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Wildtiermanagement gefordert

Immer mehr Wölfe: Kreisbäuerin Irmgard Posch sieht Weidehaltung in Gefahr

Landwirte sehen durch den Wolf eine Bedrohung der Weidehaltung. Darauf machten Kreisbäuerin Irmgard Posch, BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber und BBV-Kreisobmann Jakob Maier (von links) bei einem Pressegespräch aufmerksam. Die Pappfigur zeigt den Wolf in Lebensgröße.
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Landwirte sehen durch den Wolf eine Bedrohung der Weidehaltung. Darauf machten Kreisbäuerin Irmgard Posch, BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber und BBV-Kreisobmann Jakob Maier (von links) bei einem Pressegespräch aufmerksam. Die Pappfigur zeigt den Wolf in Lebensgröße.

Wenn der Wolf das sieht, denkt er: Der Tisch ist gedeckt: Kreisbäuerin Irmgard Posch stellt derzeit ihren Milchviehbetrieb in Isen-Giesering auf eine Kurzrasenweide um. Diese Halteform hat den Vorteil, dass die Tiere den Großteil des Jahres draußen sind, sich bewegen können und stets frisches Futter haben.

Isen – Der Nachteil liegt in der Gefahr, dass die Tiere von Wölfen angefallen, schwer verletzt oder getötet werden könnten. Das stellt Irmgard Posch derzeit vor Probleme. Auf der Weide soll ein Elektrozaun mit drei Litzen aufgestellt werden.

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Dessen Einzelteile liegen seit Langem bereit. „Die beauftragte Firma kann aber nicht kommen, weil derzeit anderswo vorrangig Wolfsschutzzäune errichtet werden müssen“, sagt Posch. Aus dem anvisierten Termin Ende März wurde April, dann Mai.

Zaun wird Ende Mai gebaut

Nun soll der Zaun Ende Mai in Angriff genommen werden. „Die Kälber müssen aber recht bald auf die Weide, um ihnen das Grasfressen anzugewöhnen“, sagt die Bäuerin.

Jetzt schon einen Zaun aufzustellen, der auch gegen Wölfe schützt, kann sich der Hof nicht leisten. Er wäre wesentlich höher, ungefähr doppelt bis dreimal so teuer und würde zudem aufwendige und kostenintensive Wartungsarbeiten erfordern.

Der Landkreis Erding gehört noch nicht zu den „Wolfsgebieten“

Wie Ralf Huber, Bezirkspräsident Oberbayern des Bayerischen Bauernverbands beim Pressetermin auf dem Hof von Posch erklärt, werden diese speziellen Schutzzäune vom Freistaat Bayern zwar zu 100 Prozent gefördert, allerdings nur in den „Wolfsgebieten“. Diese werden im Landesamt für Umwelt nach bestimmten Kriterien festgelegt. Das sind in Bayern zurzeit vier Regionen: der Bayerische Wald, der Manteler Forst, das Oberallgäu und der Veldensteiner Forst.

Wolf schon beobachtet

Der Landkreis Erding nicht dabei, dennoch ist der Wolf auch hier ein Thema, das den Bauern zunehmend Sorge bereitet: „Er wurde schon gesehen“, sagt BBV-Kreisobmann Jakob Maier. „Dass er auch im Raum Erding heimisch wird, ist nicht mehr auszuschließen“. Die Sorgen der hiesigen Landwirte sind verständlich, denn die Wölfe vermehren sich recht schnell.

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Laut Huber verdreifacht sich die Population pro Jahr. „Bei der Wiederansiedlung war vor ein paar Jahren eine Anzahl von 1000 Wölfen ein Zielwert, darüber sind wir schon lange hinaus“, erklärt Posch.

Die Angst bleibt

Auch wenn das Problem noch nicht akut ist, wollen die Erdinger Bauernvertreter auf mögliche Gefahren aufmerksam machen, wenn sich der Wolf hier ansiedelt. Der BBV befürchtet, dass Landwirte die Weidehaltung aufgeben oder gar nicht erst in Betracht ziehen, wenn Schafe oder Kühe angegriffen und getötet werden. Zwar wird der wirtschaftliche Schaden durch den Freistaat ersetzt, dennoch bleibt die Angst, auch um die Familien.

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„Die Schutzmaßnahmen wie Wolfszäune und die Folgekosten müssen auch in Gebieten gefördert werden, wo der Wolf noch nicht ansässig ist“, sagt Maier. Damit schließt sich der Erdinger BBV den Forderungen eines Maßnahmenkatalogs an, den Verbände von Grundbesitzern, Tierzüchtern, Forstbetrieben und Jagdgenossenschaften an die Politik richten. „Wir haben nichts generell gegen die Wölfe, aber wir brauchen ein gutes Wildtiermanagement“, so Huber.

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Andere europäische Länder wie Schweden oder Finnland hätten bereits gute Lösungen gefunden. Die Bauernvertreter wollen zudem, dass der Schutzstatus des Wolfes herabgesetzt wird, vor allem um seine übermäßige Vermehrung eindämmen zu können.red

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