meist zu spät. Josef Wagner (UWE) sah vor allem in den öffentlich zugänglichen Containern vor der eigentlichen Einfahrt ein zentrales Problem und empfahl deren Verlagerung zur Entzerrung des Verkehrs. Einen von Manfred Bierwirth angeregten Umbau mit veränderter Zufahrt wird es nach Bürgermeisterauskunft auch nicht so schnell geben, da der Landkreis der Bauherr wäre und das alte Planungsbüro seine Arbeit eingestellt habe. Die neuen Planungen zu einer Durchfahrt liefen zwar, aber die nötigen Mittel der Umsetzung müssten auch erst in den Kreishaushalt eingebracht werden. Das dauere.

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Wie viele zusätzliche Wertstoffinseln es im Gemeindebereich gäbe, fragte Helmut Stadler (Grüne /SPD) nach. Diese könnten die Anlieferungssituation entzerren, wenn wir weitere Stellplätze hierfür bekommen, stellte Reinthaler fest. Jedenfalls seien über 90 Prozent der Nutzer des Wertstoffhofes Eiselfinger. Eine ideale Lösung wurde nicht gefunden, das Schließen des Wertstoffhofes bei Anhalten der unzumutbaren Zustände blieb aber deutlich als Mahnung im Raum stehen. Weiteres solle, so regte Ulrich Hemmer (Grüne/SPD) schließlich an, auch im Gemeindeblatt bekannt gegeben werden.

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