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Die Herkunft ist entscheidend

Bienen mit Marmelade füttern? Das sagt Imker Thomas Schropp aus Haag dazu

Nicht nachmachen, sagt Hobby-Imker Thomas Schropp, dafür sollte man die Bienen gut kennen.
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Nicht nachmachen, sagt Hobby-Imker Thomas Schropp, dafür sollte man die Bienen gut kennen.
  • VonKarlheinz Günster
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Leere Marmeladen- und Honiggläser nach draußen stellen, damit Bienen Nahrung haben? Eigentlich eine gut gemeinte Idee, doch Imker Thomas Schropp hat Einwände.

Haag – Gut gemeint, aber leider trotzdem verkehrt war der Rat in der Wasserburger Zeitung vor einigen Wochen. Unter der Überschrift „Ganz ökologisch aufgeräumt“ fand sich der Rat, leere Marmeladen- und Honiggläser nach draußen zu stellen. So hätten Wespen und Bienen Nahrung, man tue ihnen etwas Gutes und obendrein sei das Glas sauber. Das stimme nicht, meldete sich darauf nicht nur Hobby-Imker Thomas Schropp aus Haag, das sei für Bienenvölker höchst riskant und könne sogar deren Tod zur Folge haben, lautet sein Einwand.

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Was ist daran also verkehrt, die Insekten mit etwas Süßem zu versorgen? „Die Herkunft“, erklärt der Fachmann, denn nur wenn etwa der Honig aus der Umgebung stamme, könne man einigermaßen sicher sein, dass sich die Tiere nicht mit der Amerikanischen Faulbrut infizieren. Diese bakterielle Erkrankung befällt die Brut der Bienen und tötet sie ab. Über Sporen, die an den Bienen anhaften, verbreitet sie sich weiter im Stock und kann durch Verflug in benachbarte Bienenvölker weitergetragen werden. Für Menschen ist die Amerikanische Faulbrut ungefährlich, befindet sich jedoch oftmals in importiertem Honig. Das sei ein ernstes Thema, dem Veterinäramt sei ein Befall sofort zu melden, das Bienenvolk müsse aufwendig saniert werden, im schlimmsten Fall würde der Bienenstock vernichtet, weiß Schropp.

Also die Gläser besser selber ausputzen. Aus dem gleichen Grund sollte man solche Gläser übrigens auch nicht ungespült in den Altglascontainer geben.

Der Bienenflüsterer

Schropp ist Servicetechniker und hat in diesem Hobby seit zwölf Jahren einen Ausgleich gefunden. Ihn fasziniert bei seinen sieben Völkern, dass sich die eigene Stimmung unmittelbar auf die Tiere überträgt. Ist der Mensch aufgeregt, werden es die Bienen auch. Das führt fast zwangsläufig zur Entspannung, wenn man wie er, so weit es geht, auf eine Schutzausrüstung gegen Stiche verzichtet. Das hat einen Grund: „Ohne Handschuhe habe ich mehr Gefühl und kann behutsamer arbeiten. Wenn die Bienen über die Hand krabbeln, ist das ein erhebendes Gefühl“, fasst er das Erlebnis zusammen. Seine Frau nennt ihn deshalb scherzhaft Bienenflüsterer. Laufend steht er im Austausch mit anderen Imkern, auch durch sein Amt als Kassier im Bienenzuchtverein Albaching-Rechtmehring.

Für natürliche heimische Nahrung sorgen

Trotzdem ist es möglich, den Tieren etwas Gutes tun. Offenes Wasser im Garten oder mit Wasser gefüllte Schalen werden gerne angenommen, möglichst natürlicher, wenig gemähter Rasen hilft auch – sehr gerne mit dem wertvollen Löwenzahn und weiteren Blumen, die entweder ganz früh oder spät im Jahr blühen, rät der Bienenfreund.

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