Haag verplant 1,5 Millionen Euro für neue Baugebiete

Das historische Zentrum von Haag mit Blick auf den Schlossturm und (rechts) dem Zehentstadel. 480000 Euro für den Stadl stehen in Investitionsplan.
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Das historische Zentrum von Haag mit Blick auf den Schlossturm und (rechts) dem Zehentstadel. 480000 Euro für den Stadl stehen in Investitionsplan.

Das Investitionsprogramm für die wichtigsten Maßnahmen in naher Zukunft in Haag steht. Der Gemeinderat verabschiedete die Liste mit zwei Gegenstimmen. Größter Brocken: Mittel für neue Baugebiete.

Von Ludwig Meindl

Haag – Den Haushalt wird das Gremium auf Antrag von Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) erst später behandeln. Zu später Stunde hatte Dr. Bernhard Grabmeyer bei der Sitzung des Gemeinderats im Bürgersaal bemerkt, dass sich nach anstrengenden Debatten bei den meisten Anwesenden schon „die Augenlider vor Müdigkeit senken“. Deshalb beantragte er, die Behandlung der Punkte Stellen- und Haushaltsplan zu vertagen. Sein Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Verhandlungen für Lerchenberg und Fliederstraße

Für den Zeitraum von 2021 bis 2023 legten Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) und Kämmerer Christian Prieller die Zahlen zu den Investitionen der Gemeinde auf den Tisch. Den größten Brocken an Ausgaben im Haushaltsjahr 2020 beinhaltet das sogenannte Ansiedelungsmodell, früher Einheimischenmodell, mit 1 530 000 Euro. Es läuft seit einigen Jahren nach dem bewährten Schema, dass die Gemeinde bei gewissen Bauvorhaben bei der Ausweisung 30 Prozent des Areals erwerben kann. Diese Flächen werden dann vergünstigt an Haager Bürger weitergegeben, die sich dort ihr Eigenheim verwirklichen wollen. Aktuell in Verhandlungen steht die Gemeinde für die Baugebiete in Lerchenberg und an der Fliederstraße im Haager Norden beim Lagerhaus Huber.

Zuschuss fürs Kinderhaus Arche Noah

Mit gut einer Million Euro begleicht die Gemeinde eine Teilabschlusszahlung für die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens „Arche Noah“ an der Berger Straße. Die Gesamtmaßnahme hatte über drei Millionen gekostet. 630 000 Euro wird die Gemeindeverwaltung für Nachrüstungen der Abwasserentsorgung bereithalten. 230 000 Euro sind für die Wasserversorgung und das Leitungsnetz eingeplant.

Der Straßenbau ist mit 610 000 Euro veranschlagt. Hier erinnerte Klaus Breitreiner (CSU) daran, dass Objekte wie die Westendstraße, die bereits auf der Prioritätenliste gestanden hätten, nicht berücksichtigt worden seienn. Sie sollten verwirklicht werden. Zustimmung erfuhr er von Zweitem Bürgermeister Stefan Högenauer (CSU), der betonte, dass die Straßenerneuerung großes Wahlkampfthema gewesen sei: „Wir müssen nun Taten folgen lassen.“ In der Abstimmung sprachen sich 16 Räte gegen zwei ebenfalls dafür aus.

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Andreas Sax (CSU) wollte auch noch den Rad- und Fußweg entlang der Mühldorfer Straße am östlichen Ortsausgang hineinpacken. Zumindest die Planungen für 20 000 Euro sollten heuer noch Berücksichtigung finden. Dagegen führte Bürgermeisterin Schätz an, dass sich dieser Radweg auf der Prioritätenliste „weit hinten“ befunden habe. Das Bauamt hätte sich deshalb mit den entsprechenden Vorbereitungen noch nicht beschäftigt. Der Antrag wurde dann mit neun zu neun abgelehnt.

Zehentstadel: 2020 noch in der Planungsphase

Die Ausführungen für den Zehentstadel am Marktplatz fallen mit 480 000 Euro zu Buche. Erster Schritt der Verwirklichung wird der Westteil mit Bibliothek sein. Die Maßnahmen werden sich heuer noch auf Planungsebene beschränken.

Die Wirtschaftsförderung besteht im Bereitstellen von 400 000 Euro für eventuell angebotene Gewerbeflächen. Für die Feuerwehr sind 380 000 Euro vorgesehen. Zur laufenden Renovierung der Burganlage werden 350 000 Euro für die Außenflächengestaltung berechnet und 250 000 für Zufahrten und für das Umgestalten des Grafenstocks. Die Investitionen befürworteten 16 Haager Gemeinderäte – gegen zwei Ablehnungen von Zweitem Bürgermeister Högenauer und Bernd Schneier (beide CSU).

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