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Aus dem Bauausschuss

Haager Baugebiet „Südlich der Lerchenberger Straße II“ in der Schwebe

Das Baugebiet „Südlich der Lerchenbergerstraße II“ in Haag (hier vorne im Bild) ist vorerst zum Erliegen gekommen.
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Das Baugebiet „Südlich der Lerchenbergerstraße II“ in Haag (hier vorne im Bild) ist vorerst zum Erliegen gekommen.
  • VonAnja Leitner
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Lange Diskussionen im Haager Bauausschuss über die Entwässerungsprobleme des geplanten Baugebiets. Warum das Gremium gegen den Beschlussvorschlag stimmte und wie es jetzt weitergeht.

Haag – Das geplante Baugebiet „Südlich der Lerchenberger Straße II“ liegt – vorerst – auf Eis. Seit Dezember 2019 ist das Vorhaben in der Kritik des Gemeinderats, Bauausschusses und auch einiger Anlieger. Die größten Probleme: Entwässerung, Flächenversiegelung und Lärmschutz.

Der Satzungsbeschluss hätte in diesem Verfahren bis 31. Dezember 2021 gefasst werden müssen. Doch es gab Einwendungen von Bürgern, zu denen die Marktgemeinde noch Gutachten einholen musste (wir berichteten). Somit hätte das Vorhaben 2022 neu aufgenommen werden müssen. Das sollte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses geschehen. Ist es aber nicht.

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Zunächst befürwortete das Gremium einstimmig, das Bauleitplanverfahren einzustellen – eine reine Formalität. Im nächsten Schritt sollte dann die Aufstellung des Bebauungsplanes beschlossen werden. Allerdings stimmte das Gremium nach langer Diskussion gegen den Beschlussvorschlag der Verwaltung.

Sturzflutberechnung liegt noch nicht vor

Vordringliches Problem: die Entwässerung. Obwohl das Ingenieurbüro Behringer eine Lösung vorgelegt hat – nämlich die Ableitung des Regenwassers Richtung Altdorf – sind die Mitglieder damit nicht zufrieden. Der Ausschuss hat eine hydraulische Sturzflutberechnung in Auftrag gegeben, sie liegt bislang noch nicht vor.

Dr. Bernhard Grabmeyer (FWG) monierte, dass diese eine Lösung, die das Ingenieurbüro in petto habe, zu wenig wäre. „Wir brauchen einen Plan B. Und den will ich erst sehen, bevor ich dem Aufstellungsverfahren mit gutem Gewissen zustimmen kann“, erklärte er.

Dem entgegnete Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD), dass Behringer mehrere Vorschläge zur Entwässerung unterbreitet hätte. Die wirtschaftlichste Lösung sei dem Gremium präsentiert worden: die Leitung nach Altdorf. „Als der Ableitungskanal vorgestellt wurde, hatte niemand etwas dagegen. Es ist mir ein Rätsel, warum ausgerechnet die Entwässerung der Knackpunkt sein soll“, erwiderte sie.

„Als wir das Bauvorhaben in die Wege geleitet haben, war nicht klar, dass es eine Wasserableitung nach Altdorf braucht, die annähernd eine Million Euro kostet. Ich frage mich, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Wir wollen Baugrund schaffen – insbesondere für die Einheimischen – keine Frage. Aber wir sollten uns mit den Erkenntnissen befassen“ resümierte Stefan Högenauer (CSU).

Klaus Breitreiner (CSU) meinte, das ganze Bauvorhaben wäre „ein Kompromiss“ und die vergangenen zwei Jahre sei „Schadensbegrenzung betrieben worden“. Er meinte, ein Reset wäre das Beste – also „bei Null starten“.

Florian Haas (PWG) konstatierte, dass er für neue Wohnungen und Häuser sei. Aber der Bauausschuss, die Verwaltung und die Architekten hätten Fehler gemacht. Er schlug vor, dass sich der Ausschuss intern treffen solle, um eine konstruktive Manöverkritik abzuhalten. Er bemängelte außerdem, dass die neuen Erkenntnisse in drei Sitzungen nur „bröckchenweise“ vorgestellt worden seien.“ Erst das Konzept, dann die Kosten, dann hieß es, wir brauchen eine Ablaufrinne aufs Nachbargrundstück“, erläuterte Haas.

Allerding sei „das die normale Vorgehensweise“, wie die Rathauschefin erklärte. Eva Rehbein (SPD) widersprach den Ausführungen der anderen Ausschussmitglieder. Sie habe „nach bestem Wissen und Gewissen entschieden“ und stehe dazu. „Die Einwendungen der Anwohner wurden behandelt. Aber dass jetzt die komplette Planung neu aufgerollt wird, da bin ich dagegen. Warum haben wir uns dann zwei Jahre damit befasst? Das ist kontraproduktiv.“

Gespräche mit dem Investor stehen an

Wie es jetzt weitergeht mit dem Baugebiet „Südlich der Lerchenberger Straße II“ – und den damit geplanten 21 Bauparzellen, auf denen Doppel-, Mehr- und Einfamilienhäuser mit Gewerbeeinheiten geplant waren – muss erst noch geklärt werden, bestätigt die Bürgermeisterin auf Anfrage. „Wir müssen Gespräche mit dem Investor führen. Dann sehen wir weiter.“ Bis dahin ist das Bauvorhaben in der Schwebe. Das war wohl auch den Bürgern klar, die in der Sitzung anwesend waren. Denn nachdem das Gremium mit 3:6 gegen die Aufstellung des Bebauungsplans entschieden hatte, hätte man im Bürgersaal eine Stecknadel fallen lassen können, so still war es im Raum.

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