Hundesatzung soll in Albaching die Vierbeiner bändigen

Wo und in welchem Umfang lässt sich in Albaching der Leinenzwang für Hunde durchsetzen? Darauf soll eine Satzung Antworten finden.
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Wo und in welchem Umfang lässt sich in Albaching der Leinenzwang für Hunde durchsetzen? Darauf soll eine Satzung Antworten finden.

„Kleine Hunde sind scheinbar nicht so bissig“, wunderte sich Albachings Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA) mit einem Schmunzeln, als es in der Gemeinderatssitzung um das Thema „Leinenzwang“ ging. Das ist auch in Albaching zu einer Art „Dauerbrenner“ geworden, denn so einfach ist es nicht, den Leinenzwang durchzusetzen.

Von Irmi Günster

Albaching – Die Vorgeschichte: In der April-Sitzung hatte der Gemeinderat beschlossen, für den Bereich der öffentlichen Straßen und Wege im Berger und Albachinger Moos, die notwendigen Schritte für einen Leinenzwang für alle Hunde einzuleiten. Nach einer Prüfung stellte sich jedoch heraus, dass ein Leinenzwang für alle Hunde gleichermaßen nicht zulässig ist, sondern dieser per gemeindlicher Verordnung vielmehr nur für große Hunde ab einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern und für sogenannte „Kampfhunde“ angeordnet werden kann. Um das zu realisieren, wäre eine Satzung notwendig. Warum der Gesetzgeber davon ausgeht, dass von kleineren Hunden keine Gefahren für sogenannte „geschützte Rechtsgüter“, wie Leben, Gesundheit und Eigentum zu befürchten sind, verstand die Mehrheit im Rat nicht.

Bewegungsbedürfnis Rechnung tragen

Bürgermeister Schreyer bat daher die Mitglieder des Gemeinderats um Diskussion, ob die Hundehaltungsverordnung der Gemeinde Albaching nur den bereits beschlossenen Bereich für die öffentlichen Straßen und Wege im Berger und Albachinger Moos oder noch weitere Gemeindebereiche umfassen soll. Nicht alle öffentlichen Straßen seien hier beinhaltet, da „dem Bewegungsbedürfnis der Hunde ausreichend Rechnung zu tragen“ sei. Ein Leinenzwang wäre beispielsweise nur auf Straßen innerhalb der geschlossenen Ortschaft möglich; zusätzlich könnte das Berger Moos miteinbezogen werden.

36 Städte und Gemeinden im Landkreis Rosenheim hätten bisher keine Verordnung für Hunde, wusste der Bürgermeister.

Positive Anreize für einsichtige Halter

Jessica Vital-Robarge (GWA) erzählte, dass sie jeden Tag auf den betreffenden Wegen unterwegs sei und: „Ich sehe wenige Leinen“. Das sei aber für sie auch nicht „das Problem“ – vorausgesetzt, die Hunde seien zuverlässig abrufbar. Sie sei schon pro Hundesatzung eingestellt, aber man sollte schauen, „dass wir auf die positive Seite kommen“, indem für einsichtige Hundebesitzer positive Anreize geschaffen würden, beispielsweise ein zeitlich begrenzter Hundesteuererlass, wenn ein sogenannter „Hundeführerschein“ vorgelegt werden könne. Außerdem wäre ihrer Meinung nach auch ein Treffen mit den Hundebesitzern sinnvoll. „Die meisten machen das auch hervorragend“, brach Bürgermeister Schreyer eine Lanze für die Frauchen und Herrchen. August Seidinger junior (GWA) schloss sich der Meinung seiner Ratskollegin an, fügte aber hinzu, dass es ruhig „schneller vorangehen“ könnte und man daher die „Untere Naturschutzbehörde“ des Landratsamts miteinbeziehen sollte, denn diese habe „andere Befugnisse“ als die Gemeinde. Als problematisch bei Erlass einer Satzung sah zweiter Bürgermeister Sebastian Friesinger (GWA) auch, dass es jemanden geben müsse, der vor Ort die Einhaltung prüfe. Dies mache die genannte Behörde derzeit an verschiedenen Stellen „ganz hervorragend“, meinte Friesinger.

Ärger über Kothäufchen

Andreas Heinz (GWA) sprach ein weiteres Problem an, das auch allseits bekannt ist: die Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Auch bei der Schule, auf Spielplätzen und dem Sportplatz seien die Kothäufchen anzutreffen. „Wenn es an den Geldbeutel geht, spürt man es“, war er überzeugt. Außerdem fragte er, wie man „an die Auswärtigen rankommt“, die auch gerne ihre Vierbeiner auf den Flurwegen rund um Albaching ausführen.

Jetzt sollenl eine Hundesatzung vorbereitet und ein Treffen mit den Hundebesitzern organisiert werden, beschloss der Albachinger Gemeinderat einstimmig.

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