Haags Sportreferent fordert: Mehr Engagement für die Jugend – auch in Corona-Zeiten

Sportreferent Thomas Eberharter erläutert beim Interview seine Pläne.
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Sportreferent Thomas Eberharter erläutert beim Interview seine Pläne.

Knapp drei Monate im Amt – nun kann der neue Haager Sportreferent Thomas Eberharter endlich nach vorne gehen. Bisher war er, wie die Vereine, durch die Krisensituation ausgebremst. Für die Zukunft setzt er auf Kooperation der Organisatoren des Haager Sports.

Von Heike Duczek

Haag – „Krasse Maßnahmen“ waren zum Amtsantritt nötig, berichtet Eberharter. Alle Fußballfelder des Gemeindebereichs habe man mit Betretungsverbot sperren müssen, darunter auch das Soccerfeld für amerikanischen Fußball in Oberndorf, das von Anfang an „total gut angenommen“ worden sei.

Sorgen um das Ehrenamt

Einen ersten Erfolg verbuchte er mit Öffnung der Realschulturnhalle über die Ferien, in denen diese normalerweise geschlossen ist. Viele Vereine von den Turnern bis zu den Basketballspielern sind auf Hallen angewiesen. „Das ist geglückt“, so Eberharter, der dazu Rücksprache mit dem neuen Landrat gehalten hatte: „Den kenne ich, der ist auch Sportler.“ Ein weiteres Problem hatte „Corona“ beschert. Es stoppte das Vereinsleben, was nach Ansicht des Sportreferenten gefährlich ist: „Wenn man nichts mehr zu bieten hat, dann springen Mitglieder ab.“ Generell stelle sich auch nach wie vor das Problem mit dem Ehrenamt. Eberharter weiß, wovon er redet. Er ist seit einigen Jahren stellvertretender Vorsitzender des Sportvereins Oberndorf und spielte 15 Jahre lang Fußball, bis eine Verletzung seine Karriere beendete. Es gäbe viele, die „sehr gescheit reden“, sich aber vor der Übernahme eines Ehrenamtes drückten. Vor allem die Einheimischen sieht er in der Pflicht: „Man muss sich mit seinem Verein identifizieren können.“

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Zudem sitzt den Vereinen die Sorge um den Nachwuchs im Nacken. Die Konkurrenz des Angebots, beispielsweise durch den Computer zuhause, sei heute bedeutend höher als früher: „Bei uns hat es nichts anderes gegeben als den Fußballplatz.“ Er befürchtet, dass in der Zukunft nicht alle Vereine überleben. Deshalb schlägt er vor, Programme für die Jugend auszuarbeiten. Die Gemeinde könne sich eventuell noch mehr in der Jugendförderung engagieren.

Verlängerter Arm des Haager Sports

Wenn nun die Aktivitäten wieder anlaufen, bis hin zu den Meisterschaftsspielen im Fußball, bietet sich Thomas Eberharter verstärkt als Ansprechpartner für alle Akteure und Sparten des Sports an. So will er Behördenwege verkürzen oder ersparen. Da er erstmals neben seiner Wahl als Gemeinderat auf der CSU-Liste den Sprung in den Kreistag schaffte, möchte er auch hier der „verlängerte Arm des Haager Sports“ sein.

Runden Tisch wieder beleben

Zu seinen Plänen zählt ferner, dass der einst bestehende Runde Tisch der Haager Vereine wieder belebt wird: „Es ist wichtig, dass sich die Vorstände regelmäßig treffen, auch zur leichteren Durchführung großer Veranstaltungen.“ Für die Zukunft müssten die Vereine besser für dieses Ziel kooperieren.

Wieder aufgreifen könnte man den Tag der Vereine, an dem sich jeder der Öffentlichkeit präsentiert. Die Anschaffung eines zweiten Citymobils sei zu überlegen, da eines nicht ausreiche. Grundsätzlich will der Haager Sportreferent mit der Gemeinde den Breitensport fördern. Am Beispiel des Haager Skiclubs und Franziska Preuß sehe man ja, dass Talentförderung Erfolge verbuchen kann.

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