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Im Kampf gegen Corona

In Haag entsteht ein Schnelltestzentrum – woanders heißt es noch warten

Apothekerin Christina Mayerhofer verlagert ihr Testlabor am Montag in ein eigenes Zentrum in Haag.
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Apothekerin Christina Mayerhofer verlagert ihr Testlabor am Montag in ein eigenes Zentrum in Haag.
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  • Petra Maier
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  • Winfried Weithofer
    Winfried Weithofer
  • Heike Duczek
    Heike Duczek

Ab Montag soll es jede Woche für jeden Bürger einen Corona-Schnelltest kostenlos geben – nur wo und wie? Vor allem die Apotheken sind gefordert. Die einen warten auf behördliche Anweisungen und Genehmigungen, die anderen sind bereits startklar. Ein Blick in zwei Landkreise.

Wasserburg/Haag/Edling – Jörg Heider, der Apotheken in Wasserburg, Griesstätt und Taufkirchen führt, fühlt sich vom Bayerischen Apothekerverband im Stich gelassen. „Der Verband hat mir noch keinerlei Informationen zugeschickt, wie es mit Tests überhaupt laufen soll“, sagt Heider. „Es ist mal wieder Chaos pur. Ähnlich wie bei den Masken im Dezember.“ Die Organisation der Tests würde seine Geschäfte personell und räumlich vor große Herausforderungen stellen. „Ich muss mir überlegen, ein Testzentrum aufzubauen. Sinnvoll wäre das schon.“

Noch viele offene Fragen

Dann würden weitere Fragen zu klären sein. Wie soll er zum Beispiel mit Personen umgehen, die positiv getestet wurden? Wie kann er sein Personal und seine Kunden schützen? Und wie sieht es mit der Vergütung aus? Mit dem Gesundheitsamt stehe er bereits in Kontakt, nun warte er auf eine Rückmeldung.

Viele Anfragen: Das Interesse der Kunden ist groß

Im Wartestand befindet sich auch die Johannes-Apotheke in Edling. Inhaberin Jutta Beckmann hofft auf baldige Nachricht aus dem Rosenheimer Gesundheitsamt. „Ich habe keine Lust, mich vorzubereiten, wenn ich nicht weiß, ob ich überhaupt dabei bin“, beschreibt sie ihre Situation. Von der Apotheker-Kammer sei sie informiert worden, dass die Schnelltests kommen sollen, „aber es gab keine näheren Informationen zum Prozedere.“ Es sei eine Entscheidung des Gesundheitsamtes, wer die Schnelltests durchführen solle. Das könnten Ärzte sein, Testzentren oder auch Apotheken. Vieles sei hier denkbar, so die Apothekerin. „Ob wir dabei sind, wissen wir bislang nicht“, klagt sie.

Das Interesse bei den Kunden sei groß. Täglich würden in der Johannes-Apotheke viele Nachfragen zu den Schnelltests eingehen. „Eine konkrete Antwort kann ich derzeit nicht geben“, bedauert Beckmann.

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Anders die Situation im nicht weit entfernten Haag und Gars (Landkreis Mühldorf): Der dortige Verbund von drei Apotheken ist startklar. In der Münchener Straße 43 in Haag wird seit gestern ein ehemaliges chinesisches Restaurant in ein Schnelltestzentrum umgewandelt. Wo früher Ente und gebratene Nudeln serviert wurden, gibt es ab Montag den Nasenabstrich.

Christina Mayerhofer, Inhaberin der drei Apotheken in Haag und Gars, hat die Räume angemietet. Hier werden nach ihren Angaben zehn Plätze eingerichtet. Täglich – auch am Wochenende und an Feiertagen – werde getestet.

Darin haben Mayerhofer und ihr Team bereits Erfahrung, denn sie bieten, wie berichtet, schon seit Mitte Dezember Schnelltests in der Grafschaftsapotheke Haag an. Bisher waren sie kostenpflichtig, der neue Corona-Fahrplan, beschlossen beim Bund-Länder-Gipfel, sieht jetzt vor, dass jeder Bürger pro Woche Anspruch auf einen kostenlosen Test hat.

Am laufenden Band mit dem Stab rein in den Nasenvorhof

Mayerhofer hat deshalb erneut reagiert, den Mitarbeiterstamm aufgestockt, das Personal schulen lassen. Und zieht zum Testen jetzt um von den zu klein gewordenen Räumlichkeiten in der Grafschaft-Apotheke in die Münchener Straße in ein eigenes Zentrum. Hier könne ihr Team testen am laufenden Band – bis zu 100 Mal in der Stunde. Das Angebot gilt täglich von 7.30 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 12 Uhr. Mayerhofer bitte aus Datenschutzgründen um Online-Anmeldung.

Sie ist nach eigenen Angaben vom Landratsamt Mühldorf als öffentlich beauftragtes Testzentrum benannt worden. Die Abrechnung erfolge über die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Erstattet würden sechs Euro pro Testmaterial, bundesweit zwölf Euro für Abstrich und Auswertung, im Freistaat gebe es für diese Leistung sogar 15 Euro. Bei der Bestellung des Materials zahle sie drauf, sagt Mayerhofer, dank der erhöhten Vergütung beim Abstrich hole sie dieses Minus wieder rein. Der Apothekenverbund in Haag und Gars verwendet nach ihren Angaben die angenehmere Nasenvorhof-Methode. Dabei werde der Teststab nicht so tief eingeführt, es komme seltener zu den oft Tränen auslösenden Reizungen im Nasenraum.

Der Ablauf sei wie folgt geplant: online anmelden, zum zugewiesenen Termin vorbeikommen, anhand einer zugeordneten Testnummer auf einem Stuhl Platz nehmen, abstreichen lassen, 20 bis 25 Minuten danach soll das Ergebnis da sein.

Ist es positiv, gibt es nach Mayerhofers Angaben sofort eine Kontaktaufnahme und Meldung an das Gesundheitsamt, damit weitere Maßnahmen eingeleitet werden können. Online werde ein negatives Ergebnis ein bis spätestens drei Stunden nach dem Abstrich mitgeteilt. Wer nicht warten können, weil er beispielsweise gefährdete Personenbesuchen wolle, buche die Expressmitteilung buchen – für einen Aufpreis von fünf Euro.

Mayerhofer will mit dem Testzentrum ihren Beitrag zur Pandemiebewältigung leisten. „Ich habe vier Kinder und will alles dafür tun, damit sie bald wieder ein normales Leben führen können.“ Je mehr getestet werde, desto schneller komme die Region durch die Corona-Krise.

Antrag auf Testzentrum in Wasserburg

Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates berät am Donnerstag, 18. März, über die Frage, ob die Stadt Wasserburg ein eigenes Testzentrum planen soll. Beantragt hat dies die Fraktion von SPD und Linker Liste. Das Thema Schnelltest-Zentrum steht auf Punkt drei der Tagesordnung. Die öffentliche Sitzung im Rathaus beginnt um 18 Uhr.

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