„Ich liebe den Dialog“

Christian Rosenauer (ÜWG) wirft in Pfaffing seinen Hut in den Ring. G Günster
+
Christian Rosenauer (ÜWG) wirft in Pfaffing seinen Hut in den Ring. G Günster

In Pfaffing wird im kommenden Frühjahr ein neuer Bürgermeister gewählt. Bank-Geschäftsstellenleiter Christian Rosenauer ist Gemeinderat (ÜWG) und wirft als erster seinen Hut in den Ring.

Pfaffing – In Pfaffing wird im kommenden Frühjahr ein neuer Bürgermeister gewählt. Lorenz Ostermaier lenkt die Gemeinde seit zwei Perioden, um eine dritte bewirbt er sich mit Hinweis auf sein Privatleben nicht mehr. Bank-Geschäftsstellenleiter Christian Rosenauer ist Gemeinderat (ÜWG) und wirft als erster seinen Hut in den Ring.

Unter anderem im Sportverein aktiv

„Von selber geschieht nichts“, weiß der 51-Jährige aus seiner langen Tätigkeit in der Volks- und Raiffeisenbank in Pfaffing. Die führt er seit 23 Jahren als Hauptgeschäftsstellenleiter. Obwohl er erst seit 2013 in Pfaffing lebt, kennt er durch seine Tätigkeit „fast jeden“, und der vorherige Wohnort Wasserburg hielt ihn nicht davon ab, sich schon vor Jahren in Pfaffing zu engagieren. Etwa als Vorsitzender beim Gewerbeverein, bei dem er 2004 den Christkindlmarkt ins Leben gerufen hat. Auch die Gewerbeschauen trugen seine Handschrift. Den Sportverein unterstützte er als Kassier und Vorstand.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Geboren ist Rosenauer in Wasserburg, er ist in Reitmehring aufgewachsen und hat in Wasserburg gewohnt. Die Liebe verschlug ihn endgültig nach Pfaffing, der Familienvater ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren.

Klare Position zum Streitpunkt Baugebiet

Was zieht ihn in die Gemeindepolitik? Im Gewerbeverband hätten die Mitglieder immer wieder das Einkaufen vor Ort thematisiert, denn Mittelständler haben ihre Kundschaft eher im Münchner Umland als hier, das sei nicht nur seine Beobachtung. Eine Infobroschüre für Neubürger und ein Gewerbemarkt sollten das verbessern. Gerne habe er das Angebot der ÜWG anlässlich seines Umzugs angenommen, für den Gemeinderat zu kandidieren. Das klappte, Rosenauer ist Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss, im Bauausschuss hingegen nicht, denn das könnte zu Interessenkonflikten führen.

Nachverdichtung als Lösung

Es sei wichtig, alles offen anzusprechen, „aber dann ist es gut, das sollte in drei Monaten nicht schon wieder im Gemeinderat diskutiert werden“. Beim aktuellen Streitthema „Neues Baugebiet“ wäre er etwas anders vorgegangen, sagt er. Der Bedarf für Wohnungen und Häuser sei gegeben, das erlebe er selber aus seiner Tätigkeit in der Bank, „viele fragen immer wieder nach“. Aber: „Wir brauchen kein typisches Baugebiet mit Einfamilienhäusern – die Zeiten sind vorbei“. Das sei Verschwendung von Boden. Vielmehr seien Nachverdichtung der großen Grundstücke im Ort, Mehrfamilienhäuser, kleinere Grundstücke und auch Wohnungen gefragt. Ja, die Gemeinde sollte Mietwohnungen anbieten, denn in Zeiten von hohen Rücklagen und Negativzinsen spreche viel dafür. „Keine Sozialwohnungen, sondern ein angemessener Mietpreis“, denn Pfaffing sei „ein Eigentümerdorf“. Für betreutes Wohnen sei der Ort zu klein, zudem sei barrierefreies Bauen ja bereits Standard. Die Bürgerhilfe fülle zusätzlich eine wichtige Lücke, die gehöre verstärkt unterstützt.

Ja, diese Diskussion um den Wohn-Bedarf hätte öffentlich geführt werden sollen, findet der Kandidat. Gleich nach dem Kauf des Grundstücks von „West V“ wäre ein offensiver Schritt angebracht gewesen – nach dem Motto: „Leute, wir haben da was vor, wir wollen was entwickeln und das Optimum erreichen.“ Auf die Leute zugehen, „das bin ich gewohnt, ich warte nicht ab, das hat´s bei mir noch nie gegeben. Ich hol‘ mir vielleicht mal eine blaue Nase, aber ich liebe den Dialog.“ Außerdem: „Ich bin sehr entscheidungsfreudig und Bauchentscheider. Wenn das Gefühl sagt, es passt, dann passt es. Damit bin ich mein Leben lang gut gefahren.“

Freund der Digitalisierung

Was macht der derzeitige Bürgermeister gut? Lorenz Ostermaier habe „die Gemeinschaft gut zusammengehalten und versucht, immer zu unterstützen, daran will ich nichts ändern“. Andererseits „bin ich ein Freund der Digitalisierung, weniger Papier in der Verwaltung, da geht noch einiges effizienter“. Zu den wichtigen Themen zählen nach seinen Angaben auch die Kindertagesstätten, die dem Bedarf entsprechend vergrößert werden müssten, auch der Jugendtreff verdiene allgemein mehr Unterstützung seitens der Gemeinde.

Sollte das Bürgermeisteramt Realität werden, endet die Arbeit in der Bank. „Ich will nicht nur eine Periode, ich will was verändern, ich weiß, was die Verwaltung drauf hat und was ich kann“, zeigt sich Rosenauer entschlossen.

Lesen Sie auch:

Wasserversorgung in Pfaffing/Albaching ist kostendeckend

Pfaffing: „Quasi schuldenfrei“

Kommentare