Idee für Bewegungspfad ist in Albaching vorerst auf Eis gelegt

Einen Bewegungspfad mit bis zu 15 Stationen würden sich stellvertretende Bürgermeisterin Jessica Vital-Robarge (GWA), Gemeinderätin Marlene Langmeier (GWA) und Fitnesstrainerin Regina Wollboldt für Albaching wünschen. Wegen Corona und der finanziellen Folgen für die Gemeinde, die noch nicht gut einschätzbar sind, haben sie ihren Antrag zurück gezogen – und auf Eis gelegt.
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Einen Bewegungspfad mit bis zu 15 Stationen würden sich stellvertretende Bürgermeisterin Jessica Vital-Robarge (GWA), Gemeinderätin Marlene Langmeier (GWA) und Fitnesstrainerin Regina Wollboldt für Albaching wünschen. Wegen Corona und der finanziellen Folgen für die Gemeinde, die noch nicht gut einschätzbar sind, haben sie ihren Antrag zurück gezogen – und auf Eis gelegt.

Eigentlich hätte die Idee für einen „Bewegungspfad“ in Albaching genau zu dem bei vielen durch die Corona-Maßnahmen bedingten Bewegungsmangel gepasst. Aber letztlich war es dann genau dieses Virus, das dem Projekt einen Strich durch die Rechnung machte.

Von Irmi Günster

Albaching – Stellvertretende Bürgermeisterin Jessica Vital-Robarge (GWA), Gemeinderätin Marlene Langmeier (GWA) und die Fitnesstrainerin Regina Wollboldt hatten die Idee. Doch sie mussten ihren Antrag zurückziehen.

„Sporteln dahoam“ lautet die Idee

„Beweglichkeit, Fitness, Kraft, Gleichgewicht und Spaß am Sport und der Natur“. All das sollte mit der Einrichtung eines Bewegungspfades realisiert werden. Außerdem wolle man den Albachinger Bürgern „dahoam“ die Möglichkeit geben, Übungen für Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Balance auszuführen, „ganz gemütlich“ im Rahmen der Jogging- oder Walkingrunde, beim Radfahren oder beim Spaziergang. So hatten es die drei Initiatorinnen in ihrem Antrag formuliert.

15 Stationen angedacht

Konkret sei die Aufstellung von bis zu 15 Stationen angedacht, jeweils mit einer entsprechenden Informationstafel. Mehrere Standorte kämen dafür in Frage: Zum Einen der Bereich Berger Moos, Kneippbecken und Rundweg sei „sehr erstrebenswert“, da sich hier die Kombination von Ausdauersport und Fitness mit einem „Finale“ der Kneippkur als „besonders attraktiv“ darstelle.

Aber auch der Waldbereich am Wertstoffhof hätte „seinen Reiz“, ebenso wie das Kaltenecker Moos. Denkbar sei auch das Areal neben dem Dorfweiher, wobei die Gerätschaften hier flexibel abbaubar sein müssten, um bei anderen Aktivitäten nicht im Wege zu stehen.

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Gute Idee, doch finanzielle Bedenken im Gemeinderat

Mit dieser Idee wolle man „eine möglichst große Zielgruppe“ erreichen: größere Kinder, organisierte Sportgruppen, Alleinsportler, aber auch Schulklassen und Senioren. Geplant wären außerdem auch verschiedene Einführungskurse und Veranstaltungen für alle Leistungsgruppen, um das Projekt „auch wirklich mit Leben zu füllen“.

In der Diskussion zeigte sich, dass die Idee, die Jessica Vital-Robarge in Form einer Präsentation vorstellte, grundsätzlich gut ankam. Allerdings hatten einige Räte angesichts der von den Antragstellerinnen „vorsichtig geschätzten Summe“ über 45.000 Euro speziell im Hinblick auf die Folgen der Corona-Krise finanzielle Bedenken. Andere wünschten sich Bedarfsanalysen und die Verantwortlichkeit eines Vereins.

Antragsteller: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.“

Auf Nachfrage der Wasserburger Zeitung erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin, dass sie die finanziellen Bedenken hinsichtlich der Corona-Krise „zwar nachvollziehen“ könne, sie allerdings weiterhin der Meinung sei, dass sich gerade in diesen Zeiten gezeigt habe, wie wichtig es für die Menschen sei, sich „dahoam in der Natur körperlich zu betätigen“.

Deshalb sei ihres Erachtens gerade jetzt „der richtige Zeitpunkt etwas zu tun, um die Lebensqualität der Bürger hier vor Ort zu steigern“. Da die Gemeinde finanziell „relativ gut dasteht“, hielte sie es trotz allem „für ein gutes und positives Signal, optimistisch in die Zukunft zu schauen“.

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Eine Bedarfsanalyse halte sie indes „für wenig gewinnbringend“. Es sei bekannt, dass es innerhalb der Gemeinde viele aktive Sportler und Gruppierungen gebe; eine Analyse sei ohnehin „nur eine Momentaufnahme“. Zur Forderung eines Vereins, welcher sich verantwortlich zeigen sollte, meinte sie, ein solches Projekt „in dieser Dimension“ könne nur die Kommune tragen, von einem Verein mit ehrenamtlicher Arbeit sei „das zu viel verlangt“.

Ein Verein kann das nicht stemmen

Letztlich habe sie den Antrag zurückgezogen, da „wir diese Forderungen nicht erfüllen können“ und sie der Meinung sei, dass die Gemeinde entweder „voll hinter der Idee stehen sollte, oder wir die Planungen ruhen lassen“.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: So kann sich Vital-Robarge vorstellen, das Thema zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf den Tisch zu bringen, wenn dann die Folgen der Corona-Krise besser abzusehen seien. „Eine halbherzige Lösung halte ich für nicht zweckmäßig“.

So würden die Pläne „in der Schublade“ aufbewahrt und „zu gegebener Zeit nochmal hervorgeholt“, ist sich die Mit-Initiatorin sicher.

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