BartholomäusGaigl lauschtvomBankerl aus

Ein Hobby-Poet wird 90

Der Rentner und Hobby-Poet Bartholomäus Gaigl (vorne) ist 90 Jahre; es gratulierten (Mitte von links) Sohn Anton und Gertraud Gaigl mit den Enkeln Andreas und Christian sowie (hinten von links). Landrat Martin Bayerstorfer und Bürgermeister Ullrich Gaigl. Foto Weingartner
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Der Rentner und Hobby-Poet Bartholomäus Gaigl (vorne) ist 90 Jahre; es gratulierten (Mitte von links) Sohn Anton und Gertraud Gaigl mit den Enkeln Andreas und Christian sowie (hinten von links). Landrat Martin Bayerstorfer und Bürgermeister Ullrich Gaigl. Foto Weingartner

Mithilgen - Des is da Gaigl Bart und do is a dahoam", verkündet ein Schild am Straßenrand (ED 2086) beim Weiler Mithilgen. Anlass ist der 90.

Geburtstag von Bartholomäus Gaigl, Rentner und Hobby-Poet, der hofft, das "Verfallsdatum" möge noch lange nicht ablaufen.

Seine 90 Jahre mag man Bartholomäus Gaigl nicht ansehen, als er ohne Brille in der Stube seinen selbst verfassten Lebenslauf den Gratulanten flüssig und betonend vorträgt. Aufmerksam hören seine Gäste, Landrat Martin Bayerstorfer und der nicht verwandte Bürgermeister von St. Wolfgang, Ullrich Gaigl, zu und gratulieren dem Jubilar zu seinem runden Geburtstag.

Der Jubilar wuchs mit drei Schwestern am elterlichen Hof auf. Kaum aus der Volksschule, musste er schon schwere Feldarbeit leisten, mit Ochsengespannen die Felder bestellen, weil der Vater immer wieder zur Wehrmacht einberufen wurde.

Noch keine 18 Jahre alt wurde er selbst 1943 zum Reichsarbeitsdienst einberufen, dann zum Kriegsdienst, dort wurde er in den letzten Kriegstagen schwer verwundet. Eine schmerzhafte Lähmung war die Folge, die ihn bis heute begleitet.

Sein Lebensglück fand der Jubilar gleich nebenan. 1954 heiratete er die Nachbarstochter Walburga Attenberger. Aus der Ehe gingen vier Töchter und ein Sohn hervor, der den Hof vom Vater übernahm. Die Freude des Jubilars sind seine vier Enkel und zwei Urenkel. "Meine Wally", so der Jubilar über seine Frau, sei nach liebevoller Pflege daheim im Jahr 2004 gestorben.

Batholomäus Gaigl ist auch heute noch mit seinem Auto unterwegs und besucht einmal wöchentlich eine Seniorengruppe in Lappach sowie das Nachbarschaftstreffen in Sollach. Er hoffe, dass die vielen Glückwünsche Wirkung zeigten in Bezug auf sein noch nicht abgelaufenes "Verfallsdatum". Vorsichtshalber, so verrät er, habe er eine Flasche "Kerschgeist" bereit. Vielleicht ließen sich noch ein paar Jahre abhandeln - gemäß dem Volksstück "Der Brandnerkaspar und das ewig‘ Leben".

Der 90-Jährige offenbart noch eine weitere Seite. Er liest nicht nur täglich die Heimatzeitung, er schreibt auch selber - Gedichte. "Mei Bankerl vorm Haus" trägt er vor, in Mundart. Eine poetische Beschreibung seiner vielen Beobachtungen des Alltags vom Bankerl aus. hew

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