Haager Geschäftsleute bitten: jetzt keine Baustelle vor der Ladentür

Sinkende Umsätze: Während dem lokale Handel Schließungen, Maskenzwang und Abstandsgebote das Leben schwer machen, boomt der Onlinehandel. . dpa
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Sinkende Umsätze: Während dem lokale Handel Schließungen, Maskenzwang und Abstandsgebote das Leben schwer machen, boomt der Onlinehandel. . dpa

„Gravierende Auswirkungen“ durch die Corona-Krise verspüren Handel und Gewerbe in Haag. Die aktuelle Lage präsentierten Bürgermeisterin Sissi Schätz und „Haag aktiv“-Chef Thomas Sax dem „Ferienausschuss“ des Gemeinderats im Bürgersaal.

Haag– Neben Direkthilfen vom Staat hatte die Gemeinde Haag bereits steuerliche Erleichterungen für die ansässigen Geschäftsleute signalisiert. Weit wichtiger scheinen den Betroffenen die Verschiebung der Erneuerung der Hauptstraße und finanzielle Unterstützung des Gewerbes bei Werbemaßnahmen zu sein. Entsprechende Anträge des Werberings werde der Gemeinderat bei nächster Gelegenheit behandeln, kündigte Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) an. Zur Renovierung der Hauptstraße zeigte sie wiederholt Verständnis für die gewünschte zeitliche Verlegung. Die Geschäftsleute sollten nach der Krise nicht gleich mit neuen Einbußen rechnen müssen.

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„Haag aktiv“-Chef Thomas Sax legte seine Auswertungen einer aktuellen Umfrage des Werberings unter den Mitgliedern vor. Handel und Gastronomie seien derzeit wohl „am schlimmsten betroffen“. Die Geschäftswelt ist nach Angaben von Thomas Sax momentan von Kurzarbeit, Umsatzminus bis zu Schließungen gezeichnet: „Da ist alles drin.“ Trotzdem vermittle die Umfrage eine gewisse Aufbruchsstimmung.

Umsatzrückgang von 30 bis 80 Prozent

Im Detail meldeten die Gewerbetreibenden und Kaufleute Verluste von 30 bis 80 Prozent. „Das Geschäft ist voll mit Frühjahrs- und Sommerware, die bezahlt werden muss“, so eine Aussage. Daneben seien während der Schließungszeit laufende Kosten wie Pacht, Strom und Versicherungen zu zahlen gewesen. Wenige hätten alle Mitarbeiter weiter beschäftigen können. 13 Haager Geschäfte hatten Kurzarbeit angemeldet. Die staatlichen Hilfsangebote sind bei einigen schon eingetroffen, werden von der Mehrheit noch erwartet und wurden von einem kleinen Teil noch nicht beantragt.

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Zu den Leistungen während der Schließung des Einzelhandels gehörte der verstärkte Onlineverkauf mit kostenlosem Lieferservice.

Generell befürchten die Haager Geschäftsleute und Gewerbetreibenden, langfristige Folgen durch die Corona-Krise mit schwachem Geschäft, hoffen aber auf eine „mittelfristig gesunde Situation“. Eine Vermutung lautet: „Es wird wohl zwei Jahre dauern, bis sich der Umsatz wieder stabilisiert hat.“

Ausgefallene Markttage nachholen

Eine gemeinschaftliche Werbeaktion nach Wiedereröffnen der Geschäfte befürworteten alle Teilnehmer an der Frageaktion. Sie hoffen bei Gemeinde und Bürger auf ein „klares Bekenntnis zum Einzelhandel vor Ort“ und auf ein „Sondermarktrecht“ zum Nachholen ausgefallener Markttage.

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