Statt wegwerfen

Reichertsheimer wirbt bei Textilhändlern, wegen Corona-Lockdown unverkaufte Ware zu spenden

Hans Alt aus Reichertsheim war zu Weihnachten selbst in Rumänien, um die Waisenkinder zu besuchen.
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Hans Alt aus Reichertsheim war zu Weihnachten selbst in Rumänien, um die Waisenkinder zu besuchen.

Wegen des Corona-Lockdowns konnten viele Textilhändler nicht verkaufen. Statt die Kleidung zu vernichten, hat Hans Alt aus Reichertsheim einen anderen Vorschlag. Er engagiert sich für die Chiemgauer Rumänienhilfe und hofft auf Kleiderspenden für Armenhäuser und Altenheime in Alba Iulia.

Reichertsheim – Seit vielen Jahren organisiert Hans Alt aus Ramsau bei Reichertsheim für die Chiemgauer Rumänienhilfe Hilfstransporte nach Rumänien, um die große Not in Alten- und Kinderheimen sowie Familien zu lindern. Kleiderspenden werden stets gebraucht, aber auch elektronische Geräte, Matratzen, Möbel oder Hygieneartikel und natürlich Lebensmittel. Zuletzt waren Brandkatastrophen und auch Corona schwerwiegende Belastungen für die Menschen, die ohnehin schon auf der Schattenseite des Lebens stehen, so Alt.

Dank der Chiemgauer Rumänienhilfe und deren Hilfstransporte können Kinder mit Schulmaterial ausgestattet werden.

Appell an Textilhändler

Als Hans Alt in diesen Tagen immer wieder in der Presse Nachrichten von Textilhändlern mitbekommt, die wegen des Lockdowns ihre Waren nicht verkaufen können und demnächst wegen Lagerprobleme ihre nagelneuen Artikel vernichten müssen, wird er hellhörig. „Die große Menge an neuer Kleidung, die entsorgt werden soll, könnte doch noch einen wertvollen Dienst leisten, zum Beispiel für unsere seit Jahrzehnten bewährte Rumänienhilfe“, findet er.

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Kaum vorstellbar sei, wie sich diese notleidenden Menschen, die man in Rumänien dank guter persönlicher Verbindungen unterstütze, freuen würden, wenn sie mal nicht nur etwas Gebrauchtes, sondern auch was Neues bekommen würden, so Hans Alt, der seinen Appell unter das Motto „Lagerprobleme lösen, Müll vermeiden und Leuten in Not helfen“ stellt.

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Nach dem jüngsten Hilfstransport nach Alba Iulia erreichen ihn Briefe voller Dankbarkeit von Margarethe Hausner, bekannt als Schwester Maria – sie stammt ursprünglich aus Oberneukirchen und leitet das Kloster St. Iosif. „Wenn solche Rückmeldungen kommen, da kann man doch nicht anders, als weiterzumachen“, erklärt Alt seine Motivation.

Freuen sich über Wasch- und Hygienemittel: Bedürftige in Alba Iulia, Siebenbürgen.

Anrührend seien auch die Details, die er durch die Briefe erfährt. „Wir sind so dankbar, dass wir Käse für Abendessen haben und auch für manche Fastenspeise, dass unser Informatikangebot einen Sprung nach vorn getan hat durch Deine Computer und Drucker, dass wir genügend Matratzen zum Auswechseln haben“, schreibt die Ordensschwester, die auch froh sei, dass ausreichend Windeln vorhanden seien und auch diverse Artikel aus den Spenden vor Ort verkauft werden können.

Mit Grieß kann man einiges zubereiten

„So können wir etwas Geld für den Unterhalt unserer Einrichtungen – aus der Altenheime – einnehmen. Es sind immer sehr schöne Sachen dabei, die gut weggehen“, sagt die Ordensfrau.

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Sie selbst habe sich am meisten über den Grieß gefreut, „den wir notwendig brauchen konnten. Wir haben zur Zeit viel Milch. Da kann man mit Grieß einiges zubereiten“, berichtet sie.

„Irgendwo habe ich einen Regenmantel herausgefischt für unser Mädchen, das ein soziales Jahr ableistet. Sie muss immer, auch bei Regen, mit dem Fahrrad ins Altenheim fahren“, so Schwester Maria.

Leider seien auch Neid und Anfeindungen in Coronazeiten ein Problem für Einrichtungen wie ihre, sobald sie Unterstützung erführen. „Unter dem Virusterror wächst auch der Verrat“, schreibt sie bitter

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