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Aus dem Umweltausschuss

In Wasserburg ist die Biotonne ein Erfolgsmodell: Der Restmüll wird dadurch weniger

Seit Einführung der Biotonne im Jahr 2018 verursachen die Wasserburger weniger Restmüll.
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Seit Einführung der Biotonne im Jahr 2018 verursachen die Wasserburger weniger Restmüll.
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Der Restmüll kommt in Wasserburg seit 1999 auf die Waage – und geht seither stetig zurück. Es gibt auch eine Papier- und eine Biotonne. Wer seinen Abfall sauber trennt, kann bei den Müllgebühren ordentlich sparen.

Wasserburg – Bei Einführung des Wiegesystems verursachte der durchschnittliche Wasserburger noch 131,29 Kilo Restmüll pro Jahr. 2016 wurde die Papiertonne eingeführt, der Restmüll wurde dadurch weniger.

Vortrag im Umweltausschuss

„Da waren es 127,50 Kilo pro Einwohner und Jahr“, sagte Bernhard Schachner von der städtischen Abfallwirtschaft im Umweltausschuss. Die Biotonne gibt es seit 2018; da lag der Restmüll bei 86,48 Kilo pro Einwohner/Jahr. Für das Jahr 2020 gibt Schachner 91,09 Kilo je Einwohner/Jahr an.

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Die Gesamtabfallmenge (inklusive Wertstoffe, Restmüll und Bioabfälle) lag im vergangenen Jahr bei 416,86 Kilo per Einwohner/Jahr (im Vergleich: 2019 waren es 395,39 Kilo). Das Aufkommen habe durch die Pandemie zugenommen, weil die Leute zwangsläufig daheim sind und mehr kochen, so Schachner.

Die Abfälle zur Beseitigung (Restabfall/Sperrabfall) stiegen von 2019 auf 2020 um 4,5 Kilo pro Einwohner und Jahr an und lagen bei 100,67 Kilo. Im Vergleich sind die Wasserburger da „nicht schlecht“: Bayernweit lag die Menge im Jahr 2019 bei 160,3 Kilo – in der Innstadt im selben Jahr bei 96,24 Kilo.

Im Lockdown auch mehr Biomüll

Die Abfallmenge bei den Wertstoffen stieg 2020 gegenüber 2019 um etwa 17 Kilo an. Im Vergleich mit 2017 erhöhte sich die Menge um 80 Kilo pro Einwohner/Jahr.

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Beim Restabfall sagte Schachner, die Menge hat 2020 zugenommen: um vier Kilo im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber 2017 ist sie jedoch um 33,33 Kilo pro Einwohner/Jahr gesunken. „Wasserburg ist in einem sehr guten Bereich“, so Schachner. Im Jahresverlauf (2017 bis 2021) sei klar ersichtlich, dass bei den Restabfallmengen im Februar die geringsten Sammelmengen erreicht werden und im Juli die höchsten. Die Lockdown-Monate in 2020 und 2021 haben sich nur gering ausgewirkt.

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„Beim Bioabfall geht noch was“, sagte Schachner, stellte aber auch die erfreuliche Entwicklung heraus, dass die Leute hier fleißig Biomüll trennen. 2019 waren es 75,85 Kilo Biomüll und im Jahr darauf 85,28 Kilo (Einwohner/Jahr). Die bayerische Vergleichsmenge liegt bei 56,50 Kilo.

Wer Komposthaufen hat, braucht keine Biotonne

Beim Biomüll machen sich die Lockdown-Monate bemerkbar: Die Mengen stiegen teilweise um 25 Prozent an. Leider landen immer noch Bioabfälle in der Restmülltonne, „weil manche Leute zu faul zum Trennen sind“, so Schachner. Demnach befinden sich laut der letzten Restabfallsortieranalyse von 2019 rund 26 Prozent organische Abfälle in den Restabfalltonnen. Dies entspricht rund 300 Tonnen jährlich. Schachner rechnet das Potenzial den Grundstücken zu, die von der Biotonne befreit sind, weil sie etwa einen Komposthaufen haben.

Entsorgen in Biotonne kostet nichts

„Das ist doch ungeschickt. Das Entsorgen in der Biotonne kostet nichts, in der normalen Tonne schon, weil die dann mehr wiegt und mehr kostet“, stellte Bettina Knopp (Grüne) fest.

