Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Sondersitzung des Gemeinderates in Rott

Haushalte finanzieren Neubau der Kläranlage in Rott demnächst mit

Einstimmig entschied sich der Gemeinderat in Rott für ein Kombibecken mit innenliegender Nachklärung.
+
Einstimmig entschied sich der Gemeinderat in Rott für ein Kombibecken mit innenliegender Nachklärung.
  • VonRichard Helm
    schließen

Die Kläranlage in Rott ist in die Jahre gekommen. Sie entspricht nicht mehr den aktuellen Verordnungen. In einer Sondersitzung beschloss der Gemeinderat jetzt einen Neubau mit sieben Millionen Euro Investitionskosten. Fördergelder gibt es dafür nicht.

Rott – Zu einer Sondersitzung trafen sich die Gemeinderäte in Rott: Thema war die Kläranlage, die 1973 erbaut wurde und nicht mehr den Vorgaben entspricht. Eine Sanierung soll erfolgen. Bürgermeister Daniel Wendrock (parteifrei) wies darauf hin, dass keine Förderung in Anspruch genommen werden kann. Ein großer Teil der Kosten müsse deshalb über Verbesserungsbeiträge der Haushalte ab 2023 finanziert werden.

Umfangreiche Voruntersuchungen

Das Ingenieurbüro Dippold & Gerold in Prien wurde mit einer Voruntersuchung beauftragt. Diplom-Ingenieur Anton Mader wertete dazu die Betriebstagebücher seit 2017 aus, rechnete die Ergebnisse auf die nächsten 20 Jahre hoch, unterstellte einen Bevölkerungszuwachs und bezog auch das mittlerweile veränderte Wettergeschehen mit ein. Zudem prüfte er den Schmutzanfall und die dafür erforderlichen Anforderungen. Auch die bestehende Anlage wurde genau untersucht. Die Sanierung der bestehenden Maschinen- und Elektrotechnik galt es zu beurteilen. Eine Baugrundprüfung wurde von der Firma IB Crystal Geotechnik letztes Jahr durchgeführt. Zum Schluss galt es die Arbeitsstätten nach den geltenden Vorschriften anzupassen und zu erneuern.

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier. +++

In der Sondersitzung des Gemeinderates stellten die Diplom-Ingenieure Anton Schmuck und Anton Mader das Ergebnis dieser umfangreichen Berechnungen den Gemeinderäten vor.

Ein großes Problem stelle der Baugrund dar, so die Ingenieure. In einer Tiefe von 1,35 Zentimeter stießen die Planer auf einen zusammenhängenden Grundwasserspiegel. Bei einer Entleerung der Becken bestehe die Gefahr, dass sie vom Grundwasser nach oben gehoben werden. Zudem sei der Boden nicht tragfähig.

Zur Erstellung von unterirdischen Becken seien ein aufwendiger Verbau und zusätzliche Maßnahmen zur Auftriebssicherung notwendig. Mader stellte mehrere Varianten vor: Die ersten Varianten sehen die schrittweise teilweise Nutzung der bestehenden Anlagenteile vor und liegen bei Investitionskosten zwischen sechs und 6,9 Millionen Euro. Zu diesen Summen kommen immer die Sanierungskosten für die bestehenden Anlageteile von rund 1,2 Millionen in den nächsten Jahren.

Lageplan der Kläranlage in Rott.

Die Variante vier mit einem Neubau erscheint mit Investitionskosten von sieben Millionen am teuersten, aber dadurch, dass hier die Sanierungskosten für die bestehende Anlage entfällt, ist diese Variante am günstigsten. Und sie hat den Vorteil, dass die Kläranlage während der Bauzeit weiterlaufen kann. Ein neues Kombibecken mit 3,3 Kubik wird erstellt. Das alte Becken kann als Notbecken vorgehalten werden. Die Druckluftstation kann beim Hebewerk eingerichtet werden, was kurze Leitungswege ermöglicht. Das Betriebsgebäude wird aufgestockt und eine Klärschlammlagerhalle angebaut. Mehrheitlich sprachen sich die Gemeinderäte für diesen Anlagenneubau aus. Der Beschluss fiel einstimmig.

Ein weiter Weg bis zum Baubeginn

Nach dieser Voruntersuchung tritt die Gemeinde in ein VgV-Verfahren („Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge“, kurz Vergabeverordnung) zur Auftragserteilung eines Bauentwurfes ein. Bis zur fertigen Kläranlage sei es noch ein weiter Weg, so Wendrock.

Die Abstimmung der aktuellen Planungen mit dem Wasserrecht und dem Naturschutz ist von Nöten. Dann erst können die Bauantragsunterlagen erstellt und genehmigt werden. Nach einer öffentlichen Ausschreibung wird letztendlich der Bau durchgeführt. Die Ingenieure von Dippold & Gerold rechnen mit einer Bauzeit von zwei Jahren.

Die alte Kläranlage entspricht nicht mehr den Vorschriften

Die Kläranlage in Rott wurde 1973 erbaut. Sie stößt an ihre Grenzen und entspricht nicht mehr den für die Abwasserbeseitigung geltenden Vorschriften. Die wasserrechtliche Erlaubnis zum Betrieb der Kläranlage läuft im Jahr 2026 aus. Die Gemeinde ist also gezwungen zu handeln, um eine ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung zu gewährleisten. Im Juni 2020 wurde der Gemeinderat vor die Frage gestellt, ob das Rotter Abwasser über die Leitungen der Gemeinde Schechen in die Kläranlage nach Rosenheim geleitet werden solle oder ob die Ertüchtigung der Kläranlage anstehe.

Eine Abwägung zeigte, dass die Kosten für eine Ableitung zur Kläranlage Rosenheim die Kosten für eine Instandsetzung in Rott langfristig überwog. Der Gemeinderat entschied, dass die Abwasserbeseitigung bei der Gemeinde Rott bleibt und die Kläranlage saniert und modernisiert wird. Nun fiel der Beschluss über die weitere Vorgehensweise.

Kommentare