Haag stockt das Personal für die Kultur auf

Das Straßenfest in Haag gehört zum Kulturprogramm der Marktgemeinde. Bauer

In Haag gibt es ein reiches Kulturprogramm. Warum für die Koordinierung und das Management die personelle Ausstattung im Rathaus erhöht werden muss.

Von Ludwig Meindl

Haag – Eine kurze, aber rege geführte Debatte entfachte im Haager Gemeinderat die Organisation kultureller Veranstaltungen. Für Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit steht derzeit eine 0,3-Stelle zur Verfügung. Die Verwaltung schlug eine Erhöhung auf eine Halbtagesstelle vor. Nun soll auf Vorschlag von Bernd Schneider (CSU) sogar eine Dreiviertelstelle geschaffen werden.

Der Verwaltungsausschuss hatte den Vorschlag eingebracht, für die „Öffentlichkeitsarbeit und Organisation kultureller Veranstaltungen“ in Haag „zusätzliche Stellenanteile“ auszuweisen. Momentan steht dafür im Rathaus eine 0,3-Stelle zur Verfügung. Das wird in Zukunft nicht ausreichen, mutmaßte Bürgermeisterin Sissi Schätz, denn: „Alles macht Arbeit bis zum Schalten der Anzeigen für Veranstaltungen.“

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Gerade die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass zur Durchführung größerer Veranstaltungen wie dem Straßenfest oder von Konzerten im Schlosshof „die Kapazitäten der Verwaltung bei weitem nicht ausreichten“. Für die Planung, das künstlerische Programm, die Auswahl der Gastronomie und für die Öffentlichkeitsarbeit seien sowohl „externe Beauftragte“ als auch ein ausschließlich zuständiger Ansprechpartner in der Verwaltung erforderlich.

Wichtig: kein Studierter, sondern eine Person mit praktischer Erfahrung

So schlug die Verwaltung vor, den Posten von 0,3 auf 0,5 aufzustocken. Die auszuwählende Person solle im Verwaltungsmanagement Erfahrungen haben, unterstrich Schätz. Haag brauche einen Koordinator und Ansprechpartner für den Bauhof wie für die Musiker. Aber keinen mit Studium, riet Dritter Bürgermeister Herbert Zeilinger (WfH) ab, praktische Erfahrungen müsse der zusätzliche Mitarbeiter mitbringen. Für die nächsten Jahre werde den Erfordernissen wohl aber auch keine halbe Stelle gerecht.

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„Es geht nicht nur um Kinderfasching“, warf Bernd Schneider (CSU) ein. Er selbst organisiert zum Straßenfest jeweils die Musikerbühne am Straßenkreuz „Ritrovo“-„Zeller“ und vermutet, dass die Haager Kultur wohl eine Ganztagsstelle vertragen könnte, zumindest eine Dreiviertelstelle. Hermann Jäger (PWG) blieb skeptisch: „Ist der dann das ganze Jahr ausgelastet?“ Die Bürgermeisterin darauf: „Da habe ich keine Bedenken.“

Ohne externe Planer auskommen

Egon Barlag (Freie Wähler) riet davon ab, den künftigen „Kulturmitarbeiter“ nur als Zubringer für „externe Beauftragungen“ zu sehen. Das bestätigte Herbert Zeilinger (WfH). Der oder die Neue müsse die Erfahrungen so ausbauen, dass Haag keine „externe Planer“ mehr brauche. So fiel die Entscheidung äußerst knapp mit neun gegen acht Stimmen für den Vorschlag von Bernd Schneider auf eine 0,75-Stelle.

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