„Das öde Haus“ ist alles andere als öde!

Stefania Peter hat in ihren Bildern ein poetisches Abbild der ländlichen Kulturlandschaft geschaffen.
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Stefania Peter hat in ihren Bildern ein poetisches Abbild der ländlichen Kulturlandschaft geschaffen.

Amerang – „Und doch weiß ich selbst nicht, wie es kam, dass bei dem öden Hause vorbeischreitend ich jedes Mal wie festgebannt stehen bleiben und mich in ganz verwunderliche Gedanken nicht sowohl vertiefen, als verstricken musste.“ Diese Gedanken des Dichters E.T.A.

Hoffmann aus seinem Werk „Das öde Haus“ sind der Ursprung einer neuen Studioausstellung im Bauernhaus Amerang.

Die Künstlerin Stefania Peter ließ sich von diesen Zeilen faszinieren, als sie die zahlreichen alten, fast dem Verfall preisgegebenen Häuser im Chiemgau sah. „Ich muss sie zeichnen“, so die Künstlerin. Mit spitzer Feder bannte sie verlassene historische Bauernhöfe, Wirtschaftsgebäude aber auch Bürger- und Handwerkerhäuser auf Papier. Ihre kolorierten Federzeichnungen sind in der Studioausstellung „Das öde Haus“ in den Räumen der Furthmühle im Bauernhausmuseum bis zum 8. November zu besichtigen.

Die Sammlung zeichnet ein poetisches Abbild der ländlichen Kulturlandschaft. Stefania Peter hält mit geübtem Auge den Charakter der Häuser fest, wie sie fotografisch nicht festzuhalten sind. „Ich lasse beispielsweise einen Baum vor einem Bauernhof weg, weil ich so die Ästhetik der Fassade viel besser zur Geltung bringen kann.“ Zu sehen sind beeindruckende Beispiele aus dem Chiemgau, wie beispielsweise die Sommerlaube eines ehemaligen Braugasthofes in Trostberg, ein Bauernhaus mit Kramerei im Gemeindegebiet Pittenhart, ein Bauernhaus in Soyen oder die Brechhütte in Babensham.

Häuser sind für Stefania Peter mehr als nur stumme Zeugen der Vergangenheit. „Eine Hausfassade kann wie ein Gesicht mit Falten sein, das seine Geschichte erzählt.“ Mit verschiedenen Schraffuren gibt sie den Gebäuden eine räumliche Tiefe, und zusammen mit den Kolorierungen stellt sie Risse, verschiedene Mauern und den Putz auf den Fassaden besser dar. Die Künstlerin hat Architektur studiert und restaurierte gemeinsam mit ihrem Mann in der Vergangenheit historische Gebäude, wie etwa die Klosterkirche Tegernsee.

Zu der Ausstellung ist eine kleine Postkartenmappe erschienen, die im Museumsladen genauso zu erwerben ist, wie die bereits 2018 veröffentlichte Publikation von Stefania Peter im Volk Verlag „Das öde Haus“. Geöffnet ist das Bauernhausmuseum dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von10 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter www.bhm-amerang.de oder Telefon 0 80 75/91 50 90.

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