Herbstmarkt in Corona-Zeiten: Haager beweisen Mut und haben Erfolg

Zweites Experiment gelungen: Haag zieht eine positive Bilanz des Herbstmarktes, der an die Erfolge der Pfingstveranstaltung anknüpfte.  Bauer
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Zweites Experiment gelungen: Haag zieht eine positive Bilanz des Herbstmarktes, der an die Erfolge der Pfingstveranstaltung anknüpfte. Bauer

Haag hat sich erneut getraut: mit Erfolg: Die Bürger erlebten mit ihren Gästen aus dem Umland einen Herbstmarkt mit guten Besucherzahlen – bei strahlendem Spätsommerwetter und ohne Zwischenfälle.

Von Ludwig Meindll

Haag – 30 Stände waren aufgebaut. Es gab sogar ein Begleitprogramm. Kommune und Geschäftsleute hätten bewiesen, dass eine solche Veranstaltung auch in Corona-Zeiten möglich sei, zogen Bürgermeisterin Sissi Schätz und Thomas Sax bei der Abschlussbesprechung im Hofcafé Bilanz.

Der Fierant Kuro Aotice war mit seinen Kurz- und Haushaltswaren bis aus Augsburg angefahren und freute sich: „Heute sind viele Leute da!“ Er bedauerte, dass Haag der letzte Markt in diesem Jahr für ihn sei. Schließlich seien die meisten Veranstaltungen dieser Art in der Region abgesagt worden. Seit Jahren bietet der Händler in Haag seine Waren an und versichert: „Komme nächstes Jahr wieder.“

Volle Tische, ausverkaufte Stände

Von der Haager Geschäftswelt beobachtete Alfons Reiter von seinem Uhren- und Schmuckladen aus einen „wahnsinnigen Betrieb“. Im Geschäft habe sich die Kundschaft ab 14 Uhr eingestellt. Volle Tische verzeichneten die Gastronomen, die zahlreiche Gutscheine von den „Haag aktiv“-Geschäften einzulösen hatten. An der Bewirtungsgutscheinaktion beteiligten sich „Czappuccino“, „Hofcafé“, „Il Caminetto“, „La Siciliana“, „Taj Mahal“ und „Unertl Bräustüberl“. Bedienung Steffi vom „Unertl Bräustüberl“ brachte es auf den Punkt: „Es war brutal viel los. Ich bin gelaufen von der Früh bis auf d’Nacht.“ Matthias Bachmeier verbuchte im „Hofcafé“ zum Biergarten mit Musik einen „mehr als erwarteten Zuspruch“.

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Die Rechnung der Haager Geschäftswelt war somit aufgegangen. Im Gegensatz zu anderen Städten und Kommunen, die alle Märkte strichen, landeten die Geschäftsleute nun nach dem Erfolg des Pfingstmarktes einen zweiten Volltreffer. „30 Stände, ausverkauft!“, meldete „Haag aktiv“-Chef Thomas Sax für den Marktberg. „Das Konzept ist wie beim ersten Markt aufgegangen“, bilanzierte Bürgermeisterin Schätz. „Ich führe das auf die vernünftige Planung zurück.“ Was die Geschäftsleute geboten hätten, habe den den Geschmack der Leute getroffen. Haag habe mit diesem Markt einen Spagat gemeistert. „Es sollte was los sein, aber kein Trubel und Volksfest“, unterstrich die Bürgermeisterin. „Entspannter“ wirke inzwischen das Publikum: „Die Gäste würden nicht von überall herkommen, wenn sie sich unsicher fühlten.“

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„Extrem gemischtes Publikum vom Baby bis zum Opa“ hatte sich nach der Beobachtung von Loreen Voglsamer von „Security Jahn“ eingestellt. Ihre Bilanz lautete: „Wir haben keinen Ärger gehabt.“ Im Vergleich zum Pfingstmarkt, wo sie sich noch distanzierter verhalten hätten, seien die Gäste diesmal kauffreudiger gewesen. Ungewöhnlich habe sie die Resonanz auf die Anwesenheit des Sicherheitsdienstes bei Fieranten und Besuchern empfunden: „Die haben sich gefreut, dass wir da waren.“

Generell sei man über die Durchführung des Marktes glücklich gewesen. Manche Gäste sprachen den Haagern Respekt aus, dass sie sich getraut und alles so gut im Griff gehabt hätten.

Brav in langer Schlange angestanden

An zwei Tagen wurde auf dem Gelände des „Bike Service Gruber“ der Schnäppchenmarkt abgehalten. „Ein sehr diszipliniertes Verhalten“ bescheinigte Bernhard Gruber den Gästen, die sich auf dem Gehsteig anstellten, weil nur jeweils 40 Besucher das Areal betreten durften. „Das war mal was anderes, die Leute haben es gut angenommen“, so Gruber.

Nach einer Pause von 70 Jahren wurde in Haag wieder ein Bulldog-Geschicklichkeitsfahren ausgetragen. Thomas Sax kommentierte vom Wagen aus die vier Stationen mit Hindernissen und Rangieren. Acht Fahrer mit Traktoroldies der Marken „Eicher“, „Lanz“ und „Fendt“ bewiesen ihr Können. Sieger wurde Lorenz Keilhacker vor Franz Decker und Matthias Biller, der mit 80 Jahren aus Bockhorn im Landkreis Erding angefahren war.

Ein Stand, der in die Zeit passt: genähte Masken.
Geschickte Bulldogfahrer zeigten ihr Können.

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