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Geschichtsverein fühlt sich übergangen

Honorar für jahrzehntealte Fakten? Burg-Gutachten schlägt hohe Wellen in Haag

Gerhard Kramer, Vorsitzender des Geschichtsvereins.
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Gerhard Kramer, Vorsitzender des Geschichtsvereins.
  • Anja Leitner
    VonAnja Leitner
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Warum hat der Gemeinderat ein externes Ingenieurbüro für Fakten beauftragt, die der Geschichtsverein schon längst zusammengetragen hat? Vorsitzender Gerhard Kramer versteht die Welt nicht mehr. Das sagt die Bürgermeisterin dazu.

Haag – Als Vorsitzender des Geschichtsvereins Haag war Gerhard Kramer sehr verwundert darüber, dass die Marktgemeinde Haag für die Begutachtung der Burg ein externes Ingenieurbüro beauftragt hat.

Nachdem Dr. Christian Kayser seinen Vortrag im Gemeinderat gehalten hatte (wir berichteten), stellte sich für Kramer die Frage, ob die Gemeinde diese Informationen nicht hätte billiger haben können – denn die Untersuchungen des Ingenieurbüros können nicht ohne erhebliches Honorar vonstattengegangen sein, so Kramer.

Viele Fakten längst bekannt

Viele Fakten, die Kayser vorgetragen habe, hätte der Geschichtsverein längst zusammengetragen, moniert er. Darunter die Erkenntnis dass die Haager Burg damals „groß und mächtig“ ausgebaut gewesen war. „Zum einen sind alle im Artikel genannten Zahlen selbst dem am wenigsten informierten Mitglied des hiesigen Geschichtsvereins bekannt und schon über 40 Jahre in diversen Druckerzeugnissen des Heimathistorikers Rudolf Münch nachzulesen“, sagt der Vorsitzende. „Der Geschichtsverein hätte nur gefragt werden müssen, dann wären diese Erkenntnisse auch zum Nulltarif zu haben gewesen. Aber leider zieht man es bei der Marktgemeinde Haag vor, sich externe Fachleute ins Boot zu holen“, beschwert er sich.

Seit 49 Jahren würden Rudolf Münch und führende Mitglieder im Geschichtsverein Forschung zu diesem Thema betreiben

„Ich habe das Gefühl, dass der Geschichtsverein eher als Konkurrent in Sachen Geschichtsdeutung gesehen wird. Seit wir ab 1. Januar 2016 den Schlossturm nicht mehr benutzen dürfen, werden uns ständig Steine in den Weg gelegt, wenn wir in der Geschichtspräsentation Fuß fassen wollen“, so Kramer. Der Verein bemühe sich seit 1978 um die Erforschung und Präsentation der Geschichte des Haager Landes.

Deswegen verstehe es sich von selbst, dass der Verein verärgert reagiere, wenn externe Fachleute engagiert werden, sagt der Vorsitzende. „Als Resümee würde sich der Verein wieder mehr Wertschätzung seitens der Marktgemeinde Haag wünschen, denn wir stehen immer noch bereit unseren Beitrag zum Ganzen zu leisten“, verdeutlicht Kramer.

Das sagt die Bürgermeisterin

„Der Erwerb des zentralen Burgbereiches durch die Marktgemeinde Haag und insbesondere die anschließende Gesamtinstandsetzung von Turm und Ringmauer waren der Anlass dafür, den gesamten Burgbereich bauhistorisch zu untersuchen“, so Bürgermeisterin Sissi Schätz. „In enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege beauftragte der Markt das Büro Kayser, Böttges, Barthel und Maus mit der Untersuchung der Baugeschichte der Haager Burg. Bei der Instandsetzung konnten auch bisher nur schwer oder nicht zugängliche Bereiche erforscht werden. Das Landesamt für Denkmalpflege hat die Untersuchung auch finanziell gefördert.

Bürgermeisterin Sissi Schätz

Das entstandene Werk soll auch Grundlage für eine mediale und didaktische Aufbereitung sein, um zum Beispiel im Schlosshof Informationen anzubringen oder einen Themenweg anzulegen. Die Bedeutung von heimatgeschichtlichen Forschungen des Geschichtsvereins, insbesondere seines langjährigen Vorsitzenden und des Haager Ehrenbürgers Rudolf Münch werden dadurch keineswegs geschmälert. Dies zeigt sich daran, dass Rudolf Münch unter anderem auch als Quelle in der Ausarbeitung von Dr. Christian Kayser genannt wird“, so Schätz.

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