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Was man auf Flohmärkten entdecken kann

Historischer Fund wird vom Patenverein Penzing an die Wasserburger Schützen übergeben

Der Briefkopf des Schützenamtes der Stadt Wasserburg um die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.
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Der Briefkopf des Schützenamtes der Stadt Wasserburg um die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Der Schützenmeister der Penzinger Schützen entdeckte auf dem Flohmarkt eine Rarität, die historisch vor allem für den Wasserburger Schützenverein interessant ist.

Wasserburg – Ein buchstäblich gewichtiges Geschenk erhielten die Wasserburger Schützenbrüder vor zwei Jahren von ihrem Patenverein, der Schützengesellschaft Penzing. Deren Schützenmeister Christian Mayer hatte auf einem Flohmarkt die Litho-Platte entdeckt, ihre Bedeutung erkannt und den Wasserburgern geschenkt.

Der 39 mal 29 Zentimeter große und vier Zentimeter starke Stein aus Solnhofener Plattenkalk trägt den kunstvoll gestalteten Briefkopf für „Das Schützenmeister-Amt der kgl. Stadt Wasserburg“ mit einer kleinen Vignette der Stadtansicht. Damit verweist die Druckplatte einerseits auf die Organisation des Schützenwesens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert und andererseits auf die Herstellung von Lithografien in der Stadt selbst.

Die älteste Nachricht dazu stammt von der 1818 gegründeten „Zeichnungsschule“, wo es Abzüge von Zeichnungen des Meisters Merz (März) als Vorlagen gab, die im damaligen Strafarbeitshaus hergestellt worden waren. In einem Brief vom 1. Juli 1839 an Franz Lueginger in Wasserburg schreibt der Lithograf Franz Molitor, der sich eine Weile hier aufgehalten hatte und nach Rumänien weitergezogen war, dass sich Herr Springer „der Preße ein bissel annehmen [solle], damit sie nicht etwa wie vorher unbenutzt steht“.

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Als örtliche Lithografen jener Zeit kommen Jakob Strixner (1809 – 1871), der bei seinem berühmten Onkel Johann Nep. Strixner in München die Ausbildung erhalten hatte, und Joseph Springer (1812 – 1870), Zuckerbäcker und Zeichenlehrer, in Frage. Es fallen einem auch Namen wie Joh. Michael Rehsle, Joseph Wild, Joseph C. Cogels und Gustav W. Kraus ein, die jedoch weniger Gebrauchsgrafik als kunstvolle Ansichten der Stadt, von Plätzen und Gebäuden, geschaffen haben. Am ehesten wird man den fein geätzten Briefkopf des „Schützenmeister-Amtes“ Jakob Strixner zuschreiben dürfen, von dem ähnliche Arbeiten – wie ein Haussegen für Peter Breitenacher oder eine Dankadresse an die Mitglieder der Armenpflege von 1844 für die Unterstützung zur Ausbildung als Lithograf – existieren. Diese Zuschreibung passt auch zur ersten Erwähnung des „Stadt-Schützenmeisteramtes“ im Wochenblatt für das Landgericht Wasserburg vom 4. Juni 1848, als der Stadtschreiber Joseph Heiserer und der Bierbrauer Gräf als Schützenmeister zu einem Scheibenschießen nach Perfall einladen.

Unter dem Stadt-Schützenmeisteramt dürften mehrere Vereine wie die Königlich Privilegierte Feuerschützengesellschaft oder die 1841 gegründete „Schneider‘sche Pallester-Schützen-Gesellschaft“ und andere organisatorisch zusammengefasst gewesen sein. JF/MN

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