In alten Zeitungsbänden geblättert:Viele Leute, aber weniger Weihnachtsgeschäft, klagen Wasserburger Händler

Ein Bild aus dem Archiv zeigt den Aufbau des Wasserburger Christkindlmarktes.
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Ein Bild aus dem Archiv zeigt den Aufbau des Wasserburger Christkindlmarktes.

Viele Leute, aber weniger Einkäufe verzeichnen die Händler des Wasserburger Christkindlmarktes am letzten Adventswochenende. Auf zahlreiche Besucher hofft das „Erste Imaginäre Museum“ unter neuer Leitung. Was vor 25 Jahren sonst noch in der Zeitung stand, lesen Sie hier.

Von Laura Hofner

Wasserburg – Warm verpackt marschieren ganze Familien zum Wasserburger Christkindlmarkt. Vor der lebenden Krippe sind unzählige Kinderwägen geparkt, die Kinder wären am liebsten mittendrin im Streichelzoo. Die Kälte macht Appetit auf Maronen, Crêpes, Würstl und Glühwein. Die Kauflust bei anderen Dingen ist hingegen weniger angeregt: „Das Vorjahresniveau haben wir noch nicht erreicht“, geben die Händler zu bedenken. Woran dies liegt, können sie sich allerdings nicht erklären – denn eigentlich gibt es viele Besucher. Vielleicht ist es die Konkurrenz der vielen kleineren und größeren Märkte in der Umgebung, wird spekuliert. Auch seien die Leute sparsamer geworden. Und dass der Heilige Abend diesmal ein Sonntag ist, kostet Kunden. So stehen am letzten Wochenende des Christkindlmarktes nur mehr zwei Tage für Einkäufe zur Verfügung.

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Konstant weit über 4000 Besucher kommen jährlich in das „Erste Imaginäre Museum“ in Wasserburg. Fast 80.000 schauten sich seit der Eröffnung des Hauses 1979 in den Museumsräumen im Brucktor um, wo die Sammlung Dietz Repliken von Bildern zeigt, die den größten Museen der Welt gehören. Im September verstarb Günter Dietz und seine Tochter Petra Roßner-Dietz hat die Betreuung des Museums übernommen. „Der Betrieb wird ganz im Sinne meines Vaters weitergehen“, sagt sie. So sollen weiterhin Veranstaltungen, wie eine Buchlesung im Herbst, im Museum angeboten werden und auch die Kinder sollen Spaß am Museum finden. Im Frühjahr wird die Biografie über den Museumsgründer Dietz präsentiert.

Weitere Meldungen in der Woche vom 21. bis zum 27. Dezember 1995:

Vatikanstadt – Der Schwächeanfall von Papst Johannes Paul II. während des Weihnachtssegens hat weltweit Sorge um den Gesundheitszustand des 75-jährigen Kirchenoberhauptes ausgelöst. Einen Tag nach dem spektakulären Zwischenfall vor einem TV-Millionenpublikum erschien Johannes Paul wieder an der Öffentlichkeit und sprach zehn Minuten lang beim Angulus-Gebet.

Wiesbaden – „Multimedia“ lautet das Wort des Jahres 1995. Wie die Gesellschaft für deutsche Sprache mitteilte, hat dieser Begriff aus der Computerwelt den Sprachgebrauch in Deutschland in diesem Jahr besonders geprägt. Die Diskussion Multimedia betreffe nahezu alle Lebensbereiche, von internationalen Tagungen und Messen über Wirtschaftsberichte bis hin zu Kaufhauskatalogen.

Rom – Die Spanische Treppe in Rom ist nach siebenmonatigen Restaurierungsarbeiten wieder für die Öffentlichkeit freigegeben worden. Tausende von Luftballons stiegen in den Himmel, als Bürgermeister Francesco Rutelli offiziell die Sperrung aufhob. Die 135 Travertinstufen der 1725 erbauten Treppe wurden für 1,3 Milliarden Lire von Schmutz und zahlreichen Kritzeleien befreit.

London – Ohren werden mit dem Alter länger – das bestätigte das „British Medical Journal“. Bei 206 Frauen und Männern zwischen 30 und 93 Jahre wurden während Routineuntersuchungen regelmäßig die Ohrlänge gemessen. Daraus wurde ein Wachstum von durchschnittlich 0,22 Millimeter pro Jahr errechnet, berichtet das Journal.

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