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Hallenbau in Oberdieberg: Albaching ringt um den richtigen Weg

Das Bauvorhaben der Firma Huber hier in Oberdieberg sorgte für lange Diskussionen in der vergangenen Sitzung des Albachinger Gemeinderats.
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Das Bauvorhaben der Firma Huber hier in Oberdieberg sorgte für lange Diskussionen in der vergangenen Sitzung des Albachinger Gemeinderats.
  • vonIrmi Günster
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Es ist ein sensibles Gebiet am Waldrand: Deshalb tut sich der Gemeinderat Albaching nicht leicht bei der Bauleitplanung für eine neue Halle der Spedition Huber in Oberdieberg. Der Antrag löst auch schwierige Grundsatzfragen aus.

Albaching – Eine längere Diskussion entspann sich im Albachinger Gemeinderat um ein Bauvorhaben im Gewerbegebiet „Oberdieberg“. Dort will die Spedition Huber eine temperaturgeführte Halle bauen, südlich der bereits bestehenden.

In der Sitzung galt es für das Ratsgremium, eine konkrete Aufgabe zu lösen: Eine Entscheidung treffen zu der Frage, ob es vorstellbar ist – bei Einhaltung mehrerer Bedingungen und Auflagen – eine Änderung des Flächennutzungsplans sowie die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans einzuleiten.

Die Diskussion zeigte, was dem Rat wichtig ist: Die Bereitstellung von Ausgleichsflächen innerhalb des Gemeindegebiets, die auch „dinglich gesichert“ werden.

„Brutaler Einschnitt ins Gelände“

Zudem müssten die bisher noch offenen oder nicht vollständig umgesetzten Ausgleichs- und Eingrünungsmaßnahmen bezüglich früherer Bauvorhaben nach Ansicht des Rats „zeitnah durchgeführt und auf Dauer erhalten“ werden. Die Kosten der Bauleitplanung muss die Firma Huber tragen.

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Gemeinderat Josef Pöschl (GWA) sah weniger die geplante Halle an sich als „problematisch“ an, sondern vielmehr den „brutalen Einschnitt ins Gelände“; zudem werde „Waldboden aufgemacht“. Als „nicht so optimal“ bezeichnete er zudem die Auswirkungen auf die Nachbarn.

August Seidinger (GWA) fand die Anforderungen an den Bauwerber „gut“, nicht so sehr aber das bisherige Vorgehen der Firma. Der Platz an sich sei geeignet, es gebe „keine besseren Alternativplätze“. Der Wald müsse aber durch einen stabilen Rand „gesichert“ werden.

Viele Aspekte zu berücksichtigen

Als „Vorhaben mit sehr vielen Aspekten“ bezeichnete die stellvertretende Bürgermeisterin Jessica Vital-Robarge (GWA) das Thema. Dieses grundsätzlich abzulehnen wegen des Eingriffs in die Natur war für sie „unrealistisch“, zumal die Gemeinde die Erweiterung von Gewerbe begrüße. Positiv fand sie die „gute Mitarbeit“ des Baubewerbers bei den bisherigen Besprechungen. Allerdings habe man in der Vergangenheit bei anderen Baumaßnahmen der Erfüllung der Auflagen „hinterherlaufen müssen“.

Diskussion über Ökokonto

Vonseiten der Gemeinde vermisste sie generell eine Planübersicht in Form eines „Ökokontos“ von Albaching. Früher habe der Rat den Grundsatz aufgestellt, dass keine neuen Vorhaben genehmigt würden, solange die „Altlasten“ noch nicht abgearbeitet worden seien. Die Altlasten seien schon erledigt worden, hielt Bürgermeister Rudolf Schreyer (FW) dagegen und müssten nur von der „Unteren Naturschutzbehörde“ noch überprüft werden. Grundsätzlich gebe es Listen mit Ausgleichsflächen, die aber erst im Detail überarbeitet und dem Gemeinderat vorgelegt werden müssten, was sich seiner Ansicht nach „über Monate“ hinziehen würde.

Antrag auf Zurückstellung abgelehnt

Jessica Vital-Robarge, deren Beschlussvorschlag auf Vertagung des Tagesordnungspunkts sich nicht hatte durchsetzen können, beharrte darauf: „Man sollte sich die Zeit nehmen und den Antrag zurückstellen“. Da war der Bürgermeister anderer Meinung: Hierbei handle es sich nicht „um wesentliche Dinge“. Dominic Janda (GWA) pflichtete seiner Ratskollegin aber bei. Dies sei schon ein „zentrales Thema“. Im Übrigen müsse man „ja nicht jeden Strauch prüfen, sondern vielmehr den „ökologischen Wert“ der Flächen.

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Verwaltungsleiter Christian Thomas wies darauf hin, dass es beim Bau der vorherigen Halle einen ökologischen Ausgleich noch gar nicht gegeben habe und dass grundsätzlich die Gemeinde für das Erbringen desselben verpflichtet sei, was man natürlich in einem städtebaulichen Vertrag regeln könne. Im Übrigen handle es sich hier um einen flächenhaften Ausgleich und nicht um stückweisen.

Sebastian Friesinger (GWA) favorisierte wie schon in den vorhergehenden Sitzungen ein Gesamtkonzept für den Flächennutzungsplan und sprach sich gegen „scheibchenweise Bauleitplanung“ aus. Im südlichen Bereich würde er der Flächennutzungsplanänderung zustimmen. Es handle sich hier um „einen sehr guten Betrieb“, der diese Halle brauche.

Städtebauliche Verträge wichtig

Gemeinderätin Marlene Langmeier (GWA) gab zu bedenken, dass man mit der Änderung des Flächennutzungsplans „ja kein Baurecht“ schaffe. Stefan Schwimmer (GWA) schloss sich Friesinger an: „Mit einem städtebaulichen Vertrag kann man die Sache auf saubere Füße stellen“. Dieser sei „mit Sicherheit ein guter Hebel“, pflichtete ihm Vital-Robarge bei, aber bezüglich der Ausgleichsflächen „tue ich mir schon schwer“. Sie blieb dabei: Bevor man einer so „weitreichenden Sache“ zustimme, sollte man Auflagen der früheren Vorhaben abgearbeitet haben.

Bürgermeister Schreyer stellte in Aussicht, sich darum kümmern zu wollen, dass die Übersicht über die Ausgleichsflächen von der Verwaltung überarbeitet werde.

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