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Schachner sagte, auch im Rathaus – hier gibt es 30 bis 40 Mitarbeiter – wurde die Abfallmenge ausgewertet. Auch das Rathaus hat eine Biotonne und seither hat sich die Restabfallmenge mehr als halbiert. Pro Mitarbeiter fallen etwa 10 Kilo Bioabfall im Jahr an. Weil wegen Corona einige Mitarbeiter im Homeoffice sind, ist der Bioabfall von 2019 von 427 Kilo auf 354 Kilo zurückgegangen.

Wiegenschleusen an Wohnanlagen

An manchen großen Wohnanlagen gebe es „Wiegenschleusen“, in die die Bewohner ihre Sackerl mit Hausmüll werfen, der gebührenpflichtig ist und ihrer Wohnung zugerechnet wird. Das sei, so Schachner, auch ein guter Anreiz, den Bioabfall getrennt und kostenfrei zu entsorgen.

Die Papiersammelmengen sind gewichtsmäßig nach wie vor am Sinken: 2020 waren es 68,39 Kilo/Einwohner/Jahr (im Vergleich 2007 waren es 112,10 Kilo). Volumenmäßig gibt es jedoch einen Anstieg. Die Packungen werden leichter, aber sind volumninöser.

Auswärtige entsorgen an gelben Containern

Leichtverpackungen – die gehören in den gelben Sack oder die gelbe Tonne – stagnieren seit 2008. Im Vergleich zu 2019 gab es 2020 einen leichten Anstieg um 2,5 Kilo auf 47,27 Kilo/Einwohner/Jahr. Der bayernweite Vergleichswert liegt bei 21,60 Kilo (2019). „Dass die Menge bei uns so hoch ist, liegt am Wasserburger Sammelsystem mit den Containerinseln, wo viele Menschen von außerhalb ihre Sachen entsorgen und auch große Mengen Restmüll da reinwerfen, wo er nicht hingehört“, so Schachner.

Ein Beschluss war nicht zu fassen.

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Gebühren:

Ende 2021 werden die Gebührenüberdeckungen der Vorjahre abgebaut sein und es steht wieder eine Neukalkulation der Abfallgebühren für die Jahre 2022 bis 2024 an. Aufgrund der gestiegenen Kosten im Entsorgungsbereich muss mit einer Gebührenerhöhung gerechnet werden, so Bernhard Schachner. Die Ausgaben im Abfallgebührenhaushalt 2020 beliefen sich auf 595000 Euro für Entsorgung, 160000 Euro für Verwaltung, 130000 Euro für Personal und 70000 Euro für Sonstiges.

Biotonne wird immer beliebter:

• Seit etwa zwei Jahren werden auch vermehrt kleine Bioabfalltonnen in größere umgetauscht . Dabei handelt es sich vor allem um ältere Mitbürger, denen der Aufwand zu kompostieren oder die Gartenabfälle zum

Wertstoffhof zu bringen, zu hoch ist.

• Auch die Zahl derer, die vor Einführung der Biotonne eine Befreiung beantragt hatten, sinkt ständig. Seit Anfang 2018 haben von den rund 500 Antragstellern, mittlerweile fast die Hälfte die Anträge zurückgezogen und eine Biotonne bestellt.

• Laut Aussage des Verwertungsbetriebes der Wasserburger Bioabfälle, hält sich der Störstoffanteil (Plastiktüren) mit 3,97 Prozent noch in Grenzen.

•Fisch- oder Fleischreste, die man im Sommer nicht in die Biotonne werfen will (wegen der Geruchsentwicklung), kann man am Wertstoffhof abgeben - auch ohne Bioabfallkarte.

• Das Müllabfuhrpersonal führt bei jeder Tour Stichprobenkontrollen durch und lässt die Behälter bei falscher Befüllung auch unentleert stehen. Auf die richtige Befüllung der Biotonnen wird deshalb regelmäßig hingewiesen.

• Entgegen aller Befürchtungen, stiegen die Kosten durch die Einführung der Biotonne und damit die Gebührenbelastung der Bürger nur geringfügig. Die Mehrkosten für die Stadt betragen etwa nur 15000 Euro pro Jahr (ca. 1,20 Euro/Einwohner/Jahr).

• Dass die Mehrkosten nicht höher liegen, ist vor allem den gesunkenen Restabfallmengen und damit niedrigeren Entsorgungskosten, sowie den gesunkenen Sammelkosten durch die Einführung der vierwöchentlichen Leerung zu verdanken. Bei der Restabfallentsorgung sanken die Kosten um 124.000 Euro jährlich.

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