Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ungewöhnliche Idee

In Schnaitsee entsteht ein Haus aus Sturmholzbrettern

Großes Interesse: „Das ist ein echtes Schmuckstück“, waren sich die Besucher des neuen Holzhauses in Fachendorf sicher.
+
Großes Interesse: „Das ist ein echtes Schmuckstück“, waren sich die Besucher des neuen Holzhauses in Fachendorf sicher.
  • VonJosef Unterforsthuber
    schließen

Staunend besichtigten über 60 Schnaitseer ein Holzhaus in Fachendorf, das im Rohbau nur aus Brettern zusammengefügt worden ist. Diese stammen aus Holz von Bäumen, die auf dem Grund der Bauherren Opfer der Stürme wurden.

Schnaitsee Diese Bauart war Anfang der 2000er Jahr im Allgäu praktisch aus einer Not heraus erfunden worden. Damals hatte ein Waldbesitzer nach dem Sturm „Wiebke“ Unmengen an Windbruchholz. Da wegen des Ereignisses die Holzpreise auf ein Minimum gefallen waren, suchte er Alternativen. So kam er auf die Idee. ein Holzhaus nur aus Brettern zu erstellen.

120.000 Nägel eingeschlagen

So ähnlich erging es Sepp Utz, dem Gartnerbauern aus Fachendorf (Schnaitsee). Auch bei ihm waren viele Bäume dem Wind zum Opfer gefallen. „Zudem hat bei mir der Borkenkäfer richtig gewütet. So kam ich auf die Idee, es dem Allgäuer gleich zu machen und mir und meiner Frau Hildegard ein Austragshaus eigenhändig aus den Brettern meiner Holzvorräte zu erbauen.“

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier. +++

Wie Utz bei der Besichtigung erzählte, fand er bei einem Zufallsgespräch am Stammtisch mit dem Zimmerer Gerhard Ram seinen kongenialen Partner. So plante und baute das Duo in vielen Arbeitsstunden das neue Haus aus Fichten- und Tannenholz. Ram, der bisher so etwas auch noch nicht gemacht hatte, erzählte in Fachendorf, dass sie insgesamt rund 120.000 Nägel eingeschlagen und etwa 85 Kubikmeter Holz verbaut haben.

Lesen Sie auch: Appell an Waldbauern in Obing: „Hände weg vom Sturmholz“ (Plus-Artikel OVB-Online)

Die beiden Erbauer mussten sich vielen Fragen stellen. Dabei war die Nachhaltigkeit ein großer Punkt. Utz versicherte, dass im Rohbau keine Materialien verbaut wurden, die Probleme mit einer späteren Entsorgung bereiten könnten.

Modell könnte Schule machen

Beim Rundgang durch das Haus kamen bei den Besuchern auch schon Verwendungsideen auf. Ein Mitglied des Musikvereins könnte sich vorstellen, dass diese Methode auch beim Neubau des Probenheims zur Anwendung kommt. „Holz gibt es genug und Helfer haben wir auch viele. Das kann gegenüber einer herkömmlichen Baumethode günstiger werden.“

Die Organisatoren der Besichtigung, Zweiter Bürgermeister Franz Rieperdinger und ÜWG-Vorsitzender Marco Anstötz, bedankten sich bei der Familie Utz mit einem Präsent. Es sei nicht alltäglich, dass so ein Haus besichtigt werden könne.

Mehr zum Thema

Kommentare