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DACKELCLUB IN REICHERTSHEIM

Ein Hund für alle Fälle

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„Es is‘ halt a Dackel“ – diesen Satz hörten die Besucher im Gasthaus Baumgartner in Tiefenstätt (Gemeinde Reichertsheim) kürzlich öfter. Der Dackelklub Altötting-Mühldorf, ein eingetragener Verein des bayerischen Dachshundeklubs, hatte zu einer Informationsveranstaltung über diesen besonderen vierbeinigen Begleiter des Menschen eingeladen, und die Erste Vorsitzende Elfriede Kolbeck war „überwältigt, dass so viele gekommen sind.“

Reichertsheim – Dabei war diese Veranstaltung alles andere als ein trockener Sachvortrag. Dies war natürlich auch den Vierbeinern zu verdanken, die in großer Zahl mit ihren Herrchen und Frauchen mitgekommen waren und sich zuweilen auch lautstark am Vortrag beteiligten oder herumsausten; da gab es einfach so viel zu schnuppern und auszutauschen. Durchaus informativ gestaltete sich der Vortrag für die zweibeinigen Besitzer, die viele Details zum Dackel, Teckel oder Dachshund erfuhren, drei Bezeichnungen, die alle eine Hunderasse meinen. Auch Fragen waren erwünscht.

„Im Zeitalter von Mops und Labrador“, so leitete die Vorsitzende ihren Vortrag ein, dürfe man den Dackel nicht vergessen, sei er doch ein toller Familienhund und besitze dennoch „jagdliche Eigenschaften“. Der krummbeinige Gefährte, der in drei Ausführungen zu haben sei, als Kurz-, Rau- und Langhaardackel und ein Gewicht von etwa dreieinhalb bis zehn Kilo auf die Waage bringe, sei ein „Hund für alle Fälle“. Obwohl von kleiner Statur, habe er eine „große Persönlichkeit“, „er weiß, was er will“, sei dabei aber stets freundlich und auch ausdauernd. Das große Selbstbewusstsein, das ihm nachgesagt werde – „Folgen ist manchmal Luxus“, wie Elfriede Kolbeck aus eigener Erfahrung berichten konnte – komme nicht von ungefähr: Der Dackel werde auch für die Jagd eingesetzt, wo er, auch unterirdisch beispielsweise Dachse aufspüren soll, dafür sei ein gesundes Selbstbewusstsein vonnöten, wusste die Dackelkennerin. Dies sei natürlich für den Halter des Öfteren eine Herausforderung.

Obwohl er ein kleiner Vierbeiner sei, dürfe man sein Bewegungsbedürfnis nicht unterschätzen: „Bewegung ist das A und O“, so die Vorsitzende, damit könne auch so mancher Besitzer dem gefürchteten Bandscheibenvorfall schon im Vorfeld entgegenwirken. Der tägliche Spaziergang, so eine Art „Zeitunglesen“ für den Hund, sollte dabei nicht zu eintönig werden: Nicht immer die gleiche Route gehen, keine zu kurzen Strecken und immer wieder Beschäftigungseinheiten einbauen, wie Suchspiele oder Apportieren, das empfahl Elfriede Kolbeck den Besuchern. Wegen seines sensiblen Rückens sei es aber nicht gut, wenn der Dackel viel Treppensteigen oder springen müsse, betonte sie. Aber „Agility“ sei mit Dackeln durchaus möglich. Um sich nicht zu frustrieren, sei es manchmal besser, eine reine Dackelgruppe als eine allgemeine Hundeschule zu besuchen, denn in letzterer erlebe man häufig: „Alle folgen, nur mein Dackel nicht.“ In einer reinen Dackelgruppe hingegen wechselten sich die Vierbeiner beim „Nicht-Folgen“ dann eher ab, meinte sie schmunzelnd. Generell sollte man auf eine gute Sozialisierung achten und dem Dackel einen „Platz in der Familie zuweisen“, dann klappe das Familienleben mit dem vierbeinigen Gefährten gut. Ein Jäger könne mit dem Dachshund übrigens fast alle Prüfungen machen, wusste die Vorsitzende.

Als Belohnung für das lange Stillhalten bekamen die Dackel Käsewürfelchen

Eine Lanze für die richtige und hundegerechte Fellpflege brach anschließend die Referentin Katja Schumann aus München. Sie zeigte dies auch an mehreren vierbeinigen Besuchern. Damit man nicht irgendwann durch falsche Fellpflege ein „Modell aufgeplatztes Sofakissen“ vor sich habe, müsse man auf das richtige Trimmen achten. Ein Rauhaardackel müsse unbedingt getrimmt werden, wusste die Expertin, aus Kostengründen machten dies allerdings die wenigsten Hundefriseure von Hand. Rasieren gehe gar nicht, dann locke sich das Fell nach kurzer Zeit und das Unterfell verschwinde. Als Alternative zeigte sie das vorsichtige Fellzupfen mit übergezogenen Gummikuppen an den Fingern. Dies könne schon mal zwei Stunden in Anspruch nehmen, aber jeder Besitzer könne dies mit Übung gut selber hinbekommen. Schon nach kurzem Zupfen konnte man einen eindeutigen Unterschied zwischen vorher und nachher erkennen. Als Belohnung für das lange Stillhalten bekamen die Dackel anschließend Käsewürfelchen.

Wie präsentiert man auf Zuchtschauen seinen Hund richtig? Dies veranschaulichte Katja Schumann anschließend auf der Terrasse des Gasthauses. Dabei zeigte sie die richtige Leinenführung und wie wichtig Lob zum passenden Zeitpunkt ist. Mancher Besitzer staunte da nicht schlecht: „Bei mir ist sie noch nie so brav im Kreis gegangen.“

Insgesamt war das Echo auf die Veranstaltung sehr positiv, so dass sich die lange Anreise, teilweise aus Landshut oder Altötting, sowohl für die Zwei- als auch für die Vierbeiner gelohnt haben dürfte.

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