Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Angeklagter glitt auch in die Alkoholsucht ab

Handwerker aus dem Wasserburger Land bedroht und bespuckt Polizisten

-
+
-
  • VonTheo Auer
    schließen

Vor dem Schöffengericht Rosenheim stand ein Mann aus dem Altlandkreis Wasserburg, der mehr und mehr in die Alkoholsucht abgerutscht war. Familienstreitigkeiten eskalierten, Polizisten wurden angegriffen.

Wasserburg/Rosenheim – Die Eltern des Angeklagten hatten einen kleinen Bauernhof. Nach deren Tod war dieser Betrieb wirtschaftlich nicht aufrecht zu halten. Der Handwerker richtete statt dessen eine Werkstatt ein, mit der er sich selbstständig zu machen versuchte.

Unter einem Dach getrennt von Mutter und sohn

Unzufrieden war er mit der Entwicklung seines Sohnes. Um in diesem mehr „Leistungsbereitschaft“ zu wecken, so seine Einlassung bei Gutachter Dr. Josef Eberl, Psychiater und Oberarzt im Inn-Salzach-Klinikum, habe er ihm 2019 den Hof überschrieben. Dies sei aber wenig erfolgreich gewesen, sodass es zunehmend zu Auseinandersetzungen gekommen sei. Gleichzeitig sei auch aus diesem Grunde sein Hang zum Alkohol größer geworden. Der Gutachter berichtete, dass der Angeklagte seit Langem an Depressionen leide, aber seit zwei Jahren, also tatsächlich mit Beginn der häuslichen Probleme, dem Alkohol verfallen sei.

Dies hatte zur Folge, dass er nach dem Gewaltschutz-Gesetz gerichtlich von Sohn und Mutter unter dem gleichen Dach getrennt leben musste. Mehrmals musste die Polizei anrücken, um in der Familie friedensstiftend einzugreifen.

Angriffe mit Body-Cam gefilmt

Außer Kontrolle gerieten Einsätze am 10. Juni und am 27. August 2020. Dabei beleidigte, bedrohte und bespuckte der Angeklagte die Beamtinnen und Beamten. Einen Eindruck davon bekam das Gericht mittels der Aufzeichnungen, welche die Beamten mit der sogenannten „Body-Cam“ gefertigt hatten.

Schwerwiegender aber war der Vorwurf, der Angeklagte hätte einem Beamten der Bereitschaftspolizei dessen Waffe zu entreißen versucht. Tatsächlich war auf einem Video zu sehen, dass er in dem Getümmel eine Hand an der Waffe des Beamten hatte.

Keine Bagatelle

Seit Ende Oktober befindet sich der Angeklagte in einer Therapie – weit weg von der Familie. Er ist dort auf einem guten Weg der Abstinenz.

In seinem Schlussvortrag bestand der Staatsanwalt auf einem versuchten Waffenraub, der möglicherweise nicht die ursprüngliche Absicht gewesen, aber dennoch vollzogen worden sei. Neben den Beleidigungen und Widerstandshandlungen sei der Mann deshalb zu einer Haftstrafe von zwei Jahren zu verurteilen. Weil geständig und ohne Vorstrafen, könne dies zur Bewährung ausgesetzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren: Polizist beleidigt: Als Strafe schreibt 20-Jähriger aus dem Wasserburger Land einen Aufsatz

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Gerhard Erdmann, hob hervor, dass der vorgeworfene Griff an die Waffe des Beamten in dem Getümmel und völlig unbeabsichtigt geschehen sei. Lediglich die Widerstände und Beleidigungen seien zu verurteilen. Das Strafmaß stellte er in das Ermessen des Gerichtes.

Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Matthias Knoblauch akzeptierte den Einwand der Verteidigung. Eine Absicht des Angeklagten, sich in den Besitz der Waffe zu bringen, sei nicht nachzuweisen. Dennoch stimmte das Gericht im Strafmaß dem Staatsanwalt zu. Zu intensiv, andauernd und gröblich sei das Verhalten des Verurteilten gewesen, als dass dies als Bagatelle gelten könne.

Als Bewährungsauflage hat der Mann die Therapie fortzusetzen und Alkoholabstinenz einzuhalten. Außerdem wurde er der Überwachung durch einen Bewährungshelfer unterstellt.

Mehr zum Thema

Kommentare