In Albaching brechen die Steuereinnahmen ein, doch die Gemeinde weiß sich – vorerst – zu helfen

Die Sonne geht in Pfaffing nicht unter, doch die goldenen Finanzzeiten sind vorerst vorbei. Die Steuereinnahmen brechen ein.
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Die Sonne geht in Pfaffing nicht unter, doch die goldenen Finanzzeiten sind vorerst vorbei. Die Steuereinnahmen brechen ein.
  • vonIrmi Günster
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Die Gemeinde Albaching hat finanziell zu kämpfen: Die Steuereinnahmen sind eingebrochen. Das hat jedoch nicht in erster Linie mit der Corona-Wirtschaftskrise zu tun.

Albaching – Albachings Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA) freute sich, dass zur Septembersitzung des Gemeinderats viele Besucher in den Bürgersaal gekommen waren. Mehrere Themen standen auf der Tagesordnung, die für die Zuhörer von Interesse gewesen sein dürften: Beispielsweise der Zwischenbericht zum Kommunalhaushalt für das laufende Jahr, den Kämmerer Bernhard Koblechner präsentierte.

Nachtragshaushalt ist nicht notwendig

Erwartungsgemäß dämpfte Koblechner gleich einleitend die Erwartungen: So erfreulich wie der vorherige Haushalt sei der aktuelle nicht; vor allem die Steuereinnahmen ließen zu wünschen übrig. Aber dies liege überraschenderweise nicht in erster Linie an der Corona-Krise, stellte Koblechner fest. Eine der guten Nachrichten, die er aber auch mitgebracht hatte: Ein Nachtragshaushalt muss nicht aufgestellt werden.

Firmen haben investiert

Der Zwischenbericht zum Haushalt zeige die Zahlen mit Buchungsstand 31. August, erklärte Koblechner. Die Gewerbesteuereinnahmen der vergangenen Jahre sind dem Kämmerer zufolge „relativ hoch“ gewesen: Im Jahr 2018 etwa über 1,1 Millionen und auch im vergangenen Jahr immer noch über eine Million Euro. Allerdings sei damals schon abzusehen gewesen, dass für 2020 mit einem „solchen Ergebnis nicht mehr gerechnet werden kann“. Aktuell sei der Einbruch aber „doch schlimmer als befürchtet“ ausgefallen und liege derzeit bei einem Jahressoll von 573 663 Euro. Somit unterschreite man den geplanten Ansatz hierfür um 226 336 Euro. Und das liege nicht, wie eigentlich zu vermuten wäre, an der Corona-Krise, betonte Koblechner. Ob der Ansatz bis zum Jahresende wieder erreicht werde, könne aber derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden; er vermute aber nicht.

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Allerdings hätte dieser Rückgang bei den Gewerbesteuereinnahmen auch Auswirkungen auf die Ausgabenseite des Verwaltungshaushalts: Denn auch die Gewerbesteuerumlage sei nicht in der geplanten Höhe zu entrichten, sondern falle dadurch deutlich niedriger aus.

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Gemeinderat Bernhard Mayer (GWA) fragte, was denn der Grund sei dafür, dass die Gewerbesteuereinnahmen so stark abgefallen seien. Aufgrund größerer Investitionen seien die Gewinne einiger Firmen zurückgegangen und würden sich somit in verminderten Gewerbesteuerzahlungen bemerkbar machen, erklärte der Kämmerer.

Einkommenssteuer sinkt wohl deutlich

Auch bei der Einkommensteuerbeteiligung sei eine Unterschreitung des eingeplanten Ansatzes um bis zu 100 000 Euro zu erwarten, lautete eine weiterer Hinweis.

Eine der wichtigsten Zahlen des Kommunalhaushalts, die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt, leidet auch unter den wegbrechenden Steuereinnahmen: Es ist Koblechner zufolge damit zu rechnen, dass der ursprünglich für das laufende Jahr im Verwaltungshaushalt eingeplante Einnahmeüberschuss von 94 900 Euro zum Jahresende hin komplett wegfalle und dadurch der Verwaltungshaushalt durch eine Zuführung vom Vermögenshaushalt ausgeglichen werden müsste. Dies sollte grundsätzlich aber nicht der Fall sein, weil dann Vermögenswerte benötigt würden, um den laufenden Betrieb zu finanzieren. Für solche Fälle habe die Gemeinde aber vorgesorgt und allgemeine Rücklagen gebildet, welche aber dann für Investitionsmaßnahmen nicht mehr zur Verfügung stünden.

Gute Rücklagen helfen

„Ich hätte mehr corona-bedingte Einbußen befürchtet“, meinte Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA), aber nun seien andere Gründe zum Tragen gekommen. Sein Schlusswort war dennoch ein positives: Da die Gemeinde in den vergangenen Jahren „gute Rücklagen“ geschaffen habe, sei er „guter Dinge, dass wir das schaffen“.

